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Konflikt zwischen Tschechien und Österreich eskaliert weiter

Der Konflikt zwischen der Tschechischen Republik und der Republik Österreich wegen der von der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) initiierten, gegen das südböhmische Atomkraftwerk Temelín gerichteten Petitions-Kampagne eskaliert weiter. Zu diesem Urteil gelangte am Samstag die Presseagentur APA, die als Beleg für ihre Auffassung aus dem Interview zitierte, das der tschechische Vizepremier Vladimír Spidla der österreichischen Wochenzeitung "Format" gewährte und welches diese am Montag veröffentlichen wird. "Jörg Haider ist in der Tat ein gefährlicher Politiker in der europäischen Politik. Das zeigen auch seine verschiedenen Äußerungen, die er machte und die ich nicht akzeptieren kann " zum Beispiel (seine Äußerungen) über Adolf Hitler und über die Einheiten der Waffen-SS," sagte Spidla der Wochenzeitschrift.

Auch der tschechische Ministerpräsident Milos Zeman gießt " laut der Presseagentur APA " mit seinen im Gespräch für die Wiener Zeitschrift "Profil" gemachten Aussagen, die ebenfalls am Montag veröffentlicht werden, noch einmal Öl ins Feuer der offenen Auseinandersetzung. In diesem Interview bezeichne Zeman den ehemaligen Vorsitzenden der nationalistischen FPÖ Jörg Haider als einen "populistischen, nationalistischen Politiker, der nichts versteht, aber über alles spricht," hieß es.

Spidla: Klaus ließ sich bei Wahlkampagne der ODS von Haider inspirieren

Der Vorsitzende der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (ODS), Vladimír Spidla, hat am Samstag den Chef der Demokratischen Bürgerpartei (ODS), Václav Klaus, für dessen Wahlkampagne kritisiert. Klaus ließ sich dabei in einem gewissen Maß vom ehemaligen Vorsitzenden der FPÖ, Jörg Haider, inspirieren, meinte Spidla. Er versuche in die Kampagne einen Nationalismus hineinzutragen, der nichts gemein habe mit Patriotismus, da er auf der Geringschätzung anderer Nationen beruhe, sagte Spidla am Samstag in Ústí nad Labem/Aussig.

Vsetatys Bürger und Gäste ehrten erneut das Andenken an Jan Palach

Das Andenken an Jan Palach, der sich vor 33 Jahren aus Protest gegen die Niederschlagung des "Prager Frühlings" durch den Einmarsch der Sowjetarmee und weiterer Einheiten der Warschauer Paktstaaten am lebendigen Leib verbrannte, haben am Samstag rund 120 Menschen in seinem Geburtsort Vsetaty bei Melnik geehrt. Der Zuschauerraum des örtlichen Kinos, wo die Gedenkveranstaltung stattfand, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Pietätsakt in Palachs Geburtsort findet seit der Wende 1989/90 jedes Jahr um Mitte Januar statt.

Tschechisch-Slowakisches Bataillon wird Kampfstandarte entgegennehmen

Der tschechische Präsident Václav Havel und sein slowakischer Amtskollege Rudolf Schuster werden am kommenden Freitag dem 1. Tschechisch- Slowakischen Bataillon, das bei der KFOR-Mission eingesetzt wird, die Kampfstandarten überreichen. Die 500 Soldaten der gemeinsamen Einheit haben am Freitag ihre Vorbereitungen auf den Kosovo-Einsatz erfolgreich abgeschlossen und werden ab 1. März die 11. Aufklärer-Kompanie bei der KFOR-Mission ablösen.

Zweite Tote bei Raubüberfall in der Pilsener Innenstadt

Zwei Tote forderte ein Raubüberfall, der sich am Samstagvormittag in einem Juweliergeschäft der Pilsener Innenstadt ereignet hat. Der unbekannte, ca. 45 bis 50 Jahre alte Täter, hat sowohl die 27-jährige Verkäuferin des Geschäftes als auch einen vorübergehenden Passanten, der ihn bei der Flucht festhalten wollte, erschossen. Die schwer verletzte Verkäuferin starb am Mittag im Krankenhaus. Der flüchtige Mörder sei unerkannt entkommen, sagte eine Polizeisprecherin der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Über den Umfang der Beute gab es zunächst keine Angaben.

Bombenanschlag auf tschechisches Polizeirevier " Keine Verletzten

Mit mehreren Zeitbomben haben Unbekannte in der südböhmischen Stadt Ceské Budejovice/Budweis ein Polizeirevier weitgehend verwüstet. Da der Anschlag in der Nacht erfolgte, sei niemand verletzt worden, berichtete die Presseagentur dpa am Samstag unter Berufung auf den Tschechischen Rundfunk. Die Täter wollten vermutlich Beweismaterial vernichten, sagte ein Polizeisprecher. Kopien der zerstörten Dokumente würden sich aber an einem sicheren Ort befinden. Innenminister Stanislav Gross zeigte sich vom Maß der Zerstörung entsetzt und sprach von einem "terroristischen Angriff".

SPORT: Eklat bei Weltcup der Nordischen Kombinierten in Liberec

Mit einem Eklat endete bereits am ersten Tag die Weltcup-Konkurrenz der Nordischen Kombinierer im nordböhmischen Liberec/Reichenberg, die als letzter Härtetest aller Spitzenathleten vor den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City angesehen wird. Sowohl die komplette deutsche Mannschaft als auch die Finnen waren zum zweiten Durchgang der Sprungkonkurrenz auf der Anlage unter dem Jeschken nicht mehr angetreten, da aus ihre Sicht im ersten Durchgang "unfaire Bedingungen" aufgrund wechselnder Winde an der Schanze geherrscht hatten. "Wir wollten mit dem Protest ein Zeichen setzen", sagte der enttäuschte Deutsche Ronny Ackermann, der damit keine weiteren Punkte in der Weltcup-Wertung, in der er derzeit Rang 2 einnimmt, sammeln konnte.