Neue Online-Karte zur historischen Bevölkerungsentwicklung im tschechischen Grenzraum

Ein neues Kartenportal zeigt die Veränderungen in der Zusammensetzung der Bevölkerung im tschechischen Grenzraum am Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Onlineprojekt des Nationalen Forschungsinstituts zu den sozioökonomischen Folgen von Krankheit und systemischen Risiken (SYRI) basiert vor allem auf Daten der Volkszählungen von 1930 und 1950. Es verarbeitet aber auch bisher nicht publizierte Angaben aus der Registrierung der Bevölkerung der böhmischen Länder aus der Nachkriegszeit. Die Website wurde Anfang August der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Bewohnerschaft der Grenzgebiete der Tschechoslowakei veränderte sich in den 1940er Jahren in Folge der Vertreibungen der deutschsprachigen Bewohner und der Neuansiedlungen. Erst der genaue Blick auf die einzelnen Regionen lege das wirkliche Ausmaß dieser Entwicklung dar, betont Matěj Korčák von SYRI und der Prager Karlsuniversität. Dies helfe zu verstehen, warum diese historischen Ereignisse sich auch auf die heutige gesellschaftliche Entwicklung niederschlagen.