Mode in Tschechien: Mode der Second Hands

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Max Mara, Kevin Clein, Boss. Diese und zahlreiche andere weltberühmte Mode-Namen haben sich in den letzen Jahren auch in der Tschechischen Republik eingebürgert. Außerdem findet man aber auch eine andere Inschrift auf dem Firmenschild vieler Kleidergeschäfte: "Second hand". Markéta Maurová hat mehr dazu.

Die Second-Hand-Läden, auf tschechisch die sog. sekáce, d.h. Läden mit Bekleidung aus zweiter Hand, sind nach der Wende von 1989 in Tschechien wie Pilze aus der Erde geschossen und haben den Markt überflutet. Man stößt überall auf sie: Sie befinden sich in jedem kleinen Städtchen, in Großstädten nicht nur in ärmeren Peripherie-Vierteln und in Nebenstraßen, sondern auch auf den großen Boulevards der Stadtzentren, manchmal direkt neben Markengeschäften. Ich habe mich in einen gemütlichen Laden in Prag mit dem Namen Smoking Women begeben und die dortige Verkäuferin Jana nach den Hintergründen dieser Erscheinung gefragt:

"In der heutigen Zeit hat nicht jeder genug Geld. Sie sind beliebt, weil viele Leute es sich nicht leisten können, drei oder vier Tausend Kronen für eine Jacke auszugeben. In den meisten Fällen kommen aber auch Leute zu uns, die genug Geld haben, hier aber solche Sachen finden, die anderswo nicht zu kaufen sind. Wir haben hier Kleider aus allen Ländern, z.B. aus Deutschland, Italien usw. Wie gesagt, man findet hier viele schöne Sachen, die es in einem normalen Geschäft nicht gibt."

Jana hat die wichtigsten Gründe genannt, die die Leute in die Second Hands führen: Für manche sind es die niedrigen Preise , manche sehen darin Abenteuer und haben Spaß dabei. Unter den Kunden findet man vor allem Mütter, die dort für ihre Kinder einkaufen, Teenager, Rentner, Beamte, aber auch Künstler, Modedesigner und andere extravagante Bevölkerungsgruppen, die dort nach originellen Bekleidungsstücken suchen.

Und woher stammen all diese Kleider? Einige Verkäufer kaufen direkt bei ihren Kunden ein, die ihnen die Ware ins Geschäft bringen. Diese sind aber eher die Ausnahme. Die meisten kaufen in Großläden, wo besonders Waren aus dem Ausland - aus Deutschland und den Niederlanden angeboten werden. Die Kleider werden dort entweder stückweise oder nach Gewicht verkauft. Also ein Kilo Kleider - 140 Kronen. Jede Woche werden etwa 200 Tonnen solches Material verkauft, das weiter sortiert werden muss. Nur ausgewählte Stücke geraten bis in einzelne Geschäfte.

In der Tschechischen Republik gibt es heute etwa 40 Tausend Geschäfte mit Kleidern aus der zweiten Hand. Die Frage, die man sich stellte, als die ersten erschienen - nämlich ob die Second hands das Jahr 2000 überleben werden, wurde damit eindeutig beantwortet.