Performance-Festival: In Prag kann man zur Zeit Bücher auf den Bäumen, den Batman oder einen bissigen Mann sehen

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Prager Dampfwalze ist der Titel eines künstlerischen Festivals, das in diesen Tagen in Prag stattfindet. Nicht aber etwa Geschichte und Technik stehen dabei im Vordergrund, sondern ganz umgekehrt: Mit der provokativen und teilweise auch aggressiven Kunst der Performance werden Prager Bürger in Innen- und Außenräumen, freiwillig und unfreiwillig, konfrontiert. Mehr Informationen von Daniela Kralova.

Für den Westen nichts Neues. Performance ist eine Kunst, die provozieren soll. Anti-bürgerlich und gegen die offizielle Kultur zielend, versuchen die westlichen Performer seit bereits mehreren Jahrzehnten auf gesellschaftliche Missstände zu zeigen. Jetzt kamen einige von Ihnen nach Prag, um auch die hiesige Gesellschaft mit ihrer Kunst zu konfrontieren und sich mit Performern aus Tschechien und anderen osteuropäischen Ländern auszutauschen. Was kann die Leute aus Ost und West, in deren Arbeit sich grundsätzlich verschiedene gesellschafltiche Erfahrungen widerspiegeln, verbinden, fragte ich den Kurator des Festivals Jiri Sevcik: Das ist das verbindende Element. Die Lücke, die zwischen Künstlern aus Ost und West besteht, könnte nach Sevcik zum Beispiel die slowenische Formation IRWIN zu überbrücken versuchen. Wie, fragte ich nochmals den Kurator: Worauf sollen sich Prager Bürger während des Festivals noch gefasst machen? Batman wird in Prager Straßen unterwegs sein, politische Bücher werden plötzlich auf Bäumen wachsen. Der Russe Oleg Kulik wird möglicherweise als ein Hund auftreten, bellen und beissen.

Das Festival, das im Rahmen des Projektes Prag - Kulturstadt Europas 2000 stattfindet, dauert noch bis zum Dienstag und ist auch im Internet, unter www.sca-art.cz zu finden.

Autor: Daniela Kralova
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