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Deutschland kritisiert Zemans Äußerungen

Die deutsche Bundesregierung und der Bundestag haben Äußerungen des tschechischen Ministerpräsidenten Milos Zeman zu den Sudetendeutschen kritisiert. In einer Debatte distanzierten sich alle Fraktionen am Mittwoch von dessen Aussagen. Zeman hatte im Zusammenhang mit dem Streit mit Österreich über das Atomkraftwerk Temelin die Sudetendeutschen als"fünfte Kolonne Hitlers" bezeichnet. Nach Ansicht des deutschen Außenministers Joschka Fischer ist eine Kollektivschuld in den Augen der Bundesregierung inakzeptabel.

Der tschechische Außenminister Jan Kavan betonte in einem Interview mit dem tschechischen Blatt Pravo am Mittwoch, dass Tschechien Interesse an "bestmöglichen Beziehungen" zu Deutschland hat. "Die Aussöhnungserklärung drückt aufs Genaueste den Standpunkt beider Länder zur Vergangenheit aus", sagte Kavan.

Österreichischer Botschafter in Prag für einen weiteren Dialog

Der österreichische Botschafter in Prag, Klaus Daudlebsky glaubt nicht, dass die derzeit angespannten Beziehungen zwischen Prag und Wien die Unterstützung der Österreicher zum EU-Beitritt Tschechiens beeinträchtigen können. Er sagte dies in einem Gespräch für die Nachrichtenagentur CTK am Mittwoch. Daudlebsky sprach sich für eine Fortsetzung des tschechisch-österreichischen Dialogs aus, und zwar auch in Bezug auf die sog. Benes-Dekrete.

Neues Konzept der Roma-Integration und der Entwicklungshilfe

Das tschechische Kabinett hat am Mittwoch ein neues Konzept der Integration der Roma in die Mehrheitsgesellschaft gebilligt. Das Dokument beinhaltet u.a. die Vorhaben der Regierung, Gesetze gegen Diskriminierung und das Programm einer rechtzeitigen Sorge für Roma-Kinder vorzubereiten. Die Minister billigten des weiteren ein Konzept der Entwicklungshilfe für das Ausland bis zum Jahre 2007, deren Volumen auf 0,1 Prozent des Bruttoinlandproduktes erhöht werden soll.

Außenminister Kavan besucht Russland

Die tschechisch-russischen Beziehungen sind derzeit auf dem besten Niveau seit 10 Jahren. Dies sagte der tschechische Außenminister Jan Kavan am Mittwoch dem russischen Blatt Izvestija, zum Auftakt seines Besuches in der Russischen Föderation. Unter der Präsidentschaft Vladimir Putins bemühe sich Russland, seine Beziehungen zu den Ländern Mitteleuropas zu verbessern, sagte Kavan. Zweck der ersten offiziellen Visite Minister Kavans sei die Vorbereitung der Russlandreise von Premier Milos Zeman, die für April geplant sei, meldete die Agentur Interfax. Einer der Hauptprogrammpunkte seines Treffens mit seinem russischen Amtskollegen Igor Iwanow sollen laut der Agentur die Beziehungen zwischen Russland und der NATO sein.

Präsident Havel beendete seinen Urlaub

Präsident Vaclav Havel und seine Gattin Dagmar sind am Mittwochnachmittag nach ihrem zweiwöchigen Urlaub auf den Kanarischen Inseln wieder in Prag eingetroffen. Havel war zum Erholungsaufenthalt nach seiner Lungenentzündung am 8. Januar abgeflogen. Auf Lanzarote hielt er sich in der Residenz des spanischen Königs Juan Carlos auf.

Skoda-Exdirektor vor Gericht

Der ehemalige Generaldirektor des Unternehmens Skoda Plzen Lubomir Soudek hat am Mittwoch vor dem Kreisgericht behauptet, er habe nie beabsichtigt, den Betrieb zu bestehlen. Er wird beschuldigt, für Skoda nachteilige Verträge und Wechsel unterzeichnet zu haben, die seine private Gesellschaft NERo begünstigt hätten. Dem Skoda-Unternehmen soll er dadurch einen Schaden in Höhe von etwa 200 Millionen Kronen zugefügt haben. Soudek drohen bis zu 12 Jahre Freiheitsentzug.

Zelezny bietet Schuldentilgung an - TV Nova erhält Lizenz bis 2017

Der Direktor und ehemalige Eigentümer des Privatsenders TV Nova, Vladimir Zeleny, hat einen Plan vorgelegt, wie er gedenkt, seine Schulden beim US- Konzern CME zu begleichen. Zelezny möchte seinen verbliebenen 11%-Anteil am Nova-Sendelizenzinhaber CET 21 an die MEF-Holding verkaufen. MEF hält bereits den Mehrheitsanteil an CET 21. Aus dem Erlös dieses Geschäftes werde er seine Schulden gegenüber CME in Höhe von 28 Millionen Dollar begleichen, erklärte Zelezny am Dienstag. Seine amerikanischen Gläubiger müssen diesem Vorhaben allerdings noch zustimmen. Kurz zuvor hatte der tschechische Rundfunk- und Fernsehrat die Verlängerung der Sendelizenz für TV Nova bis zum Jahre 2017 bekannt gegeben.

Städte aus Bayern und Tschechien wollen neue "Donau-Moldau-Bahn"

Mit einer neuen Bahnstrecke sollte nach Ansicht tschechischer und bayerischer Kommunen die Fahrzeit zwischen München und Prag halbiert werden. Die Verantwortlichen der Städte forderten am Mittwoch den Bau der so genannten Donau-Moldau-Bahn. Die Initiatoren wollen unter anderem den Neubau einer Trasse zwischen Regensburg und Cham erreichen. Das erklärten sie bei einer bilateralen Konferenz in Furth im Wald, an der etwa 30 Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie Vertreter der an die Bahnlinie grenzenden Städte teilnahmen. Veranstalter waren die Städte Pilsen, Regensburg und Furth.

Handelsbilanz: 119 Milliarden Kronen Defizit

Die Handelsbilanz für das Jahr 2001 verzeichnet ein Defizit von 119 Milliarden Kronen und liegt damit um 1,8 Milliarden Kronen unter dem Defizit des Vorjahres. Der Import ist laut dem Tschechischen Statistischen Amt im Vergleich zum Jahr 2000 um 11,7%, der Export um 13,1% angestiegen. Im Monat Dezember betrug das Handelsdefizit 21,9 Milliarden Kronen und lag damit um rund 15 Milliarden Kronen über dem Novemberergebnis.

Hyundai erwägt Zweigstelle in Tschechien

Das südkoreanische Autounternehmen Hyundai erwägt den Bau eines neuen Betriebs in der Tschechischen Republik. In Frage kommt u.a. der Industriepark in Nosovice in Nordmähren, wobei die Entscheidung bis Jahresmitte fallen soll. Wie der Direktor der Agentur Czechinvest Martin Jahn am Mittwoch informierte, handelt es sich um eine zweistellige Milliarden-Investition tschechischer Kronen.

Tschechisch-deutsches Infozentrum im Böhmerwald - 60.000 Besucher

Das tschechisch-deutsche Infozentrum in Alzbetin/Elisenthal hat bisher etwa 60 Tausend Besucher begrüßt. Dieses gemeinsame Zentrum der Nationalparks Sumava und Bayrischer Wald wurde im Oktober 2000 im Bahnhofsgebäude eröffnet, dessen Eingangshalle als die einzige in Europa durch eine Grenzlinie durchquert wird.

Zollfahnder sprengten Rauschgiftring - 17 Personen festgenommen

Ein großer Schlag gegen die internationale Rauschgiftszene ist den Behörden in Bayern und Tschechien gelungen. Auf böhmischer Seite wurde ein illegales Chrystal-Labor ausgehoben. Insgesamt wurden 17 Personen festgenommen und 500 Gramm des Amphetamins sicher gestellt, berichtete die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift von Polizei und Zoll in Bayern am Mittwoch in Schirnding. Chrystal wirkt ähnlich wie Kokain. Das Rauschgift wird sowohl geraucht als auch gespritzt.

Wetter

Abschließend der Wetterbericht. Am Donnerstag wird es in Tschechien überwiegend wolkig sein, mit örtlichen Regenschauern muss gerechnet werden. Die Nachttemperaturen liegen zwischen plus 3 und minus einem Grad, die Tageshöchstwerte steigen auf plus 3 bis 8 Grad Celsius.