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Verkehrsministerium will Städte wegen Problemen mit Kfz-Register entschädigen

Das Verkehrsministerium wird die Städte und Gemeinden entschädigen, denen durch die Probleme mit dem tschechischen Kraftfahrzeug-Register Schäden entstanden sind. Dies gab Minister Pavel Dobeš (Lidem) nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Gemeindebundes, Dan Jiránek, bekannt. Die Höhe der Entschädigungen soll sich nach den Ausfallzeiten des Registers, der Zahl der eingesetzten Arbeitskräfte auf den Ämtern und der durchschnittlichen Lohnhöhe richten.

Seit der Einführung einer neuen Software am 9. Juli spielt das Kfz-Register verrückt. Die Zulassung von Kraftfahrzeugen geht deswegen auf vielen Ämtern nur langsam vonstatten. Am Mittwoch kam es erneut zu einem mehrstündigen Totalausfall. Premier Petr Nečas hat dem Verkehrsminister ein Ultimatum gestellt: Sollten die Probleme mit dem Register nicht bis Freitag behoben sein, müsse Dobeš seinen Rücktritt einreichen.

Partei Lidem zeigt sich unzufrieden mit Kfz-Register und eigenem Minister

Der Gründungsausschuss der Partei Lidem mit Vizepremierministerin Karolína Peake an der Spitze äußerte sich sehr unzufrieden über die Einführung der neuen Software für das tschechische Kraftfahrzeug-Register. Die Kritik richtete sich auch und besonders gegen Verkehrsminister Pavel Dobeš, der aus den eigenen Reihen kommt. Sollte Premier Petr Nečas am Freitag seine Drohung wahrmachen und Minister Dobeš deshalb von seinem Amt abberufen, dann wird erwartet, dass Lidem in sämtliche Personaldiskussionen um den Nachfolger von Dobeš einbezogen werde. Schließlich sei das Ministerium laut Koalitionsvertrag ihrer sich formierenden Partei anvertraut worden, teilte Peake am Donnerstag in einer Presse-Erklärung mit.

Am Donnerstag funktionierte die Software des Registers einwandfrei. Andererseits waren mehrere Kfz-Meldestellen im Land geschlossen, da sie donnerstags keine Besucherzeiten haben. Daher sei es möglich, dass das System am Montag wieder zusammenbreche, wenn sämtliche Kfz-Meldestellen geöffnet haben, befürchtet ein Abgeordneter der Sozialdemokraten.

Unternehmer bitten EU um Hilfe bei Aufhebung der Visumspflicht gen Osten

Die Unternehmer aus Tschechien und weiterer europäischer Länder haben die Europäische Kommission und die Regierungen der EU-Staaten aufgefordert, für eine Aufhebung der Visumpflicht nach Russland, der Türkei, der Ukraine und weiteren östlichen Ländern zu sorgen. Die gegenwärtigen diplomatischen Verhältnisse stellten ihrer Meinung nach ein großes Problem in den geschäftlichen Beziehungen zu diesen Ländern dar. Für die tschechische Seite unterzeichnete der größte Arbeitgeberverband des Landes, der Verband für Industrie und Verkehr (SP ČR), den Bittbrief. Zu den weiteren Unterzeichnern des Papiers gehören auch die tschechischen Nachbarstaaten Deutschland und Polen.

AKW Temelín geht wegen Austausch von Brennstäben vom Netz

Das südböhmische Atomkraftwerk Temelín wird am Freitagabend vom Netz genommen, damit ein Viertel der Brennstäbe ausgetauscht werden kann. Der routinemäßige Stopp soll 50 Tage dauern. Dabei würden auch Sicherheitschecks durchgeführt, wie ein Sprecher des Meilers sagte. Insgesamt sollen 43 der 163 Brennstäbe ausgetauscht werden, die verbrauchten Stäbe werden in zwei Castorbehältern in das Zwischenlager am AKW verbracht. Tschechien ist bisher noch auf der Suche nach einem Atommüllendlager. Das Zwischenlager in Temelín besitzt die Kapazität für die Aufnahme von Brennstäben aus 30 Betriebsjahren des Reaktors.

Autohersteller Škoda steigert Verkaufszahlen

Der Autohersteller Škoda hat in der ersten Hälfte dieses Jahres seinen Verkauf gesteigert. 408.000 verkaufte Autos bedeuteten einen Anstieg von 12,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Damit erhöhte sich der Umsatz um 6,6 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, wie aus einer Pressemeldung des VW-Konzerns hervorgeht. Škoda Auto mit Sitz im mittelböhmischen Mladá Boleslav / Jungbunzlau ist seit den 90er Jahren Teil des Konzerns aus Wolfsburg. Laut der Presseaussendung waren vor allem die Modelle Roomster, Yeti und Octavia bei den Käufern in den ersten sechs Monaten des Jahres beliebt.

Umweltschützer: Tschechiens Landwirtschaft setzt zuviel Düngemittel ein

Die tschechischen Landwirte haben zum Pflanzenschutz im vergangenen Jahr um einige Prozent mehr an Düngemitteln und Chemikalien eingesetzt als im Jahr 2010. Das geht aus den Angaben hervor, die im dieser Tage veröffentlichten Jahresbericht zum Stand der Landwirtschaft veröffentlicht wurden. Ökologen kritisieren diese Entwicklung, ungeachtet der Tatsache, dass der Verbrauch an Düngemitteln weiterhin um zirka die Hälfte geringer ist als vor dem Jahr 1990 und ebenso bedeutend niedriger ist als in Westeuropa.

Zum Vergleich: Der Gesamtverbrauch von reinen Nährstoffen im abgegebenen Mineraldünger betrug im letzten Jahr 118,5 Kilogramm je Hektar Ackerfläche, im Jahr zuvor aber nur 93 Kilogramm je Hektar. Demgegenüber steht die positive Entwicklung in der ökologischen Landwirtschaft, in der weder Kunstdünger noch Chemikalien eingesetzt werden dürfen. Der Anteil dieses Bereichs an der gesamten Agrarwirtschaft des Landes ist in Tschechien einer der höchsten in Europa. Die Anzahl der Ökofarmen in Tschechien ist im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 3920 Betriebe gewachsen.

Prager Forscher entdeckten: Termiten mit explosiven Rucksäcken opfern sich für ihr Volk

Auch im Tierreich gibt es Selbstmord-Attentäter! Diese Entdeckung haben Jan Šobotník und seine Mitarbeiter von der tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag gemacht. Bei Termiten der Art Neocapritermes taracua entdeckten sie explosive Rucksäcke, die diese Lebewesen zum Schutz ihrer Kolonie einsetzen. Beim Angriff eines Feindes bringen sie spezielle Taschen auf ihrem Leib zum Platzen und setzen so eine klebrige Flüssigkeit frei, die für andere Termiten giftig ist. Ein internationales Forscherteam hat nun in Washington gezeigt, dass die Giftpakete bei älteren Termiten besonders dick gepackt sind. Da mit dem Alter die Schärfe der Mundwerkzeuge nachlässt und die Tiere sich dann weniger effektiv an der Nahrungssuche beteiligen können, dienen die „Senioren“ ihrer Kolonie auf diese Weise, vermuten die Forscher.

Die tschechischen Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die explosiven Rucksäcke bei den Neocapritermes-Termiten an der Verbindung zwischen Brust und Hinterleib befinden. Bei einigen Tieren sind die Taschen gut an ihrer blauen Farbe zu erkennen, bei anderen sind sie weiß. Die Forscher fanden, dass sich bei Angriffen von anderen Termiten (Labiotermes labralis) die „blauen Termiten“ besonders aggressiv verhalten: Sie beißen zunächst und setzen dann ihre explosive Ladung frei. Dabei sterben sie.

Facebook-Profil gefälscht: Bewährungsstrafe für Tschechin

Weil sie ein falsches Profil der örtlichen Kommunisten-Chefin bei Facebook erstellt hatte, ist eine Frau in Tschechien zu einer viermonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Ein Bezirksgericht in Liberec / Reichenberg sprach sie wegen Verletzung fremder Rechte schuldig, wie die Presseagentur ČTK am Donnerstag berichtete. Die Frau hatte bei Facebook unter dem Namen der Politikerin Kommentare veröffentlicht, die nach Meinung des Gerichts den Standpunkten der kommunistischen Partei KSČM widersprachen. Als mögliches Motiv nannte der Richter Eifersucht im Streit um einen Mann.

Bayerische Kultur sammelt Programmideen für Kulturhauptstadt Pilsen 2015

Eine große Zahl bayerischer Städte, Gemeinden und Kulturinstitutionen hofft auf die Sogwirkung, die das westböhmische Plzeň / Pilsen als Kulturhauptstadt Europas 2015 entfalten dürfte. Das deutsch-tschechische Centrum Bavaria Bohemia hat bereits über 100 Programmideen im Umfang von drei Millionen Euro für einen bayerischen Beitrag gesammelt, wie die Presseagentur ČTK berichtete. Ein Teil des Geldes solle aus Bayern kommen, über eine Unterstützung aus Pilsen werde noch verhandelt, hieß es.

Laut einem der Vorschläge könnte beispielsweise an die regelmäßigen Züge zwischen Regensburg und Pilsen jeweils ein zur Kulturbühne umgestalteter Sonderwaggon angehängt werden. Ein anderer Vorschlag entwirft einen „Highway of Arts“. Dabei würden Kunstobjekte entlang der Via Carolina installiert. 50 der Ideen sind derzeit im Centrum Bavaria Bohemia im bayerischen Schönsee ausgestellt.

Zuschauer kehren in Tschechiens Kinos zurück: 16 Prozent mehr als 2011

Die Tschechen gehen wieder öfter ins Kino. Im Vergleich zum ersten Halbjahr des vorigen Jahres ist die Zahl der Kinobesucher in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 16 Prozent gestiegen. Und das, obwohl sich die Eintrittspreise im Schnitt etwas erhöht haben, gab die Union der Kinobetreiber (UFD) am Donnerstag bekannt.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres registrierten die Kinos 5,3 Millionen Besucher. Die Ticketeinnahmen lagen mit umgerechnet 24 Millionen Euro um 17 Prozent über dem Verkaufsergebnis zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die zunehmende Rückkehr der Zuschauer sei auf das attraktive und vielschichtige Filmangebot, insbesondere an tschechischen Produktionen zurückzuführen, sagte der Sekretär der Union, Jaroslav Pecka.

Olympia London: Tschechiens Team im olympischen Dorf feierlich begrüßt

Gemeinsam mit den Teams aus Kuba, Norwegen und Ecuador sind die tschechischen Olympiastarter am Donnerstag feierlich im olympischen Dorf in London begrüßt worden. Bei dem offiziellen Zeremoniell wurden die Nationalhymnen intoniert und die Landesflaggen gehisst. Weiterer Bestandteil der Zeremonie war eine Tanzkreation nach einer Komposition der legendären britischen Rockgruppe Queen. Für mehrere tschechische Sportler war das Zeremoniell auch der persönliche Auftakt zu den Sommerspielen – die Basketballspielerinnen zum Beispiel verzichten auf die Eröffnungsfeier am Freitag, weil sie gleich am Samstag im ersten Gruppenspiel gegen China ran müssen.

Das Wetter am Freitag: wolkenlos bis heiter, bis 31 Grad heiß

Am Freitag ist es in Tschechien wolkenlos bis heiter, etwas stärkere Bewölkung vereinzelt nur im Osten des Landes. Dort sind auch Schauer oder Gewitter möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 27 bis 31 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte bis zu 24 Grad.