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Außenminister Kavan kommentiert vorerst nicht die deutsche Aufforderung

Der tschechische Außenminister Jan Kavan hat am Montag in einem Gespräch für die Nachrichtenagentur CTK abgelehnt, den angeblichen Beschluss der deutschen Regierung, in dem sie Tschechien zur Stilllegung des Atommeilers auffordert, zu kommentieren. Kavan gab zu, dass er den Beschluss seit Freitag zur Verfügung hat, aber nur durch inoffizielle Wege. Deshalb könne er nicht reagieren, das wäre Kavan zufolge äußerst unfair, sagte der tschechische Außenminister. Aus demselben Grund werde sich die Regierung mit diesem Beschluss auf ihrer heutigen Sitzung nicht befassen. Die deutsche Regierung hat sich Österreich angeschlossen und die tschechische Seite zur Schließung des umstrittenen Atomkraftwerks Temelin aufgerufen. Der Nachrichtenagentur AP zufolge hat das deutsche Umweltministerium am Montag diese Entscheidung bekannt gegeben.

Tanako: Weitere japanische Investitionen nach Tschechien

Die japanische Außenministerin Makiko Tanako erwartet einen weiteren Zustrom von japanischen Investitionen in die Tschechische Republik. Tanako sagte dies am Montag zum Abschluss ihres dreitägigen Besuchs in Tschechien, während dessen sie sich vorwiegend den Sehenswürdigkeiten und der Kultur in der tschechischen Metropole widmete. Vor ihrer Abreise nach Belgrad sprach sie mit dem tschechischen Außenminister Jan Kavan über die japanisch- tschechischen Beziehungen. Die Kultur und Geschichte Tschechiens seien sehr bewundernswert, sagte Tanako nach dem Treffen mit Kavan. Nicht nur die politische und wirtschaftliche Sphäre, sondern auch die kulturelle könnten Tanako zufolge eine feste Grundlage für die Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen sein. Japan gehört in letzter Zeit zu den größten Investoren in der Tschechischen Republik.

OECD: Inflationsrate in Tschechien bleibt 2001/2002 unter 5%

Das Bruttoinlandsprodukt der Tschechischen Republik steigt in diesem und dem nächsten Jahr um 3 bis 3,5%. Dies geht aus dem am Montag präsentierten 4. Wirtschaftsbericht der OECD seit Aufnahme Tschechiens in diese Organisation hervor. Dem Bericht zufolge wird die Inflationsrate im selben Zeitraum unter 5% bleiben. Die OECD ruft die Tschechische Republik in dem Dokument zur Fortsetzung der Rentenreform, zur Verbesserung des Konkursgesetzes und zum Ausgleich bzw. zur Lösung des Problems überschuldeter Unternehmen auf. Kritisiert wird ebenfalls die langsame Deregulierung im Energie- und Telekommunikationssektor. Positiv bewertet hingegen wird der Bankensektor in der Tschechischen Republik, er sei in einem viel besseren Zustand als in den vergangenen Jahren, und dies trotz Problemen, die mit der Zwangsverwaltung und dem anschließenden Verkauf der Investicni a Postovni banka IPB zusammenhängen.

Finanzminister Rusnok: OECD - Bericht ein gutes Zeugnis für Tschechien

Der tschechische Finanzminister Jiri Rusnok bezeichnete den am Montag veröffentlichen Wirtschaftsbericht der OECD als eine qualifizierte Prüfung des Zustands der tschechischen Wirtschaft sowie der Wirtschaftspolitik der tschechischen Regierung und der Tschechischen Nationalbank. Der Bericht sei ein gutes Zeugnis für die Tschechische Republik, auf der anderen Seite mache er auf andauernde Probleme im Bereich der öffentlichen Finanzen aufmerksam. Der Bericht sei ausgeglichen, zeige auch positive Tendenzen neben den negativen im Kapitel zu den öffentlichen Finanzen, sagte am Montag Finanzminister Rusnok und merkte an, dass einige Fakten vom Finanzministerium anders als von der OECD bewertet werden.

Innenministerium: Antiglobalisierungsproteste weltweit koordiniert

Proteste gegen Sitzungen von einigen großen internationalen Institutionen sind von einem weltweiten Netz koordiniert, das aus verschiedenen radikalen, meist linksextremen Gruppierungen besteht. Im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Tagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank im vergangenen Jahr in Prag folgt dies aus dem Arbeitsbericht des Innenministeriums zum Extremismus in der Tschechischen Republik im Jahre 2000, der am Mittwoch von der Regierung verhandelt wird.

Studentenuntersuchung: 91Prozent der Deutschen für EU-Beitritt Tschechiens

Einer Untersuchung zufolge, die Studenten des Europäischen polytechnischen Instituts im südmährischen Kunovice dieses Jahr im Rahmen eines Projektes durchgeführt haben, unterstützen insgesamt 91 Prozent der befragten Deutschen den EU-Beitritt der Tschechischen Republik, 57 Prozent davon entschieden. Die Ergebnisse der Untersuchung, an der 251 Befragte aus der Tschechischen Republik, Deutschlands und der Slowakei teilgenommen haben, hat am Montag die Nachrichtenagentur CTK erhalten. Die Studenten wären durch die von den offiziellen Statistiken diametral unterschiedliche Ergebnisse geschockt und erklären diese Resultate mit der Tatsache, dass sie die Untersuchung nur in Frankfurt am Main durchgeführt haben.

Festival Boskovice 2001 wirbt für jüdisches Viertel

Fast 4000 überwiegend junge Menschen haben von Donnerstag bis Montag das Festival Boskovice 2001 besucht. Ziel der Veranstaltung war es, für das jüdische Viertel des südmährischen Ortes Boskovice zu werben. Unter den Teilnehmern waren auch Nachkommen der jüdischen Bevölkerung, die den Zweiten Weltkrieg in Konzentrationslagern überlebt haben. Mit dem Interesse der Öffentlichkeit an dem Festival sei man zufrieden und die Aktion habe ihren Zweck erfüllt, informierte Jana Cerna, eine der Organisatorinnen, die Nachrichtenagentur CTK.

Internationales Festival der Kinderchöre in Prag

Am kommenden Wochenende wird Prag Gastgeber des internationalen Festivals der Kinderchöre sein. Veranstalter des Festivals ist die internationale Organisation ISCCPA, die im Jahre 1982 in Hongkong gegründet wurde. Der Höhepunkt des Prager Festivals wird ein Konzert am Sonntag sein, bei dem Kinder aus China, Tchaj-wan, Kanada und Tschechien auftreten werden.