Politik

Von Kathrin Bock.

Langsam aber sicher neigt sich unser Sprachkurs dem Ende zu. Ein wichtiges Thema dürfen wir nicht vergessen - politika - die Politik. Denn sollten Sie sich in Tschechien in eine typische Kneipe - hospoda verirren, dann sollten Sie mitreden können, denn auch hier wird darüber debatiert. Geschimpft wird natürlich am meisten über die vláda - die Regierung und ihre ministři - Minister und deren Chef, der in Tschechien als premiér - Premier oder aber předseda vlády - Regierungsvorsitzender bezeichnet wird. Theoretisch gibt es auch ministryně - Ministerinnen, doch in der jetzigen Regierung gibt es keine einzige ministryně.

Oberhaupt des Staates ist der prezident - der Präsident. Dieser residiert hierzulande auf der Prager Burg - Pražský hrad. Oftmals hört man deshalb auch, dass "die Burg" - hrad - etwas entschieden hat.

Auch in Tschechien existiert ein Parlament - parlament. Dieses unterteilt sich in die sněmovna - so etwas wie in Deutschland den Bundestag und den senát - den Senat oder aber Oberhaus. In der sněmovna sitzen die poslanci - Abgeordneten und im senát die senátoři - Senatoren. Beide Häuser haben ihren jeweiligen Vorsitzenden - předseda. Auch hier verabschiedet das Parlament zákony - Gesetze. Die Verfassung heisst im Tschechischen übrigens ústava. Die einzelnen Minister residieren in ihren Ministerien - ministerstva. Der premiér hat sein Büro im úřad vlády - Regierungsamt.

Die Parlamentswahlen parlamentní volby finden alle vier Jahre statt. Nächstes Jahr wird es wieder soweit sein - die Parteien - strany werden sich in grossangelegten Wahlkampagnen předvolební kampaň bemühen, möglichst viele Wähler - voliči zu gewinnen. Die stärkste Partei wird dann vom Präsidenten mit der Regierungsbildung beauftragt. Da in der Regel keine Partei über eine absolute Mehrheit im Parlament verfügt, wird normalerweise eine Koalition koalice gebildet.

Nach den letzten Parlamentswahlen war das Ergebnis jedoch solcher Gestalt, dass sich die tschechischen Politiker - politici etwas ganz besonderes einfallen liessen, die opoziční smlouva - das wortwörtlich als Oppositionsvertrag bezeichnete Tolerierungsabkommen zwischen den regierenden Sozialdemokraten - socialní demokraté und der grössten Oppositionspartei, der Občanská demokratická strana - ODS - der Demokratischen Bürgerpartei.

Führen wir noch kurz die anderen Parlamentsparteien an, die bürgerliche Unie svobody Freiheitsunion und Křesťanská demokratická unie - Československá strana lidová - Christlich-demokratische Volkspartei, die in den nächsten Wahlen mit zwei weiteren kleinen Parteien eine Wahlkoalition bilden wollen, die sog. Čtyřkoalice Viererkoalition. Im Parlament vertreten ist zudem die Komunistická strana Čech a Moravy KSČM - Die Kommunistische Partei Böhmens und Mährens.

So das war es über die Politik. Na slyšenou - auf Wiederhören für heute sagen Markéta Maurová und Katrin Bock.