Nachrichten Dienstag, 10. März, 1998

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Nachrichten 10. 3. 1998

Hallo und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, beim deutschsprachigen Programm von Radio Prag. Wir beginnen unsere halbstündige Sendung wie üblich mit den Nachrichten:

VACLAV HAVEL ZU BESUCH IN POLEN

Der tschechische Präsident Václav Havel setzt heute seinen offiziellen Besuch in Polen fort. Am Vormittag ehrte er das Andenken des durch Kommunisten ermordeten katholischen Geistlichen, Jerzy Popieluszko. Danach begab sich der tschechische Präsident zum Sitz des polnischen Sejms, wo er sich mit dessen Vorsitzenden Maciej Plazynski traf. Das Vormittagsprogramm wurde mit einem Gespräch mit der Senatsvorsitzenden Alicje Grzekowiak und einem Empfang beim polnischen Aussenminister Bronislav Geremek fortgesetzt. Nähere Informationen zu Havels Polen-Besuch hören Sie in unserem aktuellen Beitragsblock im Anschluss an die Nachrichten.

TSCHECHISCH-POLNISCHER VERKEHRSVERTRAG

Der tschechische Verkehrsminister Petr Moos ist in Warschau mit seinem polnischen Amtskollegen Eugeniusz Morawski zusammengekommen. Sie unterzeichneten einen Vertrag über die Instandhaltung der Strassen im Grenzgebiet, der an den früheren tschechoslowakisch- polnischen Vertrag anknüpft. Bei der Unterzeichnung war auch der tschechische Präsident Václav Havel zugegen. Die beiden Verkehrsminister tauschten sich dann über die Möglichkeiten des Aufbaus und der Verknüpfung des Autobahnen- und Strassennetzes beider Länder, über die Gebühren im Strassenverkehr sowie die Problematik der Eisenbahnübergänge aus.

UNTERSUCHUNG DER AKTUELLEN WÄHLERPRÄFERENZEN

Das Institut für Meinungsforschung IVVM hat die neuesten Ergebnisse einer Meinungsumfrage veröffentlicht. Dieser zufolge müssen die Sozialdemokraten eine Abnahme der Wählergunst hinnehmen, und zwar auf 25 Prozent. Die neuentstandene Freiheitsunion US dagegen würden schon 13 Prozent der tschechischen Bürger wählen. Stabil bleiben die Positionen anderer Parteien - die Demokratische Bürgerpartei ODS würde 10 Prozent, die Christlich-demokratische Volksunion KDU- CSL und die Kommunisten jeweils 8 Prozent und die Republikaner 5,5 Prozent der Stimmen erhalten. Das schlechteste Ergebnis registriert die Demokratische Bürgearllianz ODA, für die sich nur 1 Prozent der Befragten ausgesprochen hat.

ODA-CHEF ZUM ERGEBNIS SEINER PARTEI

Der amtierende Vorsitzende der Demokratischen Bürgerallianz ODA, Daniel Kroupa, hält die geringe Wählerunterstützung für eine natürliche Konsequenz der bisherigen Politik der ODA. "Die alte ODA hat nicht mehr Präferenzen verdient. Nicht einmal ich würde ihr in dieser Lage meine Stimme geben," erklärte Kroupa und deutete an, dass er die Partei reinigen und ihr ein neue politische Ausrichtung geben möchte.

KONTROLLE DER EINHALTUNG DER MENSCHENRECHTE IN TSCHECHIEN

Zu einem Arbeitsbesuch in der Tschechischen Republik weilt seit Montag die Beraterin des Helsinki-Ausschusses des US-amerikanischen Kongresses, Erika Schlager. Sie soll Informationen über die Lage der Roma-Minderheit sammeln und die Einhaltung der Menschenrechte untersuchen. Schlager wiederholte am Montag im tschechischen Aussenministerium die Einwände Washingtons gegen das tschechische Staatsbürgerschafts-Gesetz. Am Dienstag Vormittag besuchte sie eine Roma-Siedlung in Ostrava-Mährisch Ostrau.

DIREKTOR DES NATO-SICHERHEITSAMTES IN PRAG

Am Montag Abend ist der Direktor der Sicherheitsbehörde der NATO, Peter Gallant, nach Prag gekommen. Der erste Punkt seines Dienstagsprogramms war ein Gespräch mit dem tschechischen Innenminister, Cyril Svoboda. Gallants Besuch hängt mit der Verhandlung des Gesetzes über den Schutz von Geheiminformationen im tschechischen Parlament zusammen. In der vergangenen Woche haben der Wirtschafts- sowie der Verteidigungs- und Sicherheitsausschuss des Abgeordnetenhauses begonnen, sich damit zu befassen.

DELEGATION DES LITAUISCHEN PARLAMENTS

Die Delegation des litauischen Parlamentsausschusses für die nationale Sicherheit mit dessen Vorsitzenden Juozapas Algirdas Katkus an der Spitze setzt heute ihren Prag-Besuch fort. Am Vormittag besichtigten die litauischen Abgeordneten einen militärischen Stützpunkt der tschechischen Armee in Jince. Für den Nachmittag sind Gespräche mit dem Vorsitzenden des tschechischen Abgeordnetenhauses Milos Zeman und dem Chef des auswärtigen Ausschusses des Abgeordnetenhauses Vilém Holán vorgesehen.

PREMIER JOSEF TOSOVSKY REIST ZUR EUROPÄISCHEN KONFERENZ NACH LONDON

Der tschechische Premier Josef Tosovský wird am Mittwoch nach London reisen, um dort gemeinsam mit Aussenminister Jaroslav Sedivý die tschechischen Interesse auf der Europäischen Konferenz zu vertreten. Im Rahmen der Konferenz, an der Repräsentanten von mehr als 20 europäischen Staaten teilnehmen, kommt Tosovský mit den Regierungsvorsitzenden Polens und Ungarns Jerzy Buzek und Gyula Horn zusammen. Die Themen des Londoner Forums sind der Kampf gegen das organisierte Verbrechen, eine engere Zusammenarbeit in der Aussenpolitik, der europäische Umweltschutz, die Konkurenzfähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften und die regionale Zusammenarbeit.

DARLEHEN FÜR TSCHECHIEN ZUR BESEITIGUNG DER HOCHWASSERSCHÄDEN

Der tschechische Finanzminister Ivan Pilip und der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank Wolfgang Roth unterzeichnen heute einen Vertrag zwischen der Tschechischen Republik und der Euorpäischen Investitionsbank. Es handelt sich um den Vertrag über Regierungsgarantie für einen Kredit zur Beseitigung der Schäden der Hochwasserkatastrophe vom vergangenen Sommer in Höhe von 200 Millionen ECU.

FAHNEN FÜR TIBET

Fast 60 tschechische Städte und Gemeinden haben sich am Montag der internationalen Aktion zur Unterstützung Tibets angeschlossen. Aus Anlass des 49. Jahrestags der Okkupation Tibets durch China und des 39. Jahrestags des Aufstands des tibetischen Volks in Lhasa wurden in diesen Städten tibetische Fahnen gehisst und andere Veranstaltungen organisiert.

WETTER

Zum Abschluss der Wetterbericht: Am Mittwoch soll es in Tschechien heiter sein, vereinzelt schwache Schneeschauer. Die Nachttemperaturen liegen bei minus 5 bis minus 9, die Tageshöchsttemperaturen bei minus 2 bis plus 2 Grad.

Soweit die Nachrichten.