Premier Babiš: Beneš-Dekrete abgeschlossene Sache, kein Sudetendeutscher Tag in Tschechien

Laut dem tschechischen Premier Andrej Babiš sind die sogenannten Beneš-Dekrete eine abgeschlossene Sache. Außerdem könne er sich keinen Sudetendeutschen Tag in Tschechien vorstellen, so der geschäftsführende Regierungschef bei einer Fragestunde im Abgeordnetenhaus. Für die tschechische Seite sei diese Angelegenheit für immer erledigt, erklärte der Ano-Politiker am Donnerstag.

Initiiert hatte die Befragung der kommunistische Abgeordnete Jiří Valenta. Der Parlamentarier wollte damit auf eine Aussage des Staatssekretärs beim Bundesinnenministerium Stephan Mayer reagieren. Der CSU-Politiker sagte beim Sudetendeutschen Tag in Augsburg vergangenes Wochenende, dass die Beneš-Dekrete in einem Europa der Rechtsstaatlichkeit und Freiheit keinen Platz mehr hätten.

Als Reaktion auf die Besatzung durch Nazi-Deutschland wurden nach dem Zweiten Weltkrieg weit über zwei Millionen alteingesessener Deutscher aus der Tschechoslowakei vertrieben, Hundertausende kamen dabei ums Leben. Durch die Dekrete des damaligen tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Beneš sollte dies legitimiert werden.