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Dänemark unterstützt baldigen EU-Beitritt Tschechiens sowie tschechische Kandidatur um Vorsitz in UNO-Vollversammlung

Der tschechische Außenminister Jan Kavan äußerte sich nach dem Gespräch mit seinem dänischen Amtskollegen Mogens Lykketoft am Donnerstag anerkennend über die Position und Unterstützung Dänemarks bei den Verhandlungen über den tschechischen Beitritt zur Europäischen Union und zuvor zur NATO. Lykketoft sagte, Dänemark habe Interesse daran, dass während seines EU-Vorsitzes in der zweiten Jahreshälfte 2002 die Verhandlungen über den EU-Beitritt mit denjenigen Ländern, die am besten vorbereitet seien, abgeschlossen würden. Dazu zähle auch die Tschechische Republik. Lykketoft hoffe, dass Tschechien bereits 2004 an den Wahlen zum Europäischen Parlament teilnehme. Dänemark ist eins der vier EU-Länder, das nach dem Beitritt der Tschechischen Republik seinen Arbeitsmarkt für tschechische Bürger nicht begrenzen wird. Weiter versicherte der dänische Außenminister Kavan, dass Dänemark die Tschechische Republik bei der Kandidatur um den Vorsitz in der UNO-Vollversammlung für den Zeitraum 2002-2003 unterstützen werde.

Mutmaßlicher Flugzeug-Attentäter traf in Prag irakischen Geheimdienst

Der mutmaßliche Flugzeug-Attentäter Mohammed el Amir Atta hat sich nach tschechischen Medienberichten im Juni 2000 in Prag mit dem irakischen Geheimdienst getroffen, berichtete die tschechische Tageszeitung "Hospodarske noviny" am Donnerstag unter Berufung auf Prager Regierungskreise. Unmittelbar nach dem Treffen sei Atta von Prag in die USA geflogen, sagte ein Mitarbeiter des tschechischen Geheimdienstes der Zeitung.

Offizielle Stellen in Prag kommentierten den Bericht zunächst nicht. Der tschechische Innenminister Stanislav Gross hatte vor kurzem bestätigt, dass Atta im Juni 2000 "weniger als 24 Stunden" in Prag gewesen war. Atta, der in Hamburg studierte, soll die erste Maschine ins World Trade Center gesteuert haben.

Zeman, Tvrdik und Stapleton besuchen Ausbildungslager

Der tschechische Premier Milos Zeman hat am Donnerstag in Begleitung von Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdik und US- Botschafter. Craig Stapleton, das Ausbildungslager der 6.Gruppe der tschechischen Spezialeinheiten im mährischen Prostejov besucht. Die tschechische Regierung hat der NATO diese Einheit für den Kampf gegen den Terrorismus angeboten. Es sei besser, sie einmal zu sehen, als hundertmal von ihr zu hören, stellte Zeman nach der Ankunft im Lager fest. Der amerikanische Botschafter verfolgte gemeinsam mit den beiden tschechischen Politikern eine Übung der Aufklärungseinheit.

Premier Zeman erklärte anschließend, die tschechische Regierung stimme allen acht Bedingungen zu, die die USA den NATO-Verbündeten im Zusammenhang mit einem möglichen Vergeltungsschlag vorgelegt hätten. Eine dieser Forderungen sei die Verlängerung der tschechischen SFOR-Mission in Bosnien, so Zeman. Ursprünglich sollten die tschechischen Soldaten bereits im Dezember abgezogen werden.

Havel: Vor Rückkehr Rumsfelds kein Beginn des Kampfes gegen den Terrorismus

Präsident Vaclav Havel äußerte am Donnerstag vor Journalisten die Auffassung, dass der Militärschlag gegen die Urheber der Terroranschläge von New York und Washington nicht vor der Rückkehr des amerikanischen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld aus dem Nahen und Mittleren Osten beginne. Rusmfeld verhandelt z.Zt. in islamischen Ländern auf höchster Ebene über eine Kampagne gegen den Terrorismus.

Akademischer Senat und tschechische Rektoren fordern Rücktritt des Schulministers

Der akademische Senat der Palacky-Universität in Olomouc/ Olmütz schließt sich dem Aufruf der tschechischen Rektorenkonferenz an und fordert den Rücktritt des Schulministers Eduard Zeman. Der Senat machte darauf aufmerksam, dass es wegen der prekären Finanzsituation durchaus möglich sei, dass der Unterricht ausgesetzt werden könnte.

Wegen der kritischen Finanzlage der tschechischen Schulen und Hochschulen hatte vergangene Woche bereits die Studentenkammer der Hochschulen den Rücktritt des Schulministers gefordert.

Jarab: Bereits 20 Opfer neonazistischer Gewalttaten

Seit 1990 hätten neonazistische Gewalttaten hierzulande bereits 20 Todesopfer gefordert, 12 von ihnen seien Roma, weitere 2 Ausländer gewesen. Dies erklärte am Donnerstag der Menschenrechtsbeauftragte der tschechischen Regierung, Jan Jarab, während einer öffentlichen Anhörung zum Thema Extremismus im Senat. Er fügte hinzu, die Strafverfolgungsbehörden hätten diesem Thema zu Beginn der 90er Jahre wenig Aufmerksamkeit gewidmet, zuvor hätten sie es sogar gar nicht beachtet.

Drogenbosse in Prag festgenommen

Die Tschechische Polizei hat im September im Rahmen der Operation FARA drei führende Köpfe des internationalen Drogenhandels festgenommen. Alle drei Männer stammen aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Festgenommenen betrieben in Tschechien u.a. Restaurants und Finanzgeschäfte.

Sie werden der illegalen Produktion und des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und Psychopharmaka beschuldigt. Es drohen ihnen 10 -15 jährige Haftstrafen.