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Pithart will für das Präsidentenamt kandidieren - Zeman nur im Krisenfall

Der christdemokratische Vorsitzende des tschechischen Senats Petr Pithart (KDU-CSL) hegt die Absicht, für das Amt des Staatspräsidenten zu kandidieren, sobald ihm jedwede Partei anbiete, diese Kandidatur zu unterstützen oder falls er sich in einer möglichen Direktwahl durchsetzen würde. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Milos Zeman wiederum besteht auf seiner früheren Position, dass er für dieses Amt nur dann kandidieren werde, falls es keinen wählbaren Kandidaten geben sollte. Dies erklärten beide Politiker am Sonntag in einer Diskussionsrunde des privaten Fernsehsenders Prima.

Klaus: Mitte-Rechts-Parteien sollten Kräfte gegen Linksruck bündeln

Die Mitte-Rechts-Parteien - die Demokratische Bürgerpartei (ODS), die Freiheitsunion (UN) und die Christdemokratische Volksunion (KDU-CSL) - sollten bei den kommenden Parlamentswahlen im Jahr 2002 gemeinsam daran gehen, um den herannahenden gefährlichen Linksruck in der hiesigen politischen Szene zu bremsen. Dies erklärte Abgeordneten- und ODS-Chef Vaclav Klaus am Sonntag in einer Diskussionsrunde des privaten Fernsehsenders Nova. Seine dahingehenden Befürchtungen begründete Klaus damit, dass er seit dem im April vollzogenen Wechsel an der sozialdemokratischen Führungsspitze eine sehr bedrohliche, auf Sozialisierung ausgerichtete Linksorientierung innerhalb der Regierungspartei ausgemacht habe.

Klaus: Antworten im Lustrations-Skandal muss Ex-Minister Ruml geben

In der gleichen Sendung des privaten TV-Kanals Nova äußerte Abgeordneten- und ODS-Chef Vaclav Klaus seine Überzeugung darüber, dass die am Freitag durch das Innenministerium bekannt gegebene Enthüllung über gefälschte Unbedenklichkeits-Bescheinigungen von Staatsbediensteten zu ihrer eventuellen Tätigkeit beim ehemaligen kommunistischen Geheimdienst (StB), die zu Beginn der 90er Jahre ausgestellt wurden, auf Verfehlungen der damals Verantwortlichen im tschechischen Innenministerium zurück zu führen seien. Namentlich brachte Klaus den damaligen stellvertretenden Innenminister der Tschechoslowakischen Föderation und späteren tschechischen Innenminister Jan Ruml ins Spiel, der 1997 aus der ODS ausgetreten war und heute Senator der Freiheitsunion ist. Gegen diese Behauptung legte der Sprecher der Freiheitsunion Patrik Nacher sein Dementi ein, indem er ausführte, dass Ruml seinerzeit als föderaler Vizeinnenminister lediglich für die Polizei, nicht aber für die Ausstellung der sog. Lustrations-Bescheinigungen zuständig gewesen sei.

Zeman droht ODS mit Aufkündigung des Oppositionsvertrages

Ebenfalls in der sonntäglichen Diskussionsrunde des privaten Fernsehsenders Nova erklärte Abgeordneten- und ODS-Chef Vaclav Klaus, dass es für die ODS unannehmbar sei, falls die sozialdemokratische Regierung für das kommende Haushaltsjahr einen Haushaltsentwurf vorlege, bei der sie bereits von vornherein mit einem formalen Defizit von zehn Milliarden Kronen (ca. 550 Millionen Mark) rechne. Auf diese Äußerung von Klaus reagierte der Premier und Vorsitzende der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (CSSD) Milos Zeman mit der Drohung, dass falls die ODS einen Haushaltsentwurf mit einem Defizit von zehn Milliarden Kronen nicht billigen werde, man seinerseits den von Sozialdemokraten und ODS abgeschlossenen sog. Oppositionsvertrag aufkündigen werde.

Außenminister Kavan setzt Nah-Ost-Besuch in Syrien fort

Der tschechische Außenminister Jan Kavan beginnt am Montag seinen zweitägigen Besuch in Syrien. Auf Ministerebene waren beide Länder zum letzten Mal im Jahr 1994 in Kontakt getreten und so hat die Tschechische Republik ein außergewöhnliches Interesse daran, dass der Besuch zu positiven Verhandlungen führen möge.

Bereits am Sonntag hatte Kavan in Amman mit seinem jordanischen Amtskollegen Abdalláh Chatíb über bilaterale Fragen, die erforderliche Verbesserung des Handelsaustauschs mit Jordanien und über die aktuelle Situation im Nahen Osten verhandelt. Mit dem Minister für Industrie und Handel des Gastgeberlandes, Vasíf Azar, unterzeichnete Kavan eine Rahmenvereinbarung über den beiderseitigen Warenaustausch. Bei seinem Treffen mit dem jordanischen Premier Ali abu Raghib wiederum standen die angespannte Situation im Nahen Osten und die Kandidatur der Tschechischen Republik für den Vorsitz der UNO-Vollversammlung im Vordergrund der Gespräche.

Coppa führte als Nuntius in Tschechien seine letzte Messe in Krtiny durch

Nahezu 5000 Menschen nahmen am Sonntag an der Wallfahrt nach Krtiny im mährischen Bezirk Blansko teil, die in der in der Kirche der Jungfrau Maria zelebrierten Großen Messe ihren Höhepunkt fand. Sie war gleichzeitig der letzte Gottesdienst, der vom apostolischen Nuntius in der Tschechischen Republik, Giovanni Coppa, vorgenommen wurde. Nach seiner zehnjährigen Amtszeit werde Coppa bald durch einen neuen Nuntius abgelöst, sagte der Pfarrer von Krtiny, Tomas Prnka, dazu der Nachrichtenagentur CTK.

Musikfestival "Prager Frühling" wurde mit Beethovens "Neunter" beendet

Mit einem Konzert des Symphonieorchesters des Tschechischen Rundfunks und des Prager Philharmonie-Ensembles im Prager Ständehaus ist am Sonntag Abend das 56. Internationale Musikfestival "Prager Frühling" beendet worden. Traditionell wie jedes Jahr wurde auch die diesjährige dreiwöchige Musikgala mit der Neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven abgeschlossen.

Trainer Chovanec nennt offen die Gründe für WM-Pleite in Kopenhagen

Das Nicht-Ausnutzen der 100-prozentigen Torchancen, die inkonsequente Abwehrarbeit und das schlechte Umschalten von Abwehr auf Angriff nannte der Coach der tschechischen Fußballauswahl Jozef Chovanec als die Hauptgründe für die 1:2-Niederlage seiner Schützlinge im WM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark am Samstag in Kopenhagen. Durch diese Niederlage rutschte das tschechische Team in der europäischen Qualifikationsgruppe 3 hinter Bulgarien und Dänemark auf den dritten Tabellenplatz ab. Es war gleichzeitig die erste Niederlage einer tschechischen Mannschaft in einem WM- oder EM- Qualifikationsspiel unter Auswahltrainer Chovanec. Am Mittwoch trifft Tschechien in einer weiteren Qualifikationsbegegnung in Teplice auf Nordirland.