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Premier Nečas hält Proteste gegen Hochschulreform für unangebracht

Der tschechische Premierminister Petr Nečas bezeichnete die Proteste der Studenten und Akademiker gegen die geplante Hochschulreform seiner Regierung als unangebracht. In einem Moment, in dem nur Sachvorschläge für Gesetze auf dem Tisch lägen, sei ein Feuerwerk von Protesten nicht adäquat, so Nečas. Er halte die Hochschulreform für wichtig und unerlässlich, ergänzte der Premier. Zu Protesten gegen die Reformen hatte am Donnerstag eine Versammlung von Studenten und Angestellten der Prager Karlsuniversität aufgerufen. Bildungsminister Josef Dobeš hatte den Rektor der Karlsuniversität, Václav Hampl, im Vorfeld beschuldigt, mit der Einberufung einer solchen Versammlung „soziale Unruhen“ zu schüren.

Kreis Pilsen verabschiedet Deklaration zum Ausbau der Eisenbahnstrecke nach München

Der Kreis Plzeň / Pilsen hat am Montag eine Deklaration zum Ausbau der Eisenbahnverbindung Pilsen – München verabschiedet, die gemeinsam mit der Regierung Oberpfalz ausgearbeitet wurde. Sie soll von der Führung des Kreises Pilsen gemeinsam mit den bayerischen Landräten Ende Januar in Furth im Wald unterschrieben werden. Das sagte der Kreisrat Jaroslav Bauer der Presseagentur ČTK am Montag. In der Deklaration bitten beide Seiten die jeweiligen tschechischen und deutschen Verkehrsministerien um Priorität beim Ausbau des Schienenkorridors von Prag nach München über Pilsen, Domažlice und Regensburg. Auf tschechischer Seite muss vor allem das 65 Kilometer lange Stück Pilsen – Domažlice ausgebaut werden, dass bereits seit 150 Jahren existiert, aber nur eingleisig und nicht elektrifiziert. Auf deutscher Seite muss vor allem die Strecke zwischen Furth im Wald und Regensburg ausgebaut werden. Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse des Bundesverkehrsministeriums hat die Strecke allerdings als „nicht-wirtschaftlich“ eingestuft.

Verhandlungen zwischen Bildungsminister und Vertretern der Hochschulesenate gescheitert

Am Montag sind die Verhandlungen zwischen Bildungsminister Josef Dobeš und Vertretern der Hochschulsenate gescheitert. Die Hochschulen erwarten, dass Dobeš die vorbereiteten Gesetze zu einer Hochschulreform zurückzieht. Wir wollten vom Minister hören, dass er die beiden Reformvorschläge zum Hochschulgesetz und zu den Studiengebühren nicht in die Regierungsverhandlungen einbringen werde, allerdings habe er dies abgelehnt, so der Vorsitzende des Senats der Prager technischen Universität, Petr Konvalinka. Der Bildungsminister sagte gegenüber der Presseagentur ČTK, dass die Anwesenden einige Anregungen hatten und über die Reformen diskutieren wollten. Konvalinka aber habe die Verhandlungen unterbrochen und erklärt, wenn die beiden Gesetzesvorhaben nicht zurückgezogen werden, gebe es nichts zu diskutieren, so Dobeš weiter.

Die regierende Mitte-Rechts-Koalition möchte eine Hochschulreform auf den Weg bringen, deren Kernpunkte eine Aufsicht der Hochschulen durch einen mit Personen des öffentlichen Lebens besetzten Rat und die Einführung von Studiengebühren sein sollen. Gegen beide Punkte haben sich der Rat der Hochschulen sowie die tschechische Hochschulrektorenkonferenz ausgesprochen. Am Dienstag sind weitere Verhandlungen im Bildungsministerium geplant, dann werden die Hochschulrektoren zu Gesprächen mit Minister Dobeš zusammenkommen.

Zwangsvollstreckungsverfahren gegen Hauptstadt Prag eingestellt

Eine Zwangsvollstreckung gegen die Hauptstadt Prag, die am Wochenende bekannt geworden war, wurde am Montag gestoppt. Das erklärte der Prager Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda gegenüber Journalisten. Verantwortlich für das Exekutionsverfahren sei ein Fehler einer Angestellten gewesen, die vergessen habe, eine fällige Rate an eine Wohnungsgenossenschaft in Prag 6 zu überweisen. Die fällige Rate sei bereits angewiesen worden, ergänzte Svoboda. Am Freitag hatte ein Gericht die Pfändung des Besitzes der Stadt Prag wegen einer offenen Forderung in Höhe von cirka 160.000 Kronen (6400 Euro) angeordnet. Die Hauptstadt Prag durfte daher bis zum Montag offiziell nicht mehr über ihren Besitz, wie zum Beispiel das Altstädter Rathaus oder die Karlsbrücke verfügen. Oberbürgermeister Svobada stelle am Montag gegenüber der Kammer der Gerichtsvollzieher dann die Frage, ob es wegen einer Forderung von 160.000 Kronen angemessen sei, den unbezahlbaren kulturellen Besitz der Stadt sowie Werte in Höhe von Milliarden pfänden zu lassen.

Hühner aus Deutschland nicht mit Antibiotika versetzt

Die tschechische Veterinärverwaltung hat in den vergangenen Tagen mehrere Proben von deutschem Hühnerfleisch auf Rückstände von Antibiotika untersucht, aber keine Reste des Arzneimittel nachweisen können, so ein Sprecher der Behörde gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK. Die Prüfung wurde anberaumt, weil bei der staatlichen Kontrollbehörde am 10. Januar Hinweise der deutschen Naturschutzorganisation BUND eingegangen waren, dass mehrere Hühnerfleischlieferungen in Deutschland mit Antibiotika verseucht gewesen seien. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht ist in Tschechien, genauso wie in Deutschland, nur bei kranken Tieren erlaubt. Das hoch spezialisierte Labor der staatlichen Veterinäre in Jihlava / Iglau konnte jedoch keine Spuren von Antibiotika finden. Deutschland steht bei der Lieferung von Hühnerfleisch nach Tschechien an fünfter Stelle.

Kinobesuch 2011 um ein Fünftel gefallen

Der Kinobesuch ist in Tschechien im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel gefallen. Damit erzielten die hiesigen Kinos die niedrigste Besucherzahl seit sechs Jahren. 2010 strömten noch über 13,5 Millionen Tschechen in die Kinos, 2011 nur noch 10,8 Millionen. Die Zahlen veröffentlichte die Union der Filmdistributoren am Montag. Der erfolgreichste Film 2011 war die tschechische Komödie „Muži v naději“, Männer mit Hoffnung, den 852.199 Leute sehen wollten. Ein Jahr zuvor, 2010, war der erfolgreichste Film „Ženy v pokušení“, Frauen in Versuchung, der es auf knapp 1,3 Millionen Zuschauer brachte. Der erfolgreichste ausländische Film der letzten Jahre war Avatar, den 2010 in Tschechien 954.108 Menschen gesehen haben.

Schnee blockiert Betrieb auf einigen Eisenbahnstrecken Tschechiens

An mehreren Stellen der Tschechischen Republik sind am Montag in Folge des Unwetters einige Eisenbahnstrecken außer Betrieb. Schnee und umgefallene Bäume blockieren die Strecken zwischen Tanvald und Železný Brod sowie zwischen Smržovka und Josefův Důl in Nordböhmen, sowie zwischen Hanušovice und Staré Město bei Šumperk in Nordmähren. Darüber informierte eine Sprecherin der tschechischen Bahn am Montagmorgen.

Prag meldet höchste Einwohnerzahl in seiner Geschichte

Die Hauptstadt der Tschechischen Republik hat am Montag die höchste Einwohnerzahl in ihrer Geschichte gemeldet. Laut Volkszählung im vergangenen Jahr lebten 1.272.690 Menschen in Prag, das sind 104.000 mehr als noch vor zehn Jahren. Für den Anstieg verantwortlich sind hauptsächlich Ausländer, die 14 Prozent der Prager Einwohner stellen. Damit stammt jeder siebte Einwohner Prags nicht aus der Tschechischen Republik. Die meisten stammen aus der Ukraine, aus Russland und aus der Slowakei. Allerdings wird Prag auch immer älter. Nur 3,5 Prozent der Einwohner sind Kinder, auf 100 Personen über 64 Jahre kommen nur 77 Kinder unter 15 Jahre. Damit hat Prag den niedrigsten Kinderanteil aller Regionen in Tschechien. Gleichzeitig ist die Hauptstadt aber auch die Stadt mit der gebildetesten Bevölkerung. Fast ein Viertel aller Erwachsenen hat einen Hochschulabschluss.

Das Jahr der Architekten Janák und Plečnik beginnt

In Prag beginnt am Montag das Jahr der Architekten Pavel Janák und Josip Plečnik. Die beiden herausragenden Architekten der Zwischenkriegszeit, ein Tscheche und ein Slowene, stehen im Mittelpunkt des Programms, das während des ganzen Jahres Ausstellungen, Vorlesungen und Führungen durch bedeutende Bauten anbietet.

Der slowenische Architekt Josip Plečnik wurde vor genau 140 Jahren geboren. In den Jahren 1920 – 1934 war er als Architekt in Prag tätig, wo er sich vor allem am Umbau der Prager Burg beteiligte. In Prag-Vinohrady hat er vor 80 Jahren seine berühmte Herz-Jesu-Kirche gebaut. Im März dieses Jahres hat auch der bedeutende tschechische Architekt und Rektor der Schule für Kunstgewerbe, Pavel Janák, seinen 130. Geburtstag.

Tennis: Kvitová in Melbourne im Viertelfinale

Die tschechische Wimbledonsiegerin Petra Kvitová steht bei den Australian Open im Viertelfinale. Die Tschechin gewann am Montag in Melbourne gegen die Serbin Ana Ivanovic mit 6:2, 7:6 (7:2) und trifft jetzt auf die Italienerin Sera Errani. Die an Nummer zwei gesetzte Kvitova benötigte 1:25 Stunden für ihren Erfolg und steht beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison zum zweiten Mal nach 2011 im Viertelfinale.

Das Wetter am Dienstag: bedeckt, Schneefall, bis 4 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien bedeckt bis bewölkt, mit örtlichen Schneeschauern, die in dauerhaften Schneefall übergehen können. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 0 bis 4 Grad Celsius, in Höhen um 1000 Metern liegen die Temperaturen bei -3 Grad Celsius.