Nachrichten Montag, 09. Oktober, 2000

r_2100x1400_radio_praha.png

Von Jitka Mladkova

Regierungssprecher Roucek zum Appell des österreichischen Bundeskanzlers

Die tschechische Seite sei überzeugt, dass das Atomkraftwerk Temelin den strengsten im In- und Ausland gültigen Sicherheitskriterien entspreche, sagte am Sonntag der Sprecher der tschechischen Regierung Libor Roucek gegenüber dem Tschechischen Rundfunk. In einer Reaktion auf den vom österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel dem tschechischen Premier Milos Zeman adressierten Aufruf, die Inbetriebnahme im AKW Temelin nicht zuzulassen, brachte Roucek die Hoffnung zum Ausdruck, dass Österreich die Frage Temelins nicht an den EU-Beitritt binden wird.

Abschließende Inspektion

Im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin hat am Sonntag morgen die abschließende Inspektion durch Mitarbeiter der Staatlichen Aufsichtsbehörde für Nukleare Sicherheit begonnen, der die Genehmigung der Inbetriebnahme des AKWs folgen könnte. Beim Erreichen von etwa 30 Prozent der Nominalleistung des Reaktors soll die Turbine eingeschaltet werden, sodass das AKW schon in den Herbstmonaten den ersten Strom ins Netz liefern könnte.

Tschechische Politiker unterstützen eine baldige Aufhebung der Sanktionen gegen Jugoslawien

Die Vize-Vorsitzende des tschechischen Abgeordnetenhauses Petra Buzkova und der Vize-Senatsvorsitzende Petr Pitthart vertreten die Meinung, dass beide Parlamentskammern in kurzer Zeit in der Lage sein werden, den Regierungsvorschlag zur Aufhebung der auch seitens der Tschechischen Republik über Jugoslawien verhängten Sanktionen zu unterstützen. Beide Politiker sagten dies bei der sonntäglichen Talkshow des privaten TV-Senders Nova.

Wie aus einer am vergangenen Freitag veröffentlichten Erklärung des tschechischen Außenministeriums hervorgeht, arbeitet das Amt bereits an einem entsprechenden Vorschlag für die vorgesehene Regierungsmaßnahme. Die jüngste Entwicklung in Jugoslawien schafft nach Auffassung des Außenministeriums die Voraussetzungen für eine vollwertige Einbindung Jugoslawiens in die regionalen sowie gesamteuropäischen Integrationsprozesse, namentlich in den Stabilitätspakt für Südosteuropa.

Partnerstädtebegegnung in Suhl

Mit Gesprächen der Rathausvertreter des südböhmischen Ceske Budejovice / Budweis und des norddeutschen Suhl, wie auch mit Kulturprogrammen und Präsentationen der tschechischen Gastronomie ist am Sonntag die Budweis-Woche in Suhl beendet worden. Die Bürgermeister beider Partnerstädte und ihre Delegationen erörterten vor allem Fragen der Gastwirtschaft, Gastronomie, Ökologie, Stadtplanung und Architektur u.a. Im Rahmen des Projektes fand auch "Der Tag der tschechischen Wirtschaft" statt, an dem sich einige südböhmische Firmen vorstellten. Besprochen wurden ebenfalls gemeinsame Veranstaltungen für das nächste Jahr.

Kinderoper Brundibar in Jiddisch aufgeführt

Mit stürmischem Beifall hat das Publikum im Brüsseler Palast der schönen Künste eine neue Einstudierung der Kinderoper Brundibar belohnt, die 1938 der Prager Komponist Hans Krasa zum Libretto von Adolf Hoffmeister komponierte. Das Musikwerk ist durch seine wiederholte Aufführung im Ghetto von Terezin/Teresienstadt während des 2.Weltkreieges berühmt geworden. In Brüssel wurde die Oper zum ersten Mal in Jiddisch gesungen.

Woche für geistige Gesundheit beginnt in Olomouc

Großer Aufmerksamkeit erfreut sich dieser Tage eine Fotoausstellung, die in der mährischen Stadt Olomouc unter dem Titel Galerie der etablierten Nomenklatura Malik urvi eröffnet wurde. In der originellen Ausstellung präsentiert die Prager Künstlergruppe Pode Ball etwa vier Dutzend großformatige Fotoportraits von Menschen, die sich nach Meinung der Veranstalter unter dem kommunistischen Regime diskreditiert hatten und auch heute wieder ranghohe Ämter bekleiden. Die Ausstellung findet im Rahmen der Woche für geistige Gesundheit, die am Montag in Olomouc offiziell beginnt.

Rumänischer Ministerpräsident zu Besuch in Prag

EU-Erweiterung, NATO-Beitritt Rumäniens und tschechisch-rumänische Beziehungen sind die Hauptthemen der bilateralen Gespräche, zu denen der rumänische Premier Mugur Isaresku am Sonntag in Prag eingetroffen ist. Am Montag kommt er mit Premier Milos Zeman, Sentasspräsidentin Libuse Benesova und Staatspräsident Vaclav Havel zusammen.

Abschliessend das Wetter:

Kein Durchbruch ist angesagt, der Himmel bleibt weiterhin bewölkt bis bedeckt, zu erwarten sind örtliche Regen bzw. Regenschauer. Die Temperaturen in der Nacht zwischen 9 und 4 Grad, tagsüber bewegen sie sich zwischen 9 bis 13 Grad in Böhmen, und zwischen 11 bis 15 in Mähren und Schlesien.