Zwinkernde Kabinen mit Panorama-Blick auf Prag – neue Standseilbahn auf den Petřín wieder in Betrieb
Die Standseilbahn auf den Prager Hausberg Petřín ist am Dienstagmorgen nach mehr als zwei Jahren wieder in Betrieb genommen worden.
Am Dienstag warteten schon kurz vor 7 Uhr morgens mehrere Dutzend Menschen auf die erste Fahrt der neuen Standseilbahn auf den Berg Petřín. In den vergangenen zwei Jahren haben nicht nur die Prager, sondern vor allem auch die Touristen die beliebte Attraktion in der tschechischen Hauptstadt vermisst. Daniel Šabík ist Sprecher der Prager Verkehrsbetriebe. Er sagte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:
„Die Standseilbahn auf Petřín wird nach fast genau zwei Jahren wieder in Betrieb genommen. Denn zuletzt fuhr sie am 13. September 2024.“
Damals musste die Seilbahn gestoppt werden, nachdem starke Regenfälle den Hang instabil gemacht hatten. Zudem hatten die Kabinen, die aus den 1980er Jahren stammten, ausgedient. Die neuen Kabinen wurden vom tschechischen Studio Anna Marešová designers entworfen. Dessen Chefin Marešová wurde für den Kabinenentwurf mit dem German Design Award 2025 in der Kategorie Luftfahrt, Marine und Bahnen ausgezeichnet. Es handelt sich um die bereits vierte Version von Standseilbahnen, die vom Prager Újezd Richtung Petřín fahren. Die erste Seilbahn wurde bereits 1891 in Betrieb genommen. Anna Marešová merkte im Tschechischen Rundfunk an, dass die Historie des Bahnbetriebs hochinteressant sei.
„Oben in der Bergstation Petřín gibt es eine Ausstellung zur Geschichte der Standseilbahn. Sie beschreibt die Anfänge, als 1891 die Seilbahn mit Wasser betrieben wurde. Das finde ich faszinierend. Dann folgten die Kabinen aus den 1930er Jahren und natürlich auch diejenigen von 1985, die ich kenne. Das war vermutlich mein Ausgangspunkt. Zusammen mit meinem Team habe ich mich bemüht, auf dieser Kabine aus den 1980er Jahren aufzubauen.“
Die neuen Kabinen bieten jeweils Platz für bis zu 120 Passagiere. Der große Unterschied liegt laut der Designerin darin, dass man von der neuen Seilbahn aus eine großartige Aussicht hat.
„Es handelt sich, würde ich sagen, um einen Panoramablick. In der früheren Kabine gab es einen Platz für den Seilbahnführer, der natürlich vorne stand und die beste Aussicht hatte. Der Platz für ihn ist weggefallen. Die Passagiere haben also den wunderbaren Blick auf Prag direkt vor Augen. Natürlich spielt die Seilbahn in puncto Technik in einer ganz anderen Liga. Denn die frühere Version wurde vor mehr als 40 Jahren konstruiert. Die neue Seilbahn befindet sich wirklich auf einem hohen Niveau.“
Die Designerin fügte hinzu, es befinde sich zwar kein Fahrer in der Standseilbahn selbst, aber sie werde von einem Kontrollraum auf der Bergstation gesteuert. Dabei handelt es sich laut Marešová nicht um eine vollautomatische Seilbahn.
Wie die Designerin weiter betonte, wollte sie eine angenehme und nicht extravagante Bahnkabine entwerfen. Sie habe sich mit ihren Kollegen noch eine Besonderheit ausgedacht, erzählt die Designerin.
„Wir haben darüber lange gesprochen, bis wir auf eine Idee kamen: Da die beiden Fahrzeuge aneinander vorbeifahren, findet genau in diesem Moment eine Interaktion statt. Das eine Fahrzeug zwinkert, und das andere reagiert darauf, indem es seinen Innenraum rot beleuchtet. Dies ist dann am Abend und bei schlechtem Wetter gut sichtbar.“
Die Standseilbahn wird zunächst im Probebetrieb fahren. Die Fahrkarte kostet 100 Kronen (rund vier Euro). Kinder unter 15 und Personen über 65 Jahre zahlen nichts. Die Bahn fährt alle zehn Minuten in der Zeit von 7 bis 22:15 Uhr.
Die Seilbahn wird vor allem von Besuchern genutzt, die zum Aussichtsturm und zur Štefánik-Sternwarte wollen. Oft fahren aber auch Studenten mit, die in den Wohnheimen auf dem Strahov wohnen.















