Nachrichten Montag, 14. Dezember, 1998

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Zeman - EU-Gipfel in Wien

Der tschechische Premierminister Milos Zeman hat auf dem EU-Gipfel in Wien als tschechischer Vertreter der asoziierten Kandidatsländer noch einmal den Willen der Tschechischen Republik betont, die Voraussetzngen für eine Aufnahme in die Europäische Union erfüllen zu wollen.

Wie Zeman sagte, sei die Stellung der Tschechischen Republik unter den Kandidatslsländern im Annäherungsprozess an die EU in wirtschaflicher Hinsicht am besten. Dennoch akzeptiere Prag auch kritische Stimmen der EU. Mit dem kürzlich veröffentlichten EU- Bericht über die Schwachpunkte der Tschehcischen republik - etwa bei der Privatisierung der Banken, im Justizwesen oder in puncto Wirtschaftskriminalität und Korruption - stimme die tschechische Regierung mit der EU vollkommen überein. Es liege - so Zeman - auch ganz im Intersse der Tschechischen Republik selbst, diese Mängel zu beheben.

Ein ideales Verhältnis der Tschechischen Republik zur EU beschrieb der Premeir mit den Worten: "Wir müssen sowohl verhandeln, als auch unsere Schwachpunkte beseitigen. Nur so können wir nicht nur als Kandidaten, sondern auch als spätere Mitglieder erfolgreich sein."

Aussenminister Jan Kavan, der den Premeir auf dem Wiener EU-Gipfel begleitete, bezeichnete es aus tschechischer Sicht als eines der wichtigsten Resultate des Wiener Gipfels, dass die EU das Prinzip der Solidarität von reicheren gegenüber ärmeren Staaten beibehalten habe.

Spanischer Premier in Prag

Der spanische Premierminister Jose Maria Aznar, der am Samstag zu einem offiziellen Besuch in Prag eintraf, hält am Sonntagabend in der Prager Karlsuniversität einen Vortrag über den längjährigen tschechisch-spanischen Kulturaustausch.

Am Montag sind Treffen Aznars mit seinem tschechischen Amtskollegen Milos Zeman, Staatspräsident Vaclav Havel und Parlamentspräsident Vaclav Klaus vorgesehen. Gesprächsthemen bilden u.a. die EU-Erweiterung sowie Fragen der europäischen Sicherheitspolitik.

Milos Zeman will mit dem spanischen Gast zudem über die Erfahrungen Spaniens mit der Bewältigung des Franco-Regimes diskutieren.

Havel "überwintert" in Nordafrika

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Havel wird Weihnachten auf Anraten seiner Ärzte im südlichen Ausland verbringen. Wie die Tagezeitung Pravo am Samstag berichtete, reist der chronisch Lungenkranke voraussichtlich schon am kommenden Donnerstag für drei Wochen nach Nordafrika. Im Dezember des vergangenen Jahres hatte Havel das Weihanchstfest auf Einladung des spanischen Königs Juan Carlos I. in dessen Residenz auf der Kanareninsel Lanzarote verbracht.

Gott "nur" Zweiter

Erstmals in der Geschichte der tschechischen Unterhaltunsgmusik musste sich Karel Gott bei der diesjährigen Wahl der Goldenen Nachtigal", dem bedeutendsten Wettbewerb um die beliebteste Stimme des Jahres, mit dem zweiten Platz zufrieden gegeben. Seit 1963 hatte der heute 59-Jährige diesen unregelmässig ausgetragenen Wettbewerb insgeamt 24 Mal gewonnen. Für die Wachablösung in der tschechischen U-Musik sorgte nun 'endlich) der ausgebildete Opernsänger Daniel Hulka, der erst vor wenigen Jahren mit Erfolg in die Pop-Branche gewechselt war.

Wetter

Der in der Nacht von Samstag auf Sonntag erfolgte abrupte Temperaturanstieg hatte keine nenneswerten Auswirkungen auf die Strassenverhältnisse in der Tschechischen Republik. Das befürchtete Glatteischaos blieb aus. Auch auf die bislang guten Wintersportbedingungen in den Höhenlagen hatten die milderen Temperaturen keinen negativen Einfluss. In den letzten Tagen waren die Temperaturen örtlich auf bis zu Minus 25 Grad zurückgegangen. Nach Angaben der Polkizei waren bei dieser sibirischen kälte drei Menschen erfroren.