Nova-Intendant Zelezny will 27 Millionen Dollar-Darlehen zurück zahlen

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Es scheint, als wenn das Jahr 2001 medial gesehen im Zeichen der tschechischen TV-Anstalten stehen wird. Doch nach der Krise im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Ceská televize (CT), wo der ehemalige Generaldirektor Jirí Hodac keine drei Wochen im Amt verblieb, ist es nun der private Sender Nova, der für Schlagzeilen sorgt. Oder besser, dessen umtriebiger Generaldirektor Vladimír Zelezný, der derzeit mit der amerikanischen Gesellschaft CME einen handfesten Rechtsstreit um Millionenbeträge und Aktienanteile austrägt. Mehr zu den Details von Lothar Martin.

Wie in unserer Anmoderation zum Tagesecho durch den Pressesprecher der tschechischen Gesellschaft CET 21, Martin Chalupský, zu hören war, sind 27,1 Millionen Dollar im Spiel, die nach einem jüngst vom Schiedsgericht in Amsterdam gefällten Urteil durch Vladimír Zelezný an die amerikanische Gesellschaft CME zurück zu zahlen sind. Zelezný erklärte in einer von ihm am Dienstag in Prag inszenierten Pressekonferenz, dass er sich diesem Urteil stellen werde, jedoch im Gegenzug von den Amerikanern, die ihm 1997 23 Millionen Dollar für die Fernseharbeit zur Verfügung stellten, auch etwas zurück will. Dazu sagte uns CET-21-Sprecher Milan Chalupský: Der Aktienanteil, den Zelezný 1997 an CME abtrat, beträgt 5,8 Prozent. Es war ein Anteil der von ihm geführten Gesellschaft CET 21, die im Besitz der Sendelizenz von TV Nova ist, an der Gesellschaft CNTS, die als Betreibergesellschaft für den Inhalt des Programms verantwortlich zeichnete.

Der bei der Pressekonferenz anwesende mediale Vertreter von CME, Michael Donath, stellte aber zum Wert der Aktien, die Zelezný zurück haben will, klar:

"Aber darüber, mit welchem Wert die Aktie zurückgegeben werden muss, ist im Vertrag nichts festgehalten. Zelezný sagte also die Unwahrheit, als er in der Pressekonferenz über sein Recht am hohen Ausgangswert der Aktie sprach."

Fakt ist, Zelezný muss und will zahlen, er könne aber den geforderten Betrag nicht cash aufbringen. Mit jedem Tag, den er dabei verstreichen lässt, fallen weitere 3200 Dollar an Verzugszinsen löhnen. Deshalb hat CME die tschechischen Gerichtsorgane aufgefordert, Zeleznýs Eigentum pfänden zu lassen. Wie der Millionenstreit ausgeht, ist ungewiss. Sicher ist nur, dass Zelezný und seine einstigen Geldgeber wieder für ein Medienspektakel gesorgt haben.