Nachrichten Donnerstag, 13. Juli, 2000

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Resolution zu Weissrussland

Der tschechische Senat hat am Mittwoch offiziell seine Beunruhigung über die Menschenrechtslage in Weissrussland kund getan. Mit 49 Stimmen von 69 anwesenden Senatoren wurde eine Resolution angenommen, in der man einen Appell an die weissrussischen Politiker richtet. Man müsse dafür sorgen, dass die staatlichen Organe demokratisch funktionieren, wird in der Resolution festgehalten, gleichzeitige wolle man die bilateralen Beziehungen zwischen Weissrussland und Tschechien stärken.

Zurückhaltende Meinung gegenüber Havels Vorstoss

Mit Zurückhaltung reagierten einige tschechische Parlamentarier auf die Ansicht von Staatspräsident Vaclav Havel, dass während der derzeitigen Krise zwischen der Republik Jugoslawien und Montenegro durchaus auch Stärke demonstriert werden sollte. Dies sei laut dem Vorsitzenden des auswärtigen Ausschusses Lubomir Zaoralek keine Methode die längerfristig in der Balkanregion den Frieden garantieren würde. Auch Premier Milos Zeman distanzierte sich indirekt von Havels Vorschlag, in dem er darauf hinwies, dass er eine Konfliktlösung auf Gewaltebene nicht vertreten werde. Demgegenüber meinte der Parlamentarier Michal Lobkowicz es sei gut, dass Havel der über internationale Autorität verfüge sich laut und eindringlich zum Thema Jugoslawien äussere.

Busek für Dialog zwischen Tschechien und Österreich

Der österreichische Regierungsbeauftragte für die EU Osterweiterung Erhard Busek versicherte bei einem Treffen mit dem tschechischen Aussenminister Jan Kavan und mit dem Chefunterhändler Tschechiens für den EU Beitritt Pavel Telicka am Dienstag in Prag, dass die österreichische Regierung den EU Erweiterungsprozess unterstütze und nicht beabsichtige diesen hinaus zu zögern. Bei einem Vortrag auf der Prager Burg warf Busek jedoch ein, dass ein grösseres Mass an gemeinsamen Gesprächen allen Seiten im Prozess der europäischen Annäherung gut tun würden. Diese Anregung betreffe insbesondere die brennendste Frage der österreichisch-tschechischen Beziehungen, das Atomkraftwerk Temelin. Hier gehe es Österreich lediglich um eine grössere Transparenz hinsichtlich des Kraftwerks, konstatierte Busek. Zum Thema Temelin erfahren Sie weiteres in unserem Tagesecho.

Rinderwahnprävention in Tschechien und der EU

Präventive Massnahmen gegen die Verbreitung von Rinderwahnsinn könnten nach Angaben des staatlichen tschechischen Veterinäramtes künftig zu einem Problem werden. Hauptsächlich wegen der EU obligatorischen Liquidierung von betroffenem Fleisch. Bislang gab es jedoch in Tschechien noch keinen einzigen Fall von Rinderwahnsinn, so dass man die Tschechische Republik als so gut wie risikofrei deklarieren wird können, wie ein Sprecher des Amtes am Mittwoch sagte. Die Vertreter von Veterinärämtern der EU Beitrittskandidaten hielten an einem kürzlichen Treffen im slowakischen Kosice fest, dass die Kriterien im Bereich Tierzucht und Landwirtschaft sehr hart seien.

Zöpel kommt zu bilateralen Gesprächen nach Prag

Der Staatsminister im deutschen Aussenministerium Christoph Zöpel reist an diesem Donnerstag nach Prag. Im Mittelpunkt wird ein Treffen mit Otto Pick stehen, dieser leitet zusammen mit Zöpel den Koordinierungsrat für das Deutsch-Tschechische Gesprächsforum. Zöpel kommt ferner mit dem Unterhändler für die EU Erweiterungsfragen Pavel Telicka, sowie mit Parlamentspräsident Vaclav Klaus zusammen.

Software aus Tschechien geht nach Amerika

Die amerikanische Marine Luftfahrt hat zur Sicherung ihrer Computersysteme Software aus Tschechien eingekauft. Der Sprecher der Luftfahrt, Greg Manahan gab bekannt, dass man das Programm WinRoute Pro gekauft habe, um den Verkehr auf den Internetseiten zu beschränken und alle Aktivitäten zwischen Internet und dem Computernetz der Luftwaffe genau zu kontrollieren. Die Firma Tiny Software haben tschechische Computerexperten im kalifornischen Silicon Valley gegründet, das Spezialistenteam arbeitet jedoch in Tschechien.

Briefe an Olga erstmals im Original ausgestellt

Seit Dienstag werden im Museum des nationalen Schrifttums die Originalbriefe des tschechischen Präsidenten Vaclav Havel an seine erst Frau Olga ausgestellt. Diese Briefe hatte Havel aus dem kommunistischen Gefängnis in den Jahren 1979 bis 1983 an Olga Havlova geschrieben und sie dem Museum vor zwei Jahren übergeben. Die Ausstellung ist teil eines ganzjährigen Projekts mit dem Titel "Vaclav Havel - Schriftsteller und Dramatiker" und kann bis Ende August besichtigt werden.

Filmschauspieler Franco Nero in Karlovy Vary

Das Karlsbader Filmfestival besuchte am Dienstag der italienische Schauspieler Franco Nero, wo er einen amerikanischen Film " Der ungebetene Gast" seines Sohnes Carlo Gabriele Nero präsentierte. An einer Pressekonferenz sagte Nero unter anderem, dass er als Mitglied der Filmjury in Karlsbad im Jahre 1982 sehr billige kubanische Zigarren gekauft habe.

Die Wettervoraussichten

Das Wetter in der Tschechische Republik wird am Donnerstag von einer Kaltluftfront beeinflusst. Tagsüber wird es bewölkt sein, gebietsweise Regenschauer und Temperaturen zwischen 14 und 18 Grad Celsius. Vorerst wird mit keiner Wetteränderung gerechnet, gegen das Wochenende kann es vereinzelt zu Gewittern kommen.