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Koalitionsstreit um Haushaltspakt: Top 09 greift erneut Premier an

Petr Gazdík, Fraktionsvorsitzender der Partei Top 09, hat in einem Interview mit dem Internetserver aktualně.cz erneut die Entscheidung von Premiers Nečas angegriffen, sich nicht am EU-Fiskalpakt zu beteiligen. Die Koalition erziele Ergebnisse, die aber niemand für gut befinde, und dies weite die Regierung nun auch auf die europäische Ebene aus, so der Fraktionsvorsitzende. Allerdings fand er auch beschwichtigende Worte. Der Vorsitzende der Partei Top 09, Außenminister Karel Schwarzenberg, hatte in der vergangenen Woche mit dem Austritt aus der Koalition gedroht. So weit wolle es Gazdík aber nicht kommen lassen. Er werde mit Schwarzenberg sprechen und ihn überzeugen, dass ein Austritt keine gute Idee sei, erklärte Gazdík im Interview.

VV-Partei: Verzögerte Auszahlung der Sozialhilfe soll von Koalitionsspitzen besprochen werden

Die Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV), der kleinste Koalitionspartner in der regierenden Mitte-Rechts-Koalition, hat am Sonntag gefordert, ein Treffen der Koalitionsspitzen einzuberufen, um die verzögerte Auszahlung der sozialen Hilfsleistungen zu erörtern. Das sagte der Fraktionsvorsitzende der Partei, Vít Bárta, am Sonntag dem Privatfernsehsender Prima Family. Der Sprecher der Regierungs wollte ein Treffen der Koalitionsspitzen in der nächsten Woche jedoch nicht bestätigen. Die Situation bei der Auszahlung sei ernst, einen Rücktritt des Arbeitsministers, Jaromír Drábek, fordere seine Partei jedoch nicht, erklärte Bárta.

Die Auszahlung der sozialen Hilfeleistungen verzögert sich seit Jahresbeginn aufgrund einer Reform der zuständigen Behörden. Die Mittel sollen nun zentral von den Arbeitsämtern ausgezahlt werden. Dazu hatten die Arbeitsämter zahlreiche Angestellte der Rathäuser übernommen und eine neue Software eingeführt. Weil aber gerade diese Software nicht richtig funktioniert, mussten die Angestellten an den Wochenenden Sonderschichten fahren. Die rechtzeitige Auszahlung konnte jedoch trotzdem nicht gewährleistet werden.

Tschechen sparen bei Bekleidungs- und Schuhkauf

Die Wirtschaftskrise hat das Einkaufsverhalten der Tschechen bei Kleidung und Schuhen geändert. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Incoma GfK hervor. Danach kaufen mehr Leute als früher Kleidung oder Schuhe nur noch bei Preisermäßigungen oder Ausverkaufsaktionen. Waren es im Jahr 2009 noch 65 Prozent, gaben in der aktuellen Untersuchung bereits 79 Prozent an, vermehrt auf Angebote zu achten. 33 Prozent davon gaben an, generell nur noch verbilligte Sachen zu kaufen und 29 Prozent kaufen generell weniger Kleidung.

Schlecker will in Tschechien weiter investieren

Die angeschlagene Drogeriekette Schlecker will in Tschechien weiter investieren. Obwohl in Deutschland das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, will die Firma im Jahr 2012 ihre Läden hierzulande modernisieren und neue Geschäfte eröffnen. Das sagte der Direktor der tschechischen Tochterfirma, Petr Doležal, der Presseagentur ČTK. Am meisten schade dem Unternehmen die Panik, die nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens aufgekommen sei, so Doležal weiter, dabei habe sich die Mehrheit der Lieferanten bereit erklärt, weiter mit der Drogeriekette zusammenzuarbeiten.

Schlecker betreibt 7000 Filialen und 3000 weitere Geschäfte in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Portugal. Zu Ende 2011 arbeiteten 30.000 Angestellte in Deutschland und 17.000 Angestellte im Ausland für den Discounter.

Tschechische Bahnen führen spezielle Abteile nur für Frauen ein

Die Tschechischen Bahnen wollen spezielle Abteile nur für Frauen einführen. Vor allem in den Expresszug- und Eurocityverbindungen nach Österreich, Deutschland und in die Slowakei sollen diese Abteile eingerichtet werden, so eine Sprecherin der Bahngesellschaft. Diese Abteile sollen Frauen und Mädchen ein besseres Sicherheitsgefühl geben. Viele Frauen würden sich unwohl fühlen, wenn sich in einem geschlossenen Raum mit Männern sitzen müssten, ergänzte die Sprecherin. Spezielle Abteile für Frauen sind in Europa bislang nicht besonders verbreitet, die österreichischen Bahnen bieten sie auf ihren IC/EC-Verbindungen an.

In den tschechischen Eurocity-Zügen gibt es fast ausschließlich Abteilwagen. Großraumwagen, wie sie in Deutschland zunehmend üblich sind, finden sich nur in Regionalzügen.

Ivan Liška erhält Deutschen Tanzpreis 2012

Der Tscheche Ivan Liška hat Samstagabend in Essen den Deutschen Tanzpreis verliehen bekommen. Der 61-jährige Prager hatte seine Heimat nach dem Prager Frühling verlassen und tanzt seitdem auf deutschen Bühnen. Seit 1998 ist er Direktor des Bayerischen Staatsballetts, wo er auf eine große Bandbreite von Tanzstilen und auf den Nachwuchs setzt: Er gründete die Junior Company. Unter Liška geht das Bayerische Staatsballett oft auf Tour und setzte selbst im Fernen Osten Akzente. Als Choreograph liebt der Tscheche die Zurückhaltung. Zu Klassikern wurden seine Produktionen „Dornröschen“ und „Le Corsaire“. Dabei verknüpfe er den historisch reflektierten Umgang mit der Choreographie und das Zeitgefühl des heutigen Publikums, würdigte die Jury ihren diesjährigen Preisträger.

Fed Cup: Das tschechische Damenteam gewinnt in Stuttgart

Das tschechische Damentennisteam konnte am Sonntag in Stuttgart nach dem dritten Einzel alles klar machen. Nachdem die Tschechinnen bereits am Samstag beide Einzel gewonnen hatten, konnte Petra Kvitová am Sonntagmittag gegen die Deutsche Sabine Lisicki alles klar machen. Allerdings musste die Nummer 2 der Welt, Petra Kvítová, erneut kämpfen. Lisicki zeigte sich nach ihrer Pleite gegen Iveta Benesova deutlich verbessert. Mit aggressivem Power-Tennis und positiver Körpersprache gestattete sie der Weltranglisten-Zweiten Kvítova im ersten Durchgang keine einzige Breakchance und holte sich im Tiebreak souverän die Satzführung. Im zweiten Durchgang reichte Kvítova im letzten Spiel dann eine kurze Schwächephase der Berlinerin, um nach Sätzen auszugleichen. Lisickis Widerstand war damit entscheidend geschwächt, der Rest Formsache für die Favoritin aus Tschechien. Nach dem Spiel zeigte sich Kvítová erleichtert. Sie sei zufrieden, dieses Spiel gewonnen zu haben, schließlich hatte Sabine nichts zu verlieren gehabt. Tschechien wird nun im April im Halbfinale spielen, während das deutsche Team erneut in der Relegation gegen den Abstieg aus der Weltgruppe 1 spielen muss.

Das Wetter am Montag: klarer Himmel, -12 bis -8 Grad Celsius

Am Montag ist es in Tschechien überwiegend klar und weiterhin sehr kalt. Bei durchziehender Bewölkung ist mit schwachem Schneefall zu rechnen. Im Tagesverlauf kommt von Südosten Bewölkung auf und gegen Abend kommt es in der südöstlichen Landeshälfte häufig zu Schneefällen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -12 bis -8 Grad Celsius, in Lagen um 1000 Meter bei -14 Grad Celsius.