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Erster BSE-Fall in Tschechien

Nach Mitteilung des tschechischen Landwirtschaftsministers Jan Fencl hat sich der Verdacht auf Rinderwahnsinn bei einer 5 Jahre und 8 Monate alten Kuh aus Dusejov in Südmähren bestätigt. Nach dem positiven Befund des am Dienstag aufgetretenen Verdachtsfalls wurden Gewebeproben zu einem weiteren Test an das Referenzzentrum in Tübingen geschickt. Erst aufgrund des Ergebnisses, das am Donnerstag kommender Woche zu erwarten sei, werden in Tschechien entsprechende Maßnahmen getroffen werden, sagte Fencl. Tschechien ist das erste EU-Kandidatenland, das die Rinderseuche BSE erreicht hat.

Slowakei und Polen verbieten Rindfleischimporte aus Tschechien

Nach Bestätigung eines BSE-Verdachtsfalles in Tschechien hat der Leiter der polnischen Veterinärbehörde Andrzej Komorowski ein Einfuhrverbot für Rindfleisch aus Tschechien angeordnet, das am Freitag 16.00 Uhr in Kraft getreten ist. Die Importe bzw. den Transport von Rindfleisch und Rindfleischprodukten tschechischer Herkunft hat auch die Slowakei verboten. Die bereits am Donnerstag von der Staatlichen Veterinärbehörde Bratislava beschlossenen Schutzmassnahmen traten am Freitag Mitternacht in Kraft. Auf Beschluss des ungarischen Landwirtschaftsministeriums wird Tschechien ab 11.Juni nur getestetes Rindfleisch nach Ungarn ausführen können.

Rindfleischkonsum gesunken

Im ersten Quartal dieses Jahres ist der Rindfleischkonsum in Tschechien im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um 27 Prozent gesunken. Den Angaben des Landwirtschaftsministeriums zufolge sank somit auch der Pro-Kopf-Verbrauch von 2,87 auf 2,1 Kg. Einheimische Rindfleischproduzenten führen diese Entwicklung auf die Befürchtungen von Verbrauchern vor der BSE-Rinderseuche, die sich in mehreren europäischen Ländern verbreitete.

Vaclav Havel nimmt am mitteleuropäischen Gipfeltreffen in Italien teil

Im italienischen Verbania ist am Freitag das Gipfeltreffen von 14 mitteleuropäischen Ländern eröffnet worden, an dem auch der tschechische Präsident Vaclav Havel teilnimmt. Gastgeber des bereits 8.Treffens der Staatsoberhäupter von Slowenien, der Ukraine, Österreich, Polen, Moldavien, Bulgarien, der Slowakei, Deutschland, Kroatien, Ungarn, Jugoslawien und Rumänien ist der italienische Präsident Carlo Azeglio Ciampi.

Hauptthemen der Gespräche sind die Freiheit und Demokratie in Europa. Wie erwartet werden die Staatsoberhäupter der teilnehmenden Länder auch über aktuellpolitische Probleme diskutieren, vor allem über den Konflikt in Mazedonien.

Tschechische und österreichische Gewerkschafter trafen sich in Prag

Vertretern der tschechischen Gewerkschaften ist es am Freitag nicht gelungen, den Vorsitzenden der österreichischen Gewerkschaftszentrale und der Europäischen Gewerkschaftskonföderation, Friedrich Verzetnitsch, davon zu überzeugen, dass die einzuführende Übergangsperiode für die Personenfreizügigkeit für die EU-Kandidatenländer überflüssig sei. Dies ergab sich aus den in Prag geführten Gespräche der beiden Seiten. Sie einigten sich gleichzeitig darauf, dass die Rechte der Arbeitnehmer auf beiden Seiten der Grenze geschützt werden müssen. Mit Friedrich Verzetnitsch verhandelte auch der tschechische Arbeitsminister Vladimir Spidla über die sogenannten Pendler und die Freizügigkeit von Arbeitnehmern in der EU.

Präsident Havel plädierte erneut für den Ankauf neuer Überschallflugzeuge

Nach Meinung von Präsident Havel sollte die Tschechische Armee über Überschallflugzeuge verfügen. Vor seiner Abreise zum Gipfeltreffen in Verbania reagierte Havel somit auf die Empfehlung des US-amerikanischen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, der Tschechien riet, auf den erwogenen Ankauf von Überschalljägern zu verzichten, falls die Reform der Streitkräfte durch die finanzielle Belastung bedroht wäre. Man sollte die Öffentlichkeit nicht an der Nase herumführen, sagte Havel und verwies diesbezüglich darauf, dass einheimische Politiker mehrere Jahre über die Notwendigkeit sprachen, die alten Militärmaschinen vom Typ Mig durch neue zu ersetzen.

Tschechisch-slowakische KFOR-Einheit im Kosovo ab 2002

Die Tschechische Republik und die Slowakei wollen ab nächstem Jahr eine gemeinsame Einheit im Rahmen der KFOR- Friedenskräfte im Kosowo einsetzen. In der tschecho-slowakischen Truppe soll es 400 tschechische und 100 slowakische Soldaten geben. Die Verteidigungsminister beider Länder Jaroslav Tvrdik und Josef Stank, die an der Tagung des Euroatlantischen Rates für die Partnerschaft in Brüssel teilnehmen, informierten über den gemeinsamen

Beschluss die NATO. Tschechischen Soldaten der KFOR-Friedensmission im Kosovo und der SFOR-Einheiten in Bosnien und Herzegovina werden an diesem Wochenende Premier Milos Zeman und Verteidigungsminister Tvrdik einen Besuch abstatten.

Klaus ist enttäuscht über den Wahlausgang in Großbritannien

Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses und ODS-Chef Vaclav Klaus ist enttäuscht über die Wahlschlappe der britischen Konservativen Partei bei der jüngsten Wahl, der Sieg der Labour-Party hingegen habe ihn nicht überrascht. In einem Interview mit der tschechischen Nachrichtenagentur CTK sagte er u.a., dass die Konservativen nicht in der Lage gewesen seien, ihre Ansichten entsprechend zu präsentieren und Tony Blair eine ebenbürtige Persönlichkeit gegenüberzustellen. Zum Wahlausgang in Großbritannien äußerte sich auch Präsident Havel. Den bisherigen Premier Tony Blair, dem er bereits ein Glückwunschtelegramm geschickt hatte, bezeichnete Havel als Vorbild eines Politikers des 21.Jahrhunderts.

Korruption als dringendes Problem wahrgenommen

Die Korruption und Wirtschaftskriminalität sind zwei Probleme, die die tschechische Bevölkerung am intensivsten wahrnimmt. Wie sich aus einer im Mai durchgeführten Umfrage des Prager Zentrums für Meinungsforschung ergab, halten vier Fünftel der Tschechen die Korruption und Wirtschaftskriminalität für äußerst dringende Probleme in der Gesellschaft. Im Vergleich zu einer ähnlichen Meinungsumfrage aus dem Jahr 1995 wurde hiermit ein 7prozentiger Zuwachs jener verzeichnet, die diese Meinung vertreten.

60 Prozent der Tschechen fürchten sich vor Arbeitslosigkeit. Am Rande ihrer Aufmerksamkeit steht die Problematik des Rassismus, der Koexistenz mit der Roma-Minderheit und der Beziehungen zur Slowakei.

Ehrendoktortitel Joseph Stiglitz verliehen

Dem ehemaligen Vize-Präsidenten der Weltbank, Joseph Stiglitz, ist am Freitag in der Aula magna des Prager Karolinums der Ehrendoktortitel der Karlsuniversität verliehen worden. Der US-amerikanische Wirtschaftsexperte machte sich um eine Revision der Transformationsstrategien der ehemaligen kommunistischen Länder zum marktwirtschaftlichen System verdient. Der Ehrendoktorhut der Karlsuniversität wurde ihm für seine Verdienste um die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaft in der Welt verliehen.