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Neuer apostolischer Nuntius in Prag eingetroffen

Der neue apostolische Nuntius für die Tschechische Republik, Erzbischof Erwin Josef Ender, ist am Mittwochnachmittag in Tschechien eingetroffen. Er wurde auf dem Prager Flughafen von Vertretern der katholischen Kirche, des Außenministeriums und der Prager Botschaftsvertretung des Vatikan begrüßt. Ender, der zuvor als apostolischer Nuntius im Sudan, in Somalia sowie im Baltikum tätig war, tritt die Nachfolge von Giovanni Coppa an und ist damit der zweite apostolische Nuntius in der Geschichte der Tschechischen Republik. Erst Anfang Juni hatte Tschechien als einer der letzten postkommunistischen Staaten einen Vertrag mit dem Vatikan über die gegenseitigen Beziehungen unterzeichnet, der jedoch trotz entsprechender Forderungen der katholischen Kirche nicht die schwierigen Vermögensfragen klärt.

Präsident Havel für Kontakte zwischen Tschechen und Sudetendeutschen

Der tschechische Präsident Vaclav Havel hat sich für intensive Kontakte zwischen Tschechen und Sudetendeutschen ausgesprochen. Die Zusammenarbeit mit den nach dem Zweiten Weltkrieg Vertriebenen sei wichtig für das Finden der eigenen Identität, wurde Havel am Mittwoch von Prager Zeitungen zitiert. Der tschechische Präsident hatte am Dienstag die ostböhmische Region Broumov/Braunau bereist und war mit deren früheren deutschen Bewohnern zusammen getroffen. Mehr zu dieser Visite des Staatsoberhauptes erfahren Sie im Tagesecho direkt im Anschluss an die Nachrichten.

40.000 tschechische NS-Opfer haben bereits eine symbolische Entschädigung erhalten

An fast 40.000 ehemalige Opfer des Nationalsozialismus in Tschechien sind bereits Entschädigungsleistungen durch die dafür verantwortliche deutsche Stiftung für Erinnerung, Verantwortung und Zukunft sowie den Österreichischen Versöhnungsfonds ausgezahlt worden. Die Hälfte der Antragsteller hat damit eine Entschädigung für die während des Zweiten Weltkrieges geleistete Zwangsarbeit erhalten. Die Auszahlungen an die übrigen Opfer sollen bis Ende September erfolgen, teilten Vertreter des Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds am Mittwoch der Nachrichtenagentur CTK mit. Seit dem Beginn der Auszahlungen in Tschechien vor zwei Monaten wurden symbolische Entschädigungen im Wert von insgesamt rund 190 Millionen Mark ausgezahlt.

Erneut Turbinenprobleme im tschechischen AKW Temelin

Im umstrittenen südböhmischen Kernkraftwerk Temelin sind am Mittwoch erneut Probleme an der reparierten Turbine im nichtnuklearen Sekundärkreislauf aufgetreten. Drei Tage nach dem neuerlichen Anfahren des ersten Reaktorblocks sei es zu einem Defekt an einem Kugellager gekommen, sagte der Sprecher der Atomsicherheitsbehörde in Prag, Pavel Pittermann. Es handele sich um kein Besorgnis erregendes Problem. Dagegen warf Jan Haverkamp von der Umweltschutzorganisation Greenpeace der Direktion der Anlage vor, den Defekt zu verharmlosen. Der Vorfall zeige, dass die Turbine auch nach einer dreimonatigen Reparatur nicht wieder funktionsfähig sei, sagte Haverkamp in Prag. Temelin hatte im Oktober 2000 den Probebetrieb aufgenommen und war seitdem wegen technischer Probleme mehrfach abgeschaltet worden.

Tschechisches Honorarkonsulat auf den Kanarischen Inseln eröffnet

Auf den Kanarischen Inseln hat am Dienstag ein Honorarkonsulat der Tschechischen Republik seine Tätigkeit aufgenommen, informierte am Mittwoch das tschechische Außenministerium die Nachrichtenagentur CTK. Seinen Sitz hat das Honorarkonsulat auf der Insel Teneriffa. Bei der feierlichen Eröffnung waren neben dem Honorarkonsul Joaquin Escoda Martinez der tschechische Kulturminister Pavel Dostal, der tschechische Botschafter in Spanien, Martin Povejsil, sowie Vertreter der Kanarischen Inseln anwesend.