Nachrichten Mittwoch, 07. Oktober, 1998

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Radio Prag Nachrichten 7.10.1998 14 Uhr:

Willkommen bei den Sendungen von Radio Prag, am Mikrophon begrüsst Sie MS. Zuerst bringen wir die Nachrichten, dann folgen Beiträge zum aktuellen Zeitgeschehen und das regelmässige Wirtschaftsmagazin. Wir wünschen guten Empfang, einleitend hören Sie die Nachrichten:

Havel traf mit den Einwohnern von Melník zusammen

Präsident Václav Havel hat heute die mittelböhmische Stadt Melník besucht. Auf dem Marktplatz von Melník wurde er zu seiner eigenen Überraschung von Tausenden Bürgern begrüsst. Havel traf sich danach mit neun Bürgermeistern dieser Region, um über die Kommunalproblematik zu diskutieren. Sinn und Zweck der heutigen Reise des Staatspräsidenten durch Mittelböhmen ist es, Anregungen für die Reform der öffentlichen Verwaltung zu sammeln. Der Staatspräsident soll heute noch die Doppelstadt Brandýs nad Labem-Stará Boleslav besuchen. Auf der Rückreise nach Prag wird Havel Blumen am Grab des namhaften tschechischen Politikers und Historikers Frantisek Palacký in Lobkovice niederlegen, dessen 200. Geburtstags in diesem Jahr gedacht wurde.

Havel nimmt an der Abgeordnetensitzung teil

Präsident Václav Havel wird am kommenden Dienstag an der Tagung des Abgeordnetenhauses teilnehmen, auf derem Programm u.a. die erste Lesung des Gesetzesentwurfes über den Staatshaushalt für 1999 steht. Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Václav Klaus informierte über den Inhalt der Gespräche, die die Führung des Unterhauses gestern mit dem Staatspräsidenten führte. Die Teilnehmer des Treffens, die sich neben dem Staatshaushaltsentwurf mit den Mechanismen für dessen Billigung im Unterhaus befassten, einigten sich darauf, die Tradition der gegenseitigen Treffen vor der Eröffnung der Abgeordnetensitzung wieder ins Leben zu rufen.

Regierung über die Sendungen des RFE/RL für den Irak

Auf dem Programm der heutigen Regierungssitzung steht u.a. die Diskussion über einen von den USA gestellten Antrag. Er sieht vor, die Zustimmung zur Erweiterung der Sendungen des Senders Radio Freies Europa für den Irak zu erlangen. Das Kabinett wird die Aufnahme der Sendungen für den Irak offensichtlich trotz gewisser Zweifel schliesslich billigen. Regierungssprecher Libor Roucek stellte in diesem Zusammenhang gegenüber der Nachrichtenagentur CTK am Dienstag fest, die Regierung werde wahrscheinlich keine Einwände haben. Die Regierung soll sich heute weiter mit den Regeln für ihre Kommunikation mit den Medien befassen, um zu verhindern, dass die Minister Meinungsverschiedenheiten in den Medien veröffentlichen.

Svoboda über die Panik um tschechische Banken

Finanzminister Ivo Svoboda ist der Meinung, dass der Zeitpunkt, zu dem man begann über eventuelle Probleme grosser tschechischer Banken zu sprechen, von jemandem absichtlich genau jetzt gewählt worden sei. Dies folgt aus dem Gespräch, das der Finanzminister gestern dem Tschechischen Fernsehen gewährte. Svoboda nimmt an der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington teil. Der Finanzminister widerlegte in diesem Kontext eventuelle Befürchtungen der Klienten der Tschechischen Sparkasse Ceská sporitelna bezüglich der Sicherheit ihrer Einlagen.

Tosovský

Der Gouverneur der Tschechischen Nationalbank Josef Tosovský erklärte am Dienstag, er habe auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank erfahren, dass die Tschechische Republik für eine der wenigen Ausnahmen unter den sich transformierenden Ländern gehalten wird, für die der Zugang auf den Finanzmarkt nicht geschlossen sei. Dies hätten ihm gegenüber auch einige Vertreter des Internationalen Währungsfonds bestätigt. Dies sagte Tosovský am Dienstag, als er seine Gespräche auf dem internationalen Forum über die jetzige Finanzkrise in der Welt gegenüber der Nachrichtenagentur CTK zusammenfasste.

Aussenministerium - EU

Das tschechische Aussenministerium hat gestern den Beschluss der EU vom Montag begrüsst, politische Verhandlungen über die Aufnahme Tschechiens und weiterer fünf Länder in die EU im November aufzunehmen. Das Aussenministerium würdigte vor allem die Tatsache, dass die bilateralen Verhandlungen dem Beschluss des EU-Rates zufolge von Sachthemen geprägt sein werden.

Tschechien-Slowenien

Die tschechische Armee ist den Worten des Generalstabschefs Jirí Sedivý zufolge bereit, die slowenische Armee über die Erfahrungen zu informieren, die sie bei ihren Vorbereitungen auf den NATO-Beitritt sammeln wird. Dies erklärte Sedivý gestern nach dem Treffen mit seinem slowenischen Amtskollegen Iztog Podbregar. Sedivý machte Podbregar mit dem gegenwärtigen Stand der tschechischen Armee sowie mit den Problemen bekannt, die zu lösen sind. Er stellte weiter fest, dass die tschechische Armee wertvolle Informationen auch von den Slowenen gewinnen könne, z.B. was die Tätigkeit in multinationalen Truppen anbelangt. Verteidigungsminister Vladimír Vetchý informierte Podbregar darüber, dass die Tschechische Republik bereit ist, für den eventuellen Militäreinsatz im Kosowo ein Feldlazarett zur Verfügung zu stellen.

Havel - Friedensnobelpreis - Norwegen

Der tschechische Staatspräsident Václav Havel gehört zu den wahrscheinlichen Kandidaten für den diesjährigen Friedensnobelpreis. Dies meldete gestern die norwegische Presseagentur NTB. Der Name des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers wird am 16. Oktober veröffentlicht.

Comenius-Preis

Der tschechische Schulminister Eduard Zeman hat gemeinsam mit dem Generalsekretär der UNESCO, Federico Mayor, gestern in Paris zehn diesjährigen Preisträgern den Jan Amos Komenský- Preis verliehen. Der Comenius-Preis wurde 1992 von der tschechischen Regierung und der UNESCO anlässlich des 400. Geburtstags von Jan Amos Komenský gestiftet und seitdem jedes zweite Jahr für Erfolge in der pädagogischen Tätigkeit und in pädagogischen Forschungen verliehen. Federico Mayor hob in seiner Rede die Bedeutung von Jan Amos Komenský und seiner Philosophie hervor, die - so Mayor - immer noch aktuell sei.

Historikerkonferenz

Aussen- sowie innenpolitische Beziehungen der Tschechoslowakei vor dem Zweiten Weltkrieg und ihre politische Kultur sowie die Aussiedlerproblematik sind die Themen des dritten Tags der intenrationalen Historikerkonferenz "Die Tschechoslowakei 1918-1938: Schicksal der Demokratie in Mitteleuropa". An der Konferenz, die in den Räumlichkeiten des Senats stattfindet, nehmen 132 Experten aus dem Bereich moderne Geschichte Mitteleuropas teil.

Zum Abschluss der Wetterbericht:

Am Mittwoch ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, in Westböhmen vereinzelt mit Regenschauern. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 13 - 17 Grad. Am Donnerstag wird es bewölkt sein, örtlich treten Regenschauer auf. Die Nachttemperaturen erreichen 12 bis 8, die Tageshöchsttemperaturen 13 bis 17 Grad.

Achtung: Die Nachrichten um 17.00 Uhr werden heute ebenfalls im Internet abgelegt.

Soweit die Nachrichten, mit dem weiteren Programm macht Sie jetzt meine Kollegin Andrea Kopelentová bekannt.