Nachrichten Freitag, 18. August, 2000

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Von Marcela Pozarek

AMERIKANISCHE TOURISTEN REISEN BESSER NICHT NACH PRAG

Der Sprecher des Aussenministeriums, Ales Pospisil hat vollstes Verständnis dafür, dass amerikanische Behörden Touristen abraten, in der Zeit der Jahrestagung des IWF und der Weltbank nach Prag zu reisen. Pospisil glaubt aber nicht, dass für die Tourismusbranche im September eine Flaute herrschen werde, im Gegenteil viele Hotels sind mit Teilnehmern der Jahrestagung ausgebucht. "Als Tourist würde ich mir eine so wunderschöne Stadt in einer Zeit wo hier eine Mammutveranstaltung wie die Jahrestagung stattfindet, nicht als Reiseziel wählen", bemerkte Pospisil am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK.

STAATSPRÄSIDENT HAVEL HAT SEINE FERIEN BEENDET

Staatspräsident Vaclav Havel ist in der Nacht auf Donnerstag aus dem portugiesischen Faro zurück gekehrt, wo er in einem neu erstandenen Ferienhaus unter anderem Reden für seine geplante Amerikareise im September schrieb. Havel verbrachte im Juli mit seiner Gattin bereits zwei Urlaubswochen in Kroatien.

KOOPERATION VON INNENMINISTERIEN

Die Innenministerien der Staaten Tschechien, Österreich, der Slowakei, Polen und Ungarn werden künftig vermehrt im Kampf gegen illegale Migration und Drogenkriminalität zusammen arbeiten, darauf einigte man sich am Mittwoch in Salzburg. Für die tschechische Seite nahm der stellvertretende Innenminister Peter Ibl an der Ressortsitzung teil. Der österreichische Innenminister Ernst Strasser möchte zusammen mit den EU-Anwärterstaaten die sicherheitspolitischen und technischen Fragen im Grenzbereich koordinieren, es gehe aber auch um kriminalistisch - taktische Kooperation.

TSCHECHISCHER BOTSCHAFTER WILL FENSTERPUTZEN

Der tschechische Botschafter in London, Pavel Seifter sorgte mit seiner Behauptung, er wolle für charitative Zwecke in der britischen Metropole Fensterputzen, in englischen Medien für einigen Wirbel. Seifter sagte aber der tschechischen Nachrichtenagentur CTK, es handle sich um ein Missverständnis, er schaue sich keinesfalls nach einem Nebenjob um, er möchte aber mit dieser symbolischen Tätigkeit seine Kräfte messen und Geld für charitative Organisationen sammeln. Seifert sagte wörtlich: "Es reizt mich einfach auf das höchste Gebäude Londons zu klettern, von wo aus die ganze Stadt zu sehen ist. Auch möchte ich das befreiende Gefühl wieder erleben, dass ich seinerzeit beim Fensterputzen hatte." Laut dem tschechischen Aussenministerium müsse jeder Diplomat selbst entscheiden, auf welche Weise er am idealsten sein Land repräsentiere.

KONTROLLE VON STAATSBEAMTEN

Die Mehrheit der tschechischen Staatbeamtem wurde nach Informationen des höchsten Sicherheitsamts auf ihre Zusammenarbeit mit der kommunistischen Staatssicherheit hin geprüft. Dies gab man im Zusammenhang mit der Entlassung des stellvertretenden Verteidigungsministers Peter Tax bekannt, Tax ist nicht nur dass Kontrollverfahren gekommen. Der Sprecher des Aussenministeriums, Ales Pospil gab bekannt, dass man in seinem Ministerium vor allem darauf achte, dass vorrangig all die Beamtem die Sicherheitsprüfung absolvieren, die tagtäglich mit geheimem NATO Material in Kontakt kommen.

KAUSA JÜDISCHER FRIEDHOF

Alle involvierten Parteien sollen bis im September darüber entscheiden, wie das Problem um den jüdischen Friedhof, auf dem die Versicherungsanstalt Ceska Pojistovna seit Monaten Bauarbeiten durchführt, gelöst werden kann. Dies gab der Vorsitzende der Prager jüdischen Gemeinde Jiri Danicek mit dem Hinweis bekannt, dass man nun zusammen mit Denkmalpflegern, dem Kulturministerium und der Versicherungsanstalt darüber verhandle, auf welche Weise die Gebeine in das neue Verwaltungsgebäude am besten integriert werden können.

ÖSTERREICHISCHE UNTERNEHMER IN TSCHECHIEN

Laut dem Handelsattache der österreichischen Botschaft in Prag, Michael Angerer ist die tschechische Wirtschaftslage nach zweijähriger Rezession in einer guten Phase und die EU gebe Tschechien als Beitrittskandidat wieder gute Noten. Angerer sieht deshalb gute Möglichkeiten für österreichischen Unternehmer nach Tschechien zu investieren und dies vor allem im Umweltsektor.

FALSCHE DIAMANTEN AUF DEM TSCHECHISCHEN MARKT

Auf dem tschechischen Markt tauchten in letzter Zeit vermehrt falsche Diamanten auf, die selbst von erfahrenen Bijoutiers nicht von echten unterschieden werden können. Dabei ist der Wert der falschen Steine rund zehn Mal niedriger als der von echten, wie der Vorsitzende der tschechischen gemmologischen Gesellschaft, Michal Koselja am Mittwoch vor der Presse bekannt gab. Ein falscher Diamant sei in Wahrheit ein sogenannter Moisannit. Technologie zu dessen Herstellung besitzen zur Zeit nur die Länder USA und Russland. Primär werde dieser Stein in der Elektrotechnik genutzt, was auf dem Markt als Schmuck auftaucht sei im Grunde nur Abfall, erläuterte Koselja. Die Situation in Tschechien werde dadurch kompliziert, dass es kein staatliches Amt gebe, dass die Qualität der im Handel erhältlichen Steine kontrolliere.

KUNSTAKADEMIE AVU FEIERT JUBILÄUM

In der rekonstruierten Waldsteiner Reithalle in Prag gibt es seit Donnerstag eine Jubiläumsausstellung der Prager Kunstakademie AVU zu sehen. Die Ausstellung wurde von der Nationalgalerie anlässlich des 200. Gründungsjahres der Kunstakademie organisiert. Es werden unter anderem die Architekturentwürfe des Architekten Kotera für die Juristische Fakultät gezeigt, Entwürfe für die Kirchenfenster des Sankt Veitdoms des Künstlers Svyabinsky, sowie ein Querschnitt der Arbeiten von Künstlerpersönlichkeiten, die im Laufe der Jahre an der Akademie tätig waren.