• 04.10.2003

    Über den Entwurf für eine europäische Verfassung, über den am Samstag die internationale Regierungskonferenz in Rom verhandelt hat, will in der kommenden Woche in Prag die "Assoziation europäischer Senatoren" diskutieren. Schwerpunkt der dreitägigen Sitzung soll dabei die Rolle der nationalen Parlamente in der erweiterten Europäischen Union sein. Unter den Teilnehmern wird auch eine russische Delegation unter der Leitung des Vorsitzenden des russischen Föderationsrates, Sergej Mironov, sein. Die "Assoziation europäischer Senatoren wurde im November 2000 in Paris gegründet und vereint 14 parlamentarische Oberhäuser Europas sowie den luxemburgischen Staatsrat als Beobachter.

  • 04.10.2003

    Die tschechischen Kommunisten fordern ein Referendum über die künftige Verfassung der Europäischen Union. Darüber informierte am Samstag der Vorsitzende der "Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens", Miroslav Grebenicek in Prag. Mit dem vorliegenden Entwurf des EU-Verfassungskonvents, der von der Regierungskonferenz in Rom am Samstag als Diskussionsgrundlage bekräftigt wurde, sind die tschechischen Kommunisten nicht einverstanden. Das tschechische Abgeordnetenhaus wird am kommenden Dienstag zu einer Debatte über die EU-Verfassung zusammentreffen. Der kommunistische Abgeordnete Vojtech Filip kritisierte das tschechische Kabinett am Samstag dafür, dass es nicht in der Lage gewesen sei, dem Parlament seine Haltung zum Verfassungsentwurf vor Beginn der Regierungskonferenz in Rom vorzustellen. Der tschechische Premierminister Vladimir Spidla hatte kurz vor dem Treffen in Rom in einem Gespräch für die Nachrichtenagentur CTK nicht ausgeschlossen, dass Tschechien zu einigen Punkten des Verfassungsentwurfs klar "Nein" sagen werde.

  • 03.10.2003

    Die Demokratische Bürgerpartei (ODS), größte Oppositionspartei Tschechiens, hat sich am Freitag dafür ausgesprochen, dass über den Entwurf für eine europäische Verfassung auch in der oberen Parlamentskammer, dem Senat, diskutiert wird. Über die Einberufung einer entsprechenden Sitzung soll nach den Worten des bürgerdemokratischen Senatsvizevorsitzenden Premysl Sobotka am Dienstag entschieden werden. Zur Einberufung einer Sondersitzung ist mindestens ein Drittel der Stimmen in der oberen Parlamentskammer erforderlich. Die untere Parlamentskammer, das Abgeordnetenhaus, wird am kommenden Dienstag auf einer Sondersitzung über den EU-Verfassungsentwurf debattieren.

  • 02.10.2003

    Der tschechische Ministerpräsident Vladimir Spidla hat sich während seines offiziellen Besuchs in Ankara für einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union ausgesprochen. Die Türkei gehöre zu Europa, sagte Spidla am Donnerstag bei einem Mittagessen mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan.

    Einen Schritt zum Ausbau der bilateralen Beziehungen machten beide Seiten mit der Unterzeichnung eines Sozialversicherungsabkommens sowie einer Vereinbarung über kulturelle Zusammenarbeit. Spidla sprach sich des weiteren für eine Ausweitung der Handelsbeziehungen aus und regte unter Hinweis auf die Kohlevorkommen beider Länder eine Kooperation in der Energiepolitik an.

  • 02.10.2003

    Unterschiedliche Meinungen darüber, ob die künftige EU-Verfassung den Weg zu einem europäischen Superstaat ebne, hat erwartungsgemäß eine Debatte hervorgerufen, die das Zentrum für Wirtschaft und Politik in Prag am Donnerstag veranstaltete. Zu den Teilnehmern des Diskussionsforums sprachen dabei zwei tschechische Vertreter des EU-Konvents, der konservative Abgeordnete Jan Zahradil und Vizeaußenminister Jan Kohout. Die Debatte wurde von Tschechiens Präsidenten Vaclav Klaus moderiert. Zahradil bemängelte an dem vorliegenden Verfassungsentwurf, dass dieser eine Reihe von Kompetenzen, die bisher den Mitgliedsstaaten gehörten, auf die übernationale Ebene verschiebe. Dieser Behauptung widersprach Vizeaußenminister Kohout. Seiner Äußerung nach ist Prag zu 95 % mit dem Verfassungsentwurf einverstanden.

  • 02.10.2003

    Die Tschechische Republik kann frühestens in den Jahren 2009 bzw. 2010 den Euro einführen. Darauf haben sich die Tschechische Nationalbank, das Finanz- und das Industrieministerium des Landes geeinigt. Das Dokument, das dazu verabschiedet wurde, muss noch vom Kabinett gebilligt werden. Voraussetzung für die Einführung der Europa-Währung sind die Sanierung der öffentlichen Finanzen sowie weitere Reformen.

  • 02.10.2003

    Die Tschechische Republik braucht nach der Meinung von Finanzminister Bohuslav Sobotka ein strengeres Gesetz über den Interessenskonflikt. Die Novelle sollte sich auch auf Repräsentanten von Landkreisen und großen Gemeinden beziehen, denn auch dort gebe es Korruptionsrisiken, sagte Minister Sobotka am Donnerstag auf einem Seminar zu gegen die Korruption gerichteten Maßnahmen, das von der Organisation Transaperncy International veranstaltet wurde. Des weiteren sprach sich Sobotka für eine Verschärfung der Bedingungen für Regierungsmitglieder, Abgeordnete und Senatoren aus.

  • 02.10.2003

    Einzelne Ministerien in Tschechien sollten im Zusammenhang mit dem bevorstehenden EU-Beitritt des Landes ihre Sonderabteilungen für europäische Integration auflösen und sicherstellen, dass alle ihre Abteilungen "europäisch" arbeiten. Dies sagte Außenminister Cyril Svoboda am Donnerstag vor den Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses des tschechischen Abgeordnetenhauses. Die Zusammenarbeit der Behörden mit Brüssel müsse schnell sein und dürfe nicht durch Sondersektionen gebremst werden, meinte Svoboda.

  • 02.10.2003

    Der inzwischen auf den Bahamas lebende ehemalige tschechische Bürger Viktor Kozeny wurde in den USA wegen Diebstahls und Veruntreuung von 182 Millionen US-Dollar angeklagt. Es handelt sich um Gelder, die Investoren im Zusammenhang mit Kozenys Aktivitäten bei der Privatisierung in Aserbaidschan verlustig gegangen sind. In der Tschechischen Republik wird Viktor Kozeny bereits wegen des Verdachts der Veruntreuung von 11,5 Milliarden Kronen (ca. 360 Millionen Euro) verfolgt.

  • 02.10.2003

    Präsident Vaclav Klaus wird den Prorektor der Polizeiakademie in Prag, Jan Musil, als Verfassungsrichter vorschlagen. Seine Ernennung muss von der oberen Parlamentskammer gebilligt werden. Diese lehnte andere vom Staatsoberhaupt vorgeschlagene Kandidaten bereits fünf Mal ab.

Pages