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Tschechien zieht Teile seines Botschaftspersonals aus Syrien ab

Die Tschechische Republik wird Teile ihres Botschaftspersonals aus Syrien abziehen. Das erklärte Außenminister Karel Schwarzenberg am Dienstag am Rande eines Treffens der Nato-Außenminister in Brüssel. Wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage wolle er alles nicht notwendige Personal zurückrufen, so Schwarzenberg. Bleiben werde aber auf jeden Fall die Botschafterin sowie jenes Personal, dass zur Sicherung auch der amerikanischen Objekte nötig sei, erklärte der tschechische Chefdiplomat.

Tschechien hat im Sommer die konsularischen Interessen der USA in Syrien übernommen und vertritt auch einige andere europäische Staaten, die ihre diplomatischen Missionen wegen der Unruhen im Land bereits früher geschlossen hatten.

Tschechien verlangt Sonderregelung bei Europäischer Bankenunion

Die Tschechische Republik macht ihre Zustimmung zu einer europäischen Bankenunion von einer Sonderregelung abhängig. Finanzminister Kalousek sagte am Dienstag auf dem europäischen Finanzministertreffen in Brüssel, er fordere eine politische Erklärung, dass die nationalen Autoritäten, also die tschechische Nationalbank, mitentscheiden dürfe, wenn Tochtergesellschaften von Banken in Zweigstellen umgewandelt werden sollten. Zweigstellen unterlägen nämlich nicht den Regeln der heimischen Regulatoren, so Kalousek weiter.

90 Prozent des tschechischen Bankensektors befindet sich in der Hand von Tochtergesellschaften ausländischer Banken mit Sitz in der Eurozone. Tschechien fürchtet daher, die Kontrolle über die Bankenaufsicht zu verlieren. Der Vorstoß des tschechischen Finanzministers wird aber nur von wenigen Staaten mitgetragen, dazu gehören Ungarn und Bulgarien.

Staatspräsident Klaus verteidigt Temelín-Ausbau bei Staatsbesuch in Ungarn

Der tschechische Staatspräsident Václav Klaus ist am Dienstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch nach Ungarn gereist. Nach einem Treffen mit dem ungarischen Staatspräsiden János Áder erklärte Klaus, beide Länder hätten ein gemeinsames Interesse am Ausbau der Atomkraft. Man werde über die Kernkraft im Rahmen der Europäischen Union als souveräne Staaten entscheiden und diese Entscheidung verteidigen, so Klaus gegenüber Journalisten. Ungarn wird in Kürze einen Auftrag zum Ausbau des einzigen Atomkraftwerks des Landes in Paks ausschreiben. Dabei erhoffe man sich, von den Erfahrungen der Tschechen aus dem Ausschreibungsverfahren profitieren zu können, erklärte der ungarische Staatspräsident Áder.

Klaus trifft in Budapest noch mit dem ungarischen Premier Viktor Orbán sowie mit weiteren Politikern zusammen. Am Mittwoch wird Klaus die Stadt Debrecen besuchen.

Schweden legt günstigeren Leasingvertrag für Gripen-Abfangjäger vor

Das aktuelle schwedische Angebot zur Verlängerung des Leasing-Vertrags, der Tschechien die Nutzung von Abfangjägern des Typs Gripen ermöglicht, ist nun um zehn Prozent günstiger ausgefallen, als das vorhergehende. Das sagte Verteidigungsminister Alexandr Vondra am Montagabend nach der Sitzung des Sicherheitsrates der Tschechischen Republik. Das Angebot gelte bis zum Ende des ersten Quartals 2013. Der Verteidigungsminister erklärte, Tschechien werde auch weiterhin eine eigene Abfangjäger-Einheit haben. Dies sei ein Zeichen der staatlichen Souveränität, so Vondra. Über die eventuelle Verlängerung des Leasing-Vertrags muss nun das Regierungskabinett entscheiden. Vondra regte eine Beratung über das Angebot auch mit der Opposition an.

Den Leasing-Vertrag für die Nutzung von 14 schwedischen Abfangjägern hat das Regierungskabinett von Vladimír Špidla (ČSSD) im Jahr 2004 verabschiedet. Der Vertrag läuft Ende 2014 aus.

Realer Durchschnittslohn in Tschechien sinkt weiter

Das Durchschnittsgehalt in der Tschechischen Republik ist im dritten Quartal 2012 erneut gesunken. Im Jahresvergleich stiegen die Gehälter zwar um 1,4 Prozent an, inflationsbereinigt fielen die Reallöhne jedoch um 1,8 Prozent. 2011 bezog ein tschechischer Arbeitnehmer im Durchschnitt 24.166 Kronen (etwa 966 Euro) brutto, im Jahr 2012 waren es 24.514 Kronen (etwa 980 Euro). Vor allem im öffentlichen Dienst fallen die Löhne bereits seit 2010 konstant. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2012 haben sie sich um 2,3 Prozent verringert. Der Mindestlohn ist dagegen seit 2007 stabil geblieben, er liegt bei 8000 Kronen (320 Euro) monatlich.

In der Hauptstadt Prag liegt der Durchschnittslohn höher, ein Arbeitnehmer verdient hier 31.492 Kronen, allerdings ist der Zuwachs mit 26 Kronen auch am niedrigsten im gesamten Land ausgefallen. Die Zahlen veröffentlichte das tschechische Statistikamt am Dienstag.

Tschechische Armee schließt Militärflughafen Přerov

Die tschechische Armee wird den Militärflughafen in Přerov zum 1. Januar 2013 aufgeben. Das erklärte der scheidende Verteidigungsminister Alexandr Vondra am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Die dort stationierten Hubschrauber-Einheiten sollen auf den Flugplatz in Náměšť nad Oslavou verlegt werden. Über die Schließung der Flugbasis in Přerov wurde schon länger spekuliert. Grund für die Maßnahme ist nach Meinung der Armeeführung ein Überhang an Flugbasen in Tschechien.

Das Gelände soll nun von der staatlichen Firma Lom Praha entwickelt werden. Die Gemeinde Přerov überlegt bereits seit längerer Zeit, einen zivilen Regionalflughafen zu eröffnen.

Deutscher in Domažlice wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht

In Domažlice / Taus wurde am Dienstag das Verfahren gegen einen Deutschen wegen schwerer Körperverletzung eröffnet. Der Mann hatte im November 2011 in der Nähe von Domažlice eine Frau zehn Kilometer auf der Motorhaube seines Autos mitgeschleift. Erst die Polizei konnte den Deutschen stoppen, stellenweise soll er bis zu 90 km/h schnell gefahren sein. Die Frau erlitt keine Verletzungen, klagt aber bis heute über psychische Probleme.

Der Angeklagte wies am Dienstag alle Schuld von sich. Er sei bedroht worden und habe um sein Leben gefürchtet, so der Verteidiger des Mannes. Der Deutsche soll der Frau Geld geschuldet haben. Als er ihr das Geld auf einem Parkplatz zurückgeben wollte, habe sie einen Bekannten mitgebracht. Nachdem dieser handgreiflich geworden sei, habe er Angst bekommen und sei losgefahren, so der Angeklagte. Von Kindheit an sei ihm Gewalt fremd, erklärte der Mann bei seiner Verteidigung, er sei anständig und langsam gefahren und habe eine Polizeistation gesucht. Bei einer Verurteilung droht dem Deutschen eine Haftstrafe von drei bis vier Jahren. Das Gericht will seine Entscheidung am Freitag fällen.

Zahl der Haushalte mit Internetanschluss hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt

Derzeit haben 65 Prozent der Haushalte in Tschechien einen Internetanschluss, das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anschlussdichte hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. 67 Prozent der Familien hat wenigstens einen PC in der Wohnung, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von zwei Prozent bedeutet.

Im europäischen Vergleich liegt Tschechien damit leicht unter dem Durchschnitt auf dem 15. Platz der 27 Mitgliedstaaten. Europaweit sind im Durchschnitt 67 Prozent der Haushalte an das Internet angebunden und 77 Prozent haben einen PC.

Ausstellung über Gustav Mahler im Prager Palais Clam-Gallas eröffnet

Eine Ausstellung über Leben und Werk des Komponisten Gustav Mahler öffnet am Dienstag im Prager Palais Clam-Gallas. Die Ausstellung zeigt Fotografien, auf denen der Komponist und seine Familie zu sehen sind sowie die Orte, in denen Mahler lebte. Zudem sind im Palais Mahlers Karikaturen sowie Bücher über sein Werk ausgestellt. Die Ausstellung ist bis zum 16. Dezember geöffnet.

Im Museum in Písek beginnt Ausstellung von Weihnachtskrippen

Eine Weihnachtskrippenausstellung wird am Dienstag im Regionalmuseum in südböhmischen Písek eröffnet. Die Mehrheit der Exponate stammt aus der Region von Prácheň. Zu sehen sind Weihnachtskrippen aus Papier, Gips, Holz, Keramik und Glas. Am ältesten sei die große Weihnachtskrippe aus der Kirche von Netolice, die aus dem 18. Jahrhundert stammt, sagte der Ethnograf und Kurator der Ausstellung, Jan Kouba. Ein Besuchermagnet ist die Weihnachtskrippe von Vladimír Müller vom Ende des 20. Jahrhunderts. Unter den Figuren, die das Jesuskind anbeten, sind einige berühmte tschechische Persönlichkeiten zu erkennen, die aus Südböhmen stammten – wie der Maler Mikoláš Aleš, der Historiker und Schriftsteller August Sedláček, der Violinvirtuose Otakar Ševčík oder Dichter Fráňa Šrámek. Die Ausstellung ist im Museum in Písek noch bis zum 30. Dezember zu sehen.

Das Wetter am Mittwoch: bewölkt, Schneeschauer, bis 3 Grad

Am Mittwoch ist es in Tschechien überwiegend dicht bewölkt, örtlich kommt es zu Schneeschauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen -1 und +3 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter sinken die Temperaturen auf -4 Grad Celsius.