Klage gegen die investigative Wochenzeitung "Respekt"

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Wie Sie, verehrte Hörerinnen und Hörer, sich vielleicht erinnern, berichteten wir Ihnen in unserem allerersten Medienspiegel vor vier Wochen davon, dass die tschechische Regierung eine Klage gegen die investigative Wochenzeitung "Respekt" plant, um diese finanziell zu ruinieren. Hintergrund war ein Artikel des Chefredakteures des Blattes, Petr Holub, in dem dieser wörtlich schrieb, die Regierung habe "den Kampf gegen die Korruption verloren, Beweis dafür seien die Angaben von Transparency international sowie das korrupte Verhalten der Minister, angefangen vom jüngsten, Brezina, bis hin zum ältesten, Gregr". Inzwischen ist aus der Drohung Ernst geworden: Nachdem "Respekt" sich vergangene Woche geweigert hatte, auf seinen Seiten eine ausführliche Gegendarstellung der Regierung zu veröffentlichen und stattdessen vorschlug, ein Interview mit Premier Zeman bzw. dem beschuldigten Minister Gregr oder Innenminister Gross abzudrucken, erstattete die Regierung gegen Holub Strafanzeige wegen Verleumdung. Sollte sie damit Erfolg haben, drohen dem Chefredakteur von "Respekt" bis zu zwei Jahre Freizeitentzug sowie eventuell Berufsverbot.

Bereits auf die Androhung der Klage vor einem Monat hin hatte "Respekt" seinerseits Strafanzeige gegen Premier Milos Zeman erhoben und ihn der Gewalt gegen eine Gruppe von Bürgern sowie gegen ein Individuum verdächtigt. In beiden Fällen - der Strafanzeige gegen sowie von Respekt - ermittelt jetzt die Polizei. Wir halten Sie, verehrte Hörerinnen und Hörer, selbstverständlich auf dem Laufenden.