Havlíček, Macinka und Klaus kritisieren Ausrichtung des Sudetendeutschen Tages in Brünn

Tschechiens Vizepremier Karel Havlíček (Partei Ano) hat sich am Sonntag zur Debatte um den Sudetendeutschen Tag geäußert, der in diesem Jahr in Brno / Brünn ausgetragen wird. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hätte mehr Verstand an den Tag legen sollen und das Treffen nicht in Tschechien stattfinden lassen sollen, sagte Havlíček in einer politischen Talkshow im Tschechischen Fernsehen (ČT). Die Veranstaltung würde alte Wunden aufreißen, so der Industrie- und Handelsminister weiter.

Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě) wiederholte seine Worte von Freitag und sagte, Bernd Posselt, der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, habe die Situation unterschätzt. Brünn stehe in Flammen, so Macinka. Der Minister forderte Gegner der Veranstaltung dazu auf, die Situation nicht zu eskalieren.

Auch Tschechiens ehemaliger Staatspräsident Václav Klaus äußerte sich am Sonntag zu der Debatte. Dem Fernsehsender CNN Prima News sagte Klaus, den Sudetendeutschen Tag in Tschechien zu veranstalten, sei sinnlos und eine Provokation.

Der Sudetendeutsche Tag wird vom 22. bis zum 25. Mai in Brünn stattfinden. Die Landsmannschaft wurde dazu vom Festival Meeting Brno eingeladen. Die tschechische Regierung kritisiert das Treffen und hat eine Erklärung vorgelegt, in der die Veranstalter aufgefordert werden, die Aktion abzusagen. Das Dokument soll am Donnerstag vom Abgeordnetenhaus verabschiedet werden.