Nachrichten Sonntag, 08. Februar, 1998

r_2100x1400_radio_praha.png

Sedivý - USA - NATO

Der tschechische Aussenminister Jaroslav Sedivý ist zu einem dreitägigen Besuch in die USA gereist, wo er sich in den nächsten Tagen gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Polen und Ungarn für die Ratifizierung des NATO-Beitritts dieser Länder einsetzen wird. Der US-Senat wird über den NATO-Beitritt Tschechiens, Polens und Ungarns schon im Frühjahr abstimmen. Jaroslav Sedivý, Bronislaw Geremek und László Kovács werden mit den führenden Vertretern des US-Senats sowie mit der US- Aussenministerin Madeleine Albright zusammentreffen. Den Informationen des tschechischen Aussenministeriums zufolge wird Sedivý auch mehrere Vorträge zum Thema der NATO- Erweiterung in den USA halten. Der tschechische Aussenminister hat die Aufgabe, die US-Partner davon zu überzeugen, dass die Entwicklung in Tschechien sowie die Existenz einer Übergangsregierung die Fähigkeit Tschechiens nicht einschränke, die für den NATO-Beitritt erforderlichen Schritte fortzuführen.

Výborný - Farnleitner - Velehrad

Der Minister und Vorsitzende des Legislativrates der Regierung, Miloslav Výborný, hat betont, für die Regierung von Josef Tosovský sei es am wichtigsten, das Vertrauen der Bürger den Institutionen, dem Kabinett sowie den veröffentlichten Informationen gegenüber zu erneuern. Restriktionsmassnahmen werden schmerzlich sein - sagte Výborný und fuhr fort - man kann sie aber nicht einfach bekanntgeben, sondern sie müssen erst nach einem Dialog veröffentlicht werden. Dies betonte der Minister zum Abschluss eines internationalen Symposiums im südmährischen Velehrad, dessen Thema die Bewertung der Wirtschaftstransformation in Tschechien aus sozial-ethischer Sicht war. Der österreichische Wirtschaftsminister Johan Farnleitner machte die Teilnehmer des Symposiums mit dem österreichischen Wirtschaftsmodell bekannt. Das Symposium, das vom Brünner Institut für die Verbreitung der Soziallehre der Kirche organisiert wurde, befasste sich am Sonntag mit den Aufgaben christlicher Interessenvereinigungen in der sozialen Marktwirtschaft.

Svoboda - Tlustý - Präsident

Innenminister Cyril Svoboda bezeichnete die niedrige Abgeordnetenbeteiligung an der feierlichen Amtseinführung von Präsident Václav Havel am vergangen Montag auf der Prager Burg als einen Ausdruck der Missachtung des Amtes des Staatspräsidenten. Sein Diskussionspartner in der von der Fernsehgesellschaft Nova am Sonntag ausgestrahlten Debatte, der ODS-Fraktionsvorsitzende Vlastimil Tlustý sah die Ursache der Abwesenheit der Abgeordneten beim erwähnten Festakt darin, dass sie - so Tlustý - wenig grosszügig seien.

Dlouhý - USA - Sponsor

Der ehemalige Industrie- und Handelsminsiter und Vizechef der Demokratischen Bürgerallianz, Vladimír Dlouhý, der offensichtlich einer der wenigen Menschen ist, der neben dem ODA-Vorsitzenden, Jirí Skalický, wissen könnte, wer sich in der Wirklichkeit hinter der fiktiven Gesellschaft TMC verbirgt, reist den Informationen der Nachrichtenagentur CTK zufolge in die USA. Dlouhý lehnte es ab, über das Thema der ODA-Sponsoren mit Journalisten zu sprechen. Skalický hat am vergangenen Freitag gestanden, dass der Sponsor der ODA - die Firma TMC mit Sitz auf den Jungferninseln - nur eine fiktive Gesellschaft gewesen sei, hinter der sich die wirklichen Spender verbärgen. Durch die Errichtung der Firma TMC, von der die ODA in den Jahren 1995 und 1996 fast sechs Millionen Kronen erhalten hatte, sollte die Anonymität der Sponsoren bewahrt werden. Ivan Masek, der die ODA-Reihen vor einigen Wochen verlassen hatte, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur CTK, im Jahre 1995 habe Vladimír Dlouhý für die Finanzierung der Partei und damit auch für ihren Sponsoring gesorgt.

Olympia - Eishockeyspieler - Anreise

Müde nach der mehr als 26 Stunden dauernden Reise sind die Mitglieder des ersten Teils der tschechischen Eishockeyauswahl am Sonntag im Olympia-Dorf in Nagano eingetroffen. Den acht Spielern der tschechischen Eishockey-Extraliga und vier Spielern der finnischen und schwedischen Eishockey-Liga werden sich noch elf tschechische Spieler der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL anschliessen, die erst am Montag Nachmittag in Nagano erwartet werden. Vor dem ersten Spiel des olympischen Eishockeyturniers, in dem die tschechische Mannschaft am 13. Februar mit dem Team Finnlands ihre Kräfte messen wird, soll das tschechische Team noch dreimal zu gemeinsamen Trainings zusammenkommen.

Soweit die Nachrichten.