Nachrichten Montag, 26. Juni, 2000

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ARBOUR UND MOTEJL SPRECHEN ÜBER JUSTIZPROBLEME

Die ehemalige Chefanklägerin des Straftribunals für die Verbrechen im ehemaligen Jugoslawien, Louise Arbour kam am Sonntag mit dem tschechischen Justizminister Otakar Motejl in Prag zusammen. Beide kamen zum Schluss, dass der internationale Gerichtshof in Den Haag bewiesen habe, das die Menschen und Völker willens sind Verbrechen von Siegern zu bestrafen. "Wir haben uns daran gewöhnt, dass der Sieger immer im Recht ist und der Verlierer immer den Kürzeren zieht" sagte Justizminister Motejl auf einer Pressekonferenz. Arbour und Motejl sprachen auch über die Situation im tschechischen und kanadischen Gerichtswesen, laut Motejl gebe es viele Aufgaben, wenig Geld und Mangel an hochqualifizierten Richtern.

ZEMAN ENTSCHULDIGT SICH BEI OPPOSITIONSPOLITIKER

Premier Milos Zeman hat sich am Sonntag im Fernsehen bei dem Oppositionspolitiker Miroslav Macek entschuldigt und folgte damit der Aufforderung eines Gerichts. Zeman hatte Macek im Zusammenhang mit der Privatisierung eines Buchversand als Betrüger bezeichnet und den anschliessenden Prozess wegen übler Nachrede verloren. Dem Richterspruch folgend, hatte der Regierungschef von einem Privatsenders Sendezeit gemietet, er veröffentlichte jedoch nur eine Druckseite. Allgemein war erwartet worden, dass Zeman persönlich auf dem Bildschirm erscheint. An der Form der Entschuldigung sehe man das mangelnde Verständnis des Premiers für faires Verhalten, sagte Macek der Nachrichtenagentur CTK. Gegen Zeman laufen derzeit zwei weiter Anzeigen wegen übler Nachrede.

ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST IM DREILÄNDERECK

Über 6000 Gläubige aus Tschechien, Deutschland und Polen kamen übers Wochenende im nordböhmischen Hradek nad Nisou in der Region Reichenberg unter anderem zu einem ökumenischen Gottesdienst am Tag der Begegnung 2000 zusammen. Die Veranstaltung wurde vom euregionalen ökumenischen Kreis initiiert und ist laut der Sprecherin Hedvik Zimmermann Teil der EXPO 2000 in Hannover. Die Begegnung solle das gegenseitige Kennenlernen fördern und Vorurteile abbauen helfen.