Neuer Dokumentarfilm über Kardinal Czerny in Brünn vorgestellt
Ein neuer Dokumentarfilm beschreibt das Leben von Kardinal Michael Czerny, der aus Brno / Brünn stammt. Der Film wurde am Mittwoch im Brünner Kino Art feierlich vorgestellt. In der Dokumentation wird an Czernys Herkunft und das bewegte Schicksal seiner Vorfahren während des Zweiten Weltkriegs erinnert sowie Czernys Bemühungen, den Migranten unter die Arme zu greifen.
Der Ururgroßvater von Czerny, Michael Hayek, war 1873 Mitbegründer der Brünner Brauerei Starobrno. Michael Czerny ist 1946 geboren. Obwohl seine Eltern und Großeltern Katholiken waren, wurde ein Teil seiner Familie in den KZs ermordet, und Czernys Mutter verbrachte während des Kriegs zwei Jahre in den Konzentrationslagern. Ende 1948 emigrierte die Familie mit den Söhnen Michael und Robert aus der Tschechoslowakei nach Kanada. Die Mutter habe immer eher nach vorne geschaut, sagte Michael Czerny während der Debatte nach dem Film. Er merkte an, er erinnere sich nicht daran, dass die Mutter das Leben in Kanada mit dem früheren Leben während des Kriegs in Verbindung gesetzt hätte. Aber auch in Montreal habe er, so Czerny, Mitschüler gehabt, deren Familie im KZ Theresienstadt war.
Der Leiter des Brünner jüdischen Museums Malý Mehrin, Martin Reiner, hatte Czerny vor einem Jahr kontaktiert. Im Sommer wurde der Dokumentarfilm gedreht.