Nachrichten Dienstag, 04. Juli, 2000

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Headlines:

Die Causa der IPB-Bank wird von einer von einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss überprüft

Das Abgeordnetenhaus hat am Dienstag eine Untersuchungskommission errichtet, die die Entscheidungen des Staates über die Investicni a Postovni Banka-IPB seit ihrer Entstehung bis zu dem Zeitpunkt überprüfen soll, seit dem die Bank unter Zwangsverwaltung geriet und an die Ceskoslovenska obchodni banka -CSOB verkauft wurde. Der Parlamentsausschuss muss die Resultate seiner Untersuchungen dem Unterhaus bis zum Ende des nächsten Jahres vorlegen.

Zeman und Mertlik über die IPB-Bank

Während der von der Tschechischen Nationalbank in der IPB-Bank durchgeführten Kontrolle wurde festgestellt, dass der IPB-Bank 40 Milliarden Kronen für die Bildung der Reserven fehlen. Dies wurde auch vom Abschlussprüfer bestätigt. Darüber informierte Finanzminister Pavel Mertlik am Montag auf der Sitzung der Abgeordnetenhauses, als er dem Unterhaus den Bericht des Finanzministeriums und der Zentralbank über die Lage in der Investicni a Postovni Banka vorlegte. Premier Milos Zeman hat im Abgeordnetenhaus die Zwangsverwaltung in der IPB-Bank verteidigt. Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Vaclav Klaus erklärte in der Debatte, die Panik der Klienten der IPB-Bank sowie die Übernahme der IPB-Bank durch die Ceskoslovenska obchodni banka-CSOB sei nicht durch die wirkliche Lage in der IPB-Bank, sondern durch konkrete Informationen in Medien verursacht worden.

Balajogi traf mit Premier Zeman zusammen

Der Vorsitzende des Unterhauses des indischen Parlaments Ganti Mohan Tschandra Balajogi, der zu einem fünftägigen Besuch in der Tschechischen Republik weilt, traf am Montag mit dem tschechischen Premier Milos Zeman und mit Außenminister Jan Kavan zusammen. Thema der Gespräche war die Entwicklung der tschechisch-indischen Beziehungen. Der indische Politiker traf bereits am Freitag mit dem Chef des Abgeordnetenhauses Vaclav Klaus und mit Senatspräsidentin Libuse Benesova zusammen. Dabei würdigte er das gute Niveau der bilateralen Beziehungen.

Ökologen protestieren vor dem Atomkraftwerk Temelin

Die tschechische ökologische Bewegung Duha/Regenbogen hat bereits zum siebtenmal ein Öko-Camp vor dem südböhmischen Kernkraftwerk Temelin eröffnet. Das Ziel der Protestaktion sei es, Unterschriften für die Petition zu sammeln, in der die Durchführung eines Referendums über die Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes Temelin gefordert wird.

Posselt: Für Sudetendeutsche ist die Bewahrung der Identität am wichtigsten

Die wichtigste Aufgabe der Sudetendeutschen in der Landsmannschaft ist weder die Aufhebung der Benes-Dekrete noch die Rückkehr in ihre angestammte Heimat, sondern die Bewahrung ihrer eigenen kulturellen Identität. Dies erklärte der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Mitglied des Europa-Parlaments Bernd Posselt am Sonntag im nordböhmischen Liberec/Reichenberg gegenüber Journalisten. "Es ist egal, was wir sagen und was wir tun, es wird immer wieder nur über unsere Eigentumsansprüche geschrieben," fügte Posselt hinzu und betonte, dass die Sudetendeutschen gemeinsam mit den Tschechen hauptsächlich zur Bewahrung des Kulturerbes im tschechischen Grenzgebiet beitragen möchten. Das gegenseitige Misstrauen, das auf beiden Seiten entstanden sei, müsse - so Posselt - möglichst bald geheilt werden. "Erst sobald wir uns gut gegenseitig kennenlernen werden, werden wir uns von den Befürchtungen befreien," stellte er fest und betonte zudem, das Denken der Menschen könne nicht von den Politikern, sondern nur von den Menschen selbst geändert werden. Die Beziehungen müssen seinen Worten zufolge von unten aufgebaut werden. Posselt bezeichnete die Tatsache als Fehler, dass der bilaterale Vertrag über die gegenseitige Zusammenarbeit ebenso wie die tschechisch-deutsche Erklärung abgeschlossen worden seien noch bevor beide Völker zur gegenseitigen Verständigung gelangt seien. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat vor, im nächsten Jahr ein Kontaktzentrum in Prag zu errichten, das ein Partner für Gespräche mit den Regierungsorganisationen sein wird. Bernd Posselt besuchte die Region von Liberec, wo er an einem Gottesdienst in der Jungfrau-Maria-Basilika in Hejnice teilnahm.

Bischöfe diskutieren über Beziehung Staat-Kirche

Die Entwicklung der Beziehung Staat-Kirche ist eines der Themen, mit denen sich Bischöfe aus Böhmen und Mähren auf einer zweitägigen Tagung befassen, die am Montag im mährischen Velehrad begann. Außerdem werden die Bischöfe die Vorbereitungen auf den tschechischen Katholikentag und auf das Symposium des Rates der europäischen Bischofskonferenzen bewerten, das Ende 2001/Anfang 2002 in Tschechien stattfinden wird.

Ökumenischer Gottesdienst im Veitsdom

Das Gebet "Vaterunser" ist in einigen Weltsprachen während des ökumenischen Gottesdiestes erklungen, der am Sonntag Abend im Veitsdom auf der Prager Burg von Kardinal Miloslav Vlk und vom Vorsitzenden des Ökumenischen Kirchenrates Pavel Smetana zelebriert wurde. Der Gottesdienst wurde im Rahmen des Projektes Prag - europäische Kulturstadt 2000 organisiert. Daran nahmen auch Vertreter von vier anderen europäischen Kulturstädten, und zwar aus Bologna, Brüssel, Helsinki und Krakau, teil.

Janacek-Festival in Hukvaldy beendet

Am Sonntag ist das internationale Janacek-Festival, das im Geburtsort des Komponisten, in Hukvaldy, veranstaltet wurde, zu Ende gegangen. Während der drei Wochen dauernden Festspiele fanden in Hukvaldy 19 Vorstellungen und Konzertveranstaltungen statt.