Nachrichten Sonntag, 27. August, 2000

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DIALOG ZWISCHEN TSCHECHIEN UND ÖSTERREICH

Der tschechische Aussenminister Jan Kavan gab am Freitag Abend der Nachrichtenagentur CTK bekannt, dass man zwischen Österreich und Tschechien Gespräche über einige heiklen bilateralen Fragen führen werde. Er bestritt aber, dass man den Dialog auf Regierungseben führen würde und betonte, dass Tschechien nicht im Sinn habe seinen Standpunkt zu ändern und die Benesdekrete aufzulösen. Der tschechische EU-Chefunterhändler Pavel Telicka wird nächste Woche zusammen mit dem österreichischen Regierungsbeauftragten für die EU Osterweiterung Erhart Busek einige schwierigen Themen des tschechisch-österreichischen Verhältnisses erörtern. Aussenminister Kavan sagte zudem, dass neben den Benes Dekreten auch der Atommeiler Temelin im Mittelpunkt des bilateralen Dialogs stehen könnte.

UNO BERICHT ZU DISKRIMINIERUNG IN TSCHECHIEN

Die UNO Kommission gegen Rassendiskriminierung äusserte sich in einem am Freitag veröffentlichten Bericht positiv über einige Schritte, die die tschechische Regierung in der Beseitigung von Rassendiskriminierung unternommen hat, gleichzeitig zeigte sich die Kommission aber beunruhigt über die anhaltenden Probleme der Roma Bevölkerung in Tschechien, die in den Bereichen Wohn - und Schulwesen sowie Beschäftigung nach wie vor diskriminiert würde. Im Bericht wird des weiteren darauf hingewiesen, dass die tschechischen Regierung weitere legislative Reformen durchführen sollte, um ökonomische, kulturelle und soziale Recht für alle Bevölkerungsschichten zu sichern. Gelobt wurde im Bericht die Regierungskampagne "Toleranz", die zum Ziel hatte die tschechische Öffentlichkeit mit dem Phänomen Rassismus mittels Plakat- und Postkartenaktionen vertraut zu machen.

HAVEL INTERESSIERT SICH FÜR DIE SICHERHEIT TEMELINS

Staatspräsident Vaclav Havel bat am Freitag die tschechische Atomaufsichtsbehörde um einen Arbeitsbericht zur Sicherheit des Atommeilers Temelin. Anlass seien Hinweise der Umweltschutzorganisation "Greenpeace" auf Sicherheitsmängel im Reaktor, sagte eine Sprecherin. Am Freitag warf der Bund Naturschutz in Bayern Tschechien vor, in Temelin ausschliesslich Billigstrom für den Export in die EU zu produzieren. Das Atomkraftwerk soll zwischen dem 10. und 15. September angefahren werden. Sämtliche Bedenken werden von tschechischer Seite mit dem Hinweis zurück gewiesen, der Reaktor entspreche den EU-Sicherheitsnormen.

MARSCH DURCH NATIONALPARK SUMAVA

Am Samstag Morgen brachen rund dreissig Personen im südböhmischen Prachatice zu einem Marsch durch den Böhmer- und Bayrischen Wald auf. Ein Teilnehmer, der von der Organisation Duha , Regenbogen und der Arbeitsgemeinschaft Waldwildnis organisierten Veranstaltung, sagte der Nachrichtenagentur CTK, dass er sich ein Bild vom eigentlichen Zustand des Nationalparks Sumava machen möchte. Die Organisatoren wiesen des weiteren darauf hin, dass man mit diesem Marsch vor allem auch auf die Borkenkäfer Problematik hinweisen möchte.

AUSSERGEWÖHNLICHES BILDHAUERSYMPOSIUM

Mit einer Mitternachtsvernissage ging in Pacov im ostmährischen Landkreis Pelhrimov in der Nacht auf Samstag ein Bildhauersymposium zu Ende, an dem 9 tschechische Künstler teilnahmen. Mehr als Tausend Menschen besichtigten am Freitag Abend die von Fackeln beleuchteten und im Freien jeweils auf dem 15. Längenmeridian installierten Skulpturen. Die Gäste konnten auf dem künstlerischen Sommerfest das noch bis zum Sonntag dauert zudem einen zwanzig Meter langen Apfelstrudel konsumieren.