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Abgeordnetenhaus wählt Langer, Filip, Marvanova als Vizevorsitzende

Das Abgeordnetenhaus hat am Dienstagnachmittag in geheimer Wahl drei weitere seiner sechs Vizevorsitzenden gewählt, und zwar den stellvertretenden Parteivorsitzenden der Bürgerdemokraten Ivan Langer, den kommunistischen Fraktionsvorsitzenden Vojtech Filip und im zweiten Wahlgang die Ex-Vorsitzende der Freiheitsunion/Demokratischen Union Hana Marvanova. Bereits am Donnerstag waren der Christdemokrat Jan Kasal und die Sozialdemokratin Jitka Kupcova in diese Funktion gewählt worden. Der Termin für die Wahl des sechsten Vizevorsitzenden steht noch nicht fest. Mit Vojtech Filip ist erstmals ein Kommunist in die Führungsspitze des Abgeordnetenhauses gewählt worden. Für Filip, der 1983 in die Kommunistische Partei eingetreten war, stimmten 105 der 200 Abgeordneten. Da die Kommunisten nur über 41 Sitze verfügen, muss er bei der geheimen Wahl noch Stimmen aus anderen Parteien bekommen haben.

Havel spricht mit Chirac über EU-Erweiterung und tschechische Kultursaison in Frankreich

Präsident Vaclav Havel, der am Dienstagmittag zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch in Frankreich eingetroffen ist, hat in Paris mit seinem französischen Amtskollegen Jacques Chirac über die Erweiterung der Europäischen Union sowie den nächsten NATO-Gipfel gesprochen, der im Herbst in Prag stattfindet. Weiteres Thema war die tschechische Kultursaison, die derzeit in Frankreich läuft und bei der es sich um die größte Schau tschechischer Kultur im Ausland in den vergangenen zehn Jahren handelt. Havel sagte nach dem Treffen mit Chirac, er sei angenehm überrascht gewesen, wie gut der französische Präsident über dieses kulturelle Ereignis informiert sei.

Handelsministerium schließt Waffenlieferungen an den Irak über Syrien aus

Das tschechische Handelsministerium hat einen israelischen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach Syrien unter anderem in Prag heimlich Waffen für den Irak kaufe. Seit mehr als zwei Jahren sei keine Ausfuhrgenehmigung mehr für Waffen nach Syrien erteilt worden, sagte Sprecherin Anna Starkova am Dienstag in Prag. Sie schloss nicht aus, dass tschechische Waffen nach Syrien geschmuggelt worden sein könnten. Auf legalem Wege könne dies jedoch nicht passiert sein, so Starkova. Die israelische Zeitung "Haaretz" hatte am Montag berichtet, Syrien liefere dem Irak unter anderem tschechische Flugabwehrkanonen.

Gorbacev trifft sich vor Karlsbad-Besuch mit Zeman

Der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbacev ist am Dienstag vor seinem Kuraufenthalt im westböhmischen Karlovy Vary/Karlsbad mit Ex-Premier Milos Zeman in Prag zu einem Gespräch unter vier Augen zusammen gekommen. Wie aus dem Regierungsamt verlautete, habe es sich um eine freundschaftliches Treffen gehandelt, bei dem beide von niemandem gestört werden wollten. Zeman war erstmals im April 1997 mit Gorbacev zusammen getroffen und ihm für seine Politik gedankt, die 1989 zum Erfolg der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei beigetragen hatte. Ein weiteres Treffen folgte 1999 anlässlich des zehnten Jahrestages der Ereignisse von 1989.

Greenpeace: Alarmierende Quecksilberwerte bei Chemiewerk in Böhmen

Tschechische Umweltschützer haben alarmierende Mengen Quecksilber im Boden des nordböhmischen Chemiewerks Spolana in Neratovice an der Elbe festgestellt. Die Konzentration des Schwermetalls liege in einigen Bereichen bis zu 100 000 Mal höher als in normaler Erde, teilte ein Toxikologie-Experte der tschechischen Greenpeace-Sektion am Dienstag in Prag mit. Das Quecksilber könne bei einer Überflutung des untersuchten Gebiets eine schwere Vergiftung der Elbe hervorrufen. Das Unternehmen Spolana äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Spolana gilt als schweres Erbe der kommunistischen Ära in der Tschechoslowakei und war bisher vor allem wegen einer Dioxin- Belastung bekannt.

In Tschechien bekennen sich 39 000 Menschen zur deutschen Nationalität

In Tschechien bekennen sich 39 000 Menschen zur deutschen Nationalität. Das sind knapp 0,4 Prozent der Bevölkerung. Die größte nationale Minderheit in Tschechien bilden die 193 000 Slowaken, wie aus den am Dienstag in Prag veröffentlichten endgültigen Ergebnissen der Volkszählung aus dem vergangenen Jahr hervorgeht. Anhaltspunkt für die Entscheidung sei bei den meisten Befragten die Muttersprache gewesen, sagte ein Statistiker der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Von den 10,3 Millionen Einwohnern des Landes bekannten sich außerdem 52 000 zur polnischen, 22 000 zur ukrainischen sowie 18 000 zur vietnamesischen Nationalität.

Zwei Tote bei Überschwemmungen - Hohe Materialschäden

Bei schweren Unwettern sind am Dienstag in Tschechien zwei Menschen ums Leben gekommen. Die beiden über 60jährigen Frauen seien bei starken Überschwemmungen in Mähren ertrunken, teilten die Behörden mit. Im östlichen Landesteil wurden zahlreiche Wohnungen und Fahrzeuge überflutet. Einige Häuser drohten einzustürzen, sagte ein Feuerwehrmann. Bei einem Blitzeinschlag auf einer regennassen Weide kamen 22 Kühe ums Leben. In der Nacht zu Dienstag war es auf Grund der Überschwemmungen in zahlreichen Kommunen zu Stromausfällen gekommen.