Rockfestival in Trutnov

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Zehntausend Rockfans versammelten sich am Wochenende im ostböhmischen Trutnov, um die zehnte Jubiläumsauflage des legendären Festivals zu erleben. Mehr dazu von Katrin Schröder.

Von Freitag mittag bis Sonntag nacht gaben sich rund 60 Bands ein Stelldichein - unter ihnen alte Bekannte der tschechischen und internationalen Rockszene, aber auch einige neuere Gesichter. Rock und Folk, Jazz, Funk und afrikanische Rhythmen haben gleichberechtigt nebeneinander ihren Platz. 1987 wurde das erste Trutnover Festival ausgerichtet - damals mussten die Veranstalter, damals wie heute nicht an Kommerz interessierte Musikfans, sich noch vor der Polizei fürchten. Nach der Wende stieg das Interesse ebenso wie die Besucherzahlen rapide an - Höhepunkt war sicherlich das 1997er Festival mit dem triumphalen Auftritt der amerikanischen Progressivrocker Faith no more.

Trutnov wollte aber schon immer mehr als "nur" Musik bieten. Zur Tradition gehört auch die Beschäftigung mit transzendentalen Fragen. In diesem Jahr widmeten die Veranstalter das Festival der Mutter Erde und dem Weltall - im hörbaren Sinne: Mystische Trommelklänge schwebten die ganze Zeit über dem Gelände, um Erde und Weltall zu grüssen. Ausserdem hatten die Besucher Gelegenheit, sich in einem indianischen Zeltdorf über die spirituellen Grundlagen dieser Gemeinschaft zu informieren. Mitorganisator Filip Kolaci meint dazu:

"Bis zu einem bestimmten Grad wollen wir keine Reklame machen für irgendwelche konkreten geistigen oder philosophischen Wege. Letztes Jahr war das Festival Hare Krishna gewidmet, einem Ableger des Hinduismus. Dieses Jahr widmen wir uns den Indianern, sozusagen einer Naturreligion. Es gibt einfach eine Riesenmenge von solchen Dingen, wie zum Beispiel den Schamanismus. Das wollen wir mit der Zeit mehr und mehr Leuten näherbringen: Dass es ist gut, das zu erforschen und auszuprobieren, zu überprüfen, ob das, was die Leute dort verkünden, wahr ist oder nicht."

Was aber vor allem anderen die Hauptsache ist, verrät uns Mitorganisator Tomas Bucil:

"Hier geht es um eine dreitägige, permanente Party, wo sich Leute treffen, sich kennenlernen, Kontakte und Bekanntschaften knüpfen und einfach geniessen. Und natürlich um qualitativ gute Musik."

Einziger Wermutstropfen: Präsident Vaclav Havel, der als langjähriger Fan schon oft in Trutnov gesehen wurde, hat sich dieses Jahr aber leider nicht blicken lassen.

Autor: Katrin Schröder
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