Nachrichten Montag, 23. Oktober, 2000

r_2100x1400_radio_praha.png

Von Markéta Maurová

Tschechischer Ministerpräsident Zeman beginnt Arbeitsbesuch in Rom

Der tschechische Ministerpräsident Milos Zeman ist am Sonntag zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch in die italienische Hauptstadt Rom gereist. Am ersten Tag seines Staatsbesuchs traf er im Vatikan mit Papst Johannes Paul II. zusammen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche und der tschechische Premier tauschten sich über die soziale Dimension des Lebens und der Transformation der postkommunistischen Wirtschaft aus. Der Staatssekretär des Vatikans, Kardinal Angelo Sodano, wurde von dem immer noch ausstehenden bilateralen Vertrag zwischen Prag und dem Vatikan sowie über den Besitzausgleich zwischen Staat und Kirchen in Tschechien informiert. Tschechien hat als einziger der europäischen Reformstaaten seine rechtlichen Beziehungen zum Kirchenstaat noch nicht formell verankert. Wie Zeman vor seiner Abreise bestätigte, bringt er eine Präambel mit sich, die ihm zufolge den wichtigsten Teil des Vertrags darstelle. Seiner Schätzung nach kann der Vertrag im Mai kommenden Jahres unterzeichnet werden.

Außenminister Kavan besucht Belgrad

Außenminister Jan Kavan besucht am Montag Belgrad und wird mit der neuen jugoslawischen Führung über die Wiederaufnahme politischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern nach dem Fall des Milosevic-Regimes beraten. Unter anderem trifft er mit Staatspräsident Vojislav Kostunica zusammen. Das tschechische Außenministerium erwartet von dem Besuch die "Schaffung der Atmosphäre für eine sofortige Wiederaufnahme der Beziehungen beider Länder im Handels und - Wirtschaftsbereich und die Möglichkeit einer schnellen Beteiligung tschechischer Subjekte in die Realisierung der Projekte des Stabilitätspaktes".

An der Vulgarisierung der tschechischen Politik sei Premier Zeman schuldig

Die Vulgarisierung der tschechischen Politik ist nach der Meinung des Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses und der Demokratischen Bürgerpartei, Vaclav Klaus, mit der Person des Premiers Milos Zeman unmittelbar verbunden. Klaus sagte dies am Sonntag in einem Diskussionsprogramm des Fernsehsenders Prima. "Das, was Milos Zeman in unsere Debatten vorgebracht hat - was den Stil, das Genre betrifft - diese Vulgarisierung ist mit seiner Person so eng verbunden, dass es ein Unglück für unser Land bedeutet," sagte Klaus.

Streikbereitschaft im Schulwesen

Der Vorstand des Böhmisch-mährischen Gewerkschaftsverbandes im Schulwesen ruft an diesem Montag die Streikbereitschaft im Schulwesen aus. Die Gewerkschafter wollen damit gegen die geplante Gesetzesnovelle zur staatlichen Verwaltung und Selbstverwaltung im Schulwesen protestieren. Die Gesetzesnovelle soll den Gemeinden Kompetenzen geben, die ihnen ermöglichen, die Schulleiter selbst zu ernennen. Die Mitarbeiter im Schulwesen würden laut diesem Gesetz als Angestellte der Gemeinden arbeiten.

Festival "Jazz goes to Town" beendet

Ein Konzert des US-amerikanischen Saxofonisten James Carter und eine zweistündige improvisierte Jamsession haben am Wochenende das sechste Festival "Jazz Goes to Town" im ostböhmischen Hradec Kralove (Königgrätz) beendet. Im Laufe von vier Festivaltagen stellten sich etwa dreißig Musiker und Musikensembles vor. Zum ersten Mal war in diesem Jahr auch Raum für junge und beginnende Jazz-Kapellen reserviert.

Wetter

Abschließend der Wetterbericht. Am Montag soll es in den Morgenstunden bewölkt und neblig sein, während des Tages heiter. Die Nachttemperaturen liegen zwischen 4 und 0 Grad, die Tageshöchstwerte erreichen 12 bis 16 Grad Celsius.