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Ökumenischer Gottesdienst in Prag

Christliche Kirchen in Tschechien haben am Samstag Nachmittag einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst veranstaltet, bei dem der Opfer der Terroranschläge in den USA gedacht wurde. An der Versammlung im St. Veitsdom auf der Prager Burg nahmen auch Präsident Vaclav Havel, der US-amerikanische Botschafter Craig Stapleton und weitere Politiker und Diplomaten teil. Der Gottesdienst wurde vom Prager Erzbischof, Kardinal Miloslav Vlk und dem Senior der evangelischen Kirche Pavel Smetana zelebriert.

Reisende in die USA warten stundenlang auf ihre Abfertigung

Die Tschechischen Aerolinien CSA haben Flüge in die USA wiederaufgenommen. Am Samstag Nachmittag startete das erste Flugzeug nach New York. Einige Hundert Passagiere mussten den ganzen Nachmittag auf dem Prager Flughafen warten und sich verschärften Personen- und Gepäckkontrollen unterziehen. Diese dauerten bei einigen Personen bis zu 30 Minuten und versuchten die Verspätung des Fluges um über vier Stunden. Für den Sonntag sind weitere zwei Flüge nach New York vorgesehen. Die Flugverbindung zwischen Tschechien und den Vereinigten Staaten wurde am Dienstag unterbrochen.

Präsident Havel fordert kompromisslose Bestrafung der Täter

Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat sich der tschechische Präsident Vaclav Havel für eine kompromisslose Bestrafung der Täter ausgesprochen, die die Terroranschläge in den USA verübt haben. "Einem Verbrechen muss Strafe folgen. Diese Strafe wird hart und muss hart sein. Dies ist im Interesse der gesamten Menschheit, die zu erkennen geben sollte, dass einige Dinge nicht gehen", sagte Havel am Freitagabend in einem Gespräch mit dem tschechischen Fernsehsender CT. Havel betonte in dem Gespräch, dass Tschechien "aus Solidarität" mit den USA seine Verpflichtungen als NATO-Mitglied erfüllen werde.

70 Tschechien werden in den USA vermisst

Die Zahl der Tschechen, die nach den Terroranschlägen in den USA noch keine Verbindung mit ihren Verwandten hierzulande angeknüpft haben, ist auf 128 Personen gestiegen. Noch am Freitag Nachmittag wurden 106 Tschechen vermisst. Das tschechische Außenministerium hat drei Telephonnummern errichtet, an die man sich mit Anfragen wenden kann. Bisher gibt es keine Informationen darüber, dass ein Tscheche getötet oder verletzt worden wäre.

Geldsammlung für New York

Hilfe für die Bewohner New Yorks ist Ziel einer republikweiten öffentlichen Geldsammlung. Diese wurde am Freitag unter dem Namen "Humanitäre Hilfe für New York" vom Tschechischen Zentrum New York und von der Bürgerinitiative für die EU gestartet. Der Ertrag soll auf humanitäre Zwecke genutzt werden.

Tschechisches AKW Temelin nimmt Probebetrieb wieder auf

Das tschechische Atomkraftwerk Temelin hat am Samstag nach einer etwa fünftägigen Unterbrechung wegen der Justierung eines Turbinenteils den Probebetrieb wieder aufgenommen. Der Reaktivierung der nuklearen Kettenreaktion werde im ersten Reaktorblock eine "komplizierte Testreihe" folgen, sagte Anlagensprecher Milan Nebesar der Prager Nachrichtenagentur CTK. Dabei sei ein erneutes Herunterfahren des Atomkraftwerkes nicht ausgeschlossen. Die Anlage soll noch am Wochenende stufenweise auf etwa 30 Prozent Leistung gebracht werden.

Zusammenarbeit der Sozialdemokraten in der Euroregion Elbe/Labe

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei CSSD und der deutschen SPD hilft u.a. beim Kampf gegen Neonazis. Auf einer Pressekonferenz, die beim Anlass der zehnjährigen Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien in der Euroregion Elbe/Labe am Samstag in Decin veranstaltet wurde, sagte dies der CSSD-Abgeordnete Vladimir Lastuvka. Die Zusammenarbeit habe nach den Sozialdemokraten der beiden Länder auch zur Entstehung des Nationalparks Böhmische Schweiz beigetragen. Weitere Verhandlungen werden über die Schiffbarkeit der Elbe oder die Fortsetzung der Autobahn D8 auf der deutschen Seite geführt.

Tschechisch-deutsche Gespräche in Horni Plana

Über Probleme der tschechisch-deutschen Verständigung wird an diesem Wochenende in Horni Plana (Oberplan) diskutiert. Das tschechisch-deutsche Treffen wird von dem Adalbert-Stifter-Verein veranstaltet. Hauptthema der fünften Gespräche in Oberplan, dem Geburtsort des Schriftstellers Adalbert Stifter, sind die Möglichkeiten, wie eine Einzelperson zur gegenseitigen Verständigung beitragen kann, sagte der Seminarleiter Hörst Löffler der Nachrichtenagentur CTK.

Wimbledonsieger und Eishockey-Weltmeister Jaroslav Drobny gestorben

Der frühere Wimbledonsieger und Eishockey-Weltmeister Jaroslav Drobny ist am Donnerstag im Alter von 79 Jahren in London gestorben. Dies teilte die "Internationale Tennis Hall of Fame" am Samstag mit. Der gebürtige Tscheche, der 1949 sein Land verlassen hatte und seit 1959 britischer Staatsbürger war, gewann 1954 das Wimbledon-Finale, 1951 und 1952 siegte er bei den French Open in Paris. Die tschechische Eishockey-Nationalmannschaft führte Drobny 1947 mit einem Hattrick im Finale gegen die USA zum Weltmeistertitel, 1948 gewann er olympisches Silber.

Soweit die Nachrichten. Durch das weitere Programm führt Sie Martina Schneibergova.