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Tschechischer Helsinki Ausschuss kritisiert die Vorgangsweise der britischen Beamten

Der tschechische Helsinki Ausschuss hat sich am Freitag auf die Seite der Kritiker der Vorgangsweise der britischen Beamten gestellt, die auf dem Prager Flughafen Ruzyne tschechische Bürger vor ihrer Ausreise nach Großbritanien kontrollieren. Der Grund dafür ist die Aufteilung in erwünschte und unerwünschte Reisende nach dem Rassenprinzip, teilte am Freitag die ausübende Direktorin des Ausschusses Jana Chrzova der Nachrichtenagentur CTK mit.

Nach einer Zunahme von Asylbewerbern aus Tschechien hatten britische Beamte am Mittwoch begonnen, Reisende nach Großbritannien streng zu kontrollieren. Dabei wurden zahlreiche Roma als unerwünschte Passagiere eingestuft und wegen potenzieller Asylsuche in Großbritannien trotz gültiger Flugtickets zurückgewiesen.

Die Kontrollen erfolgen auf der Grundlage eines tschechisch-britischen Abkommens vom Februar des Jahres. Außenminister Jan Kavan sowie weitere Regierungsvertreter sehen in den Sicherheitsmaßnahmen die einzige Alternative zu der von Großbritannien angedrohten Einführung der Visums-Pflicht für tschechische England-Reisende.

Chef der Internationalen Atomvereinigung (WNA) unterstützt die tschechische Haltung zu Temelin

Der Chef der Internationalen Atomvereinigung (WNA) John Ritch forderte am Freitag den deutschen Umweltminister Jürgen Trittin dazu auf, es zu unterlassen, seine deutsche Minderheitenideologie anderen aufzuzwingen. Ritch reagierte damit auf den Appell Deutschlands, in dem es die tschechische Regierung zur Stilllegung des Atomkraftwerkes Temelin auffordert. Es gebe keinen Grund, warum die Welt schweigend zusehen sollte, wie Herr Trittin versucht, seinen souveränen und verantwortlichen Nachbarn bezüglich der Atomenergie zu schaden. Ritch erwähnte die Ergebnisse der Untersuchung der gemeinsamen tschechisch- österreichischen Kommission, laut denen der Reaktor sicher ist. In Anbetracht der aufrechten tschechischen Haltung konstatierte Ritch, dass Umweltminister Trittin mit Prag ein ideologisches Spielchen treibe.

Festival "Mitte Europa" bietet an die 60 Veranstaltungen an

Das Kulturfestival "Mitte Europa" erlebt von Sonntag an seine zehnte Auflage. Im Jubiläumsjahr sind bis Anfang September mehr als 60 Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Work- Shops in 52 Städten und ländlichen Gemeinden in Sachsen, Bayern und Tschechien geplant, sagte die Organisatorin des Festivals Ivana Tomaschke "Vondrakova der Nachrichtenagentur CTK. Bei der von den Bamberger Symphonikern umrahmten Eröffnung wird der Senatspräsident des tschechischen Parlaments, Petr Pithart, eine Ansprache halten. Im Anschluß daran gibt das Prager Kammerorchester unter Leitung von Gerd Albrecht in der Trinitatiskirche in Bad Elster ein Konzert. Benediktiner Tage in Kladruby

Über das Leben der Benediktinermönche können dieses Wochenende die Besucher des Klosters in Kladruby im westböhmischen Bezirk Tachov mehr erfahren. Tag- und Nachtführungen sind für alle Interessierten vorbereitet, bei denen sie von Personen in historischen Kostümen begleitet werden. Neben diesen können die Besucher beispielsweise auch mit dem Abt der Prager Benediktiner Abtei Prokop Petr Siostrzonek sprechen. Das Kloster wurde Anfang des 12. Jahrhunderts gegründet und nach Santini im Stil der barocken Gotik umgebaut.

Pravo: Zeman will möglicherweise Tschechien-Besuch des deutschen Bundeskanzlers ignorieren

Als Antwort auf die Stellungnahme der deutschen Bundesregierung zum Kernkraftwerk Temelin will Premier Milos Zeman möglicherweise den Tschechien-Besuch des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder im August ignorieren. Dies berichtet die Tageszeitung "Pravo" in ihrer Freitagausgabe und führt an, dass ein Treffen beider Politiker diplomatischen Quellen zufolge bereits geplant war. Regierungssprecher Libor Roucek antwortete auf eine Nachfrage der Zeitung, bislang sei ein Treffen zwischen Zeman und Schröder weder bestätigt noch ausgeschlossen. Der deutsche Bundeskanzler soll vom 21.- 24. August Cheb/Eger, Frantiskovy Lazne/Franzensbad, Liberec/Reichenberg und Mlada Boleslav besuchen.

Tschechische und polnische Verteidigungs-und Außenminister treffen zu gemeinsamen Beratungen zusammen

Über die Zusammenarbeit in den Bereichen Militär und Außenpolitik werden am Montag die zuständigen polnischen Minister Bronislaw Komorowski und Wladyslaw Bartoszewski mit ihren tschechischen Kollegen verhandeln. Es handelt sich um ein traditionelles Treffen der Minister, bei dem diesmal konkret über die gemeinsame Verteidigung des Luftraums und eine zukünftige tschechisch-polnisch-slowakische Truppe gesprochen wird. Die Truppe soll in den NATO-Friedensoperationen eingesetzt und in der Slowakei stationiert werden. Die Vertragsunterzeichnung ist für September geplant.

Dvorak neuer Direktor des Nationaltheaters

Der Regisseur und bisherige Direktor der Staatsoper Prag Daniel Dvorak wird neuer Direktor des Prager Nationaltheaters. Dies gab auf der Pressekonferenz am Freitag der tschechische Kulturminister Pavel Dostal bekannt. Der neue Direktor der ersten tschechischen Szene wird zum 1. September anfangen und die Funktion im Juni 2002 übernehmen. Kulturminister Dostal sagte, geplant sei, dass der neue mit dem alten Direktor bis Juni kommenden Jahres zusammenarbeite. Da er aber nicht wisse, wie sich der alte Direktor Jiri Srstka entscheiden wird, wolle Dostal erst dessen Entscheidung abwarten. Über diese Aussage des Kulturministers zeigte sich der alte Direktor Srstka überrascht, da ihm zufolge alles bereits besprochen wurde. Srstka bleibe in seiner Funktion bis Juni 2002 und bis dahin werde er mit seinem Nachfolger zusammenarbeiten.

Kirchenkuppel als Symbol der Versöhnung

Die Kirche in der Gemeinde Uhrinov bei Rychnov hat seit Freitag eine neue Kuppel, die die alte aus dem Jahre 1752 ersetzt. Einen Teil der dafür notwendigen Gelder bekam die Gemeinde aus Deutschland und aus dem Deutsch-Tschechischem Zukunftsfonds. Es handle sich eigentlich um einen Akt der Versöhnung der aktuellen Gemeindebewohner und ehemaligen deutschen Einwohner, die nach dem zweiten Weltkrieg ausgesiedelt wurden, sagte der Nachrichtenagentur CTK der Initiator der Rekonstruktion Zdenek Formanek.