Sportreport

r_2100x1400_radio_praha.png

Ahoi und herzlich willkommen zum Sportreport von Radio Prag. Am Mikrofon ist auch heute wieder für Sie - Lothar Martin.

Fußball und Eishockey - das sind Publikumssportarten schlechthin, die in Tschechien zumeist die ganze Nation elektrisieren. Und im Falle der Eishockeycracks, die jüngst in Deutschland zum dritten Male in Folge die WM-Trophäe holten, ist man hierzulande geradezu verzückt von der Tatsache, die wirklich Besten in der Welt zu sein. Deshalb erhofft man sich von den nicht weniger beliebten Fußballern, dass sie es ihren Kufenflitzern gleichtun mögen und sich - zunächst einmal - auch wieder für eine Weltmeisterschaft qualifizieren können. Um dieses Ziel - die im kommenden Jahr in Japan und Korea stattfindende WM-Endrunde - zu erreichen, muss sich die tschechische Mannschaft in der europäischen Qualifikationsgruppe 3 gegen Dänemark, Bulgarien, Island, Nordirland und Malta durchsetzen. Inwieweit ihr das bisher gelungen ist, das verraten wir Ihnen gleich.


Zu Beginn der laufenden WM-Qualifikation schien alles wie von selbst zu laufen. Die tschechische Auswahl setzte dort fort, wo sie bei der Ausscheidung zur EM-Endrunde 2000 aufgehört hatte: mit Siegen ohne Gegentor. Dem wertvollen 1:0-Auswärtssieg über Bulgarien in Sofia ließ man ein klares 4:0 gegen Island folgen - und die Konkurrenz schien ehrfürchtig zuzusehen. Doch ausgerechnet der ungeliebte Fußballzwerg Malta wurde beim 0:0 im Oktober vergangenen Jahres auf der Mittelmeerinsel zum ersten Stolperstein. Und fortan sollte sich zeigen, dass sich ein gewisser Verschleiß unter den in Europas Top-Ligen kickenden tschechischen Fußballstars breitmachen sollte.

Beim 1:0 in Nordirland konnte ein weiterer Punktverlust gerade noch so abgewendet werden, aber schon vier Tage später, am 28. März d.J., reichte es für die Mannen von Auswahltrainer Jozef Chovanec gegen den vermutlich größten Konkurrenten Dänemark nur zu einem mühevoll erkämpften torlosen Unentschieden. Gästetrainer Morten Olsen trauerte nach der Partie in Prag der vergebenen Siegchance ein wenig nach, doch er setzte bereits auf das Rückspiel. Und das förderte Historisches zutage! Denn den Dänen um Angriffsstar Ebbe Sand gelang nicht nur ein 2:1-Sieg, sondern der erste Erfolg im 18. Vergleich gegen eine tschechische bzw. tschechoslowakische Vertretung überhaupt. Für die Nedved, Berger & Co. war es gleichzeitig die erste Niederlage nach 18 WM- und EM-Qualifikationsspielen in Folge! Und für Torwart Pavel Srnicek waren es ebenso die ersten Gegentore in der laufenden WM-Qualifikation.

Kein Beinbruch sollte man meinen, wenn diese Niederlage nicht gleichbedeutend mit dem Absturz auf den dritten Tabellenrang gewesen wäre. Und erstmals geriet auch Trainer Chovanec´s Position ins Wanken. Der Trainer selbst sah sein Team nicht in der Krise, sondern lediglich die Ergebnisse würden den gezeigten Leistungen nicht entsprechen. Eine Aussage von Brisanz, die ihm im verflixten siebten Gruppenspiel - der Heimbegegnung mit Nordirland - fast zum Verhängnis wurde. Denn gegen die äußerst destruktiv eingestellten Nordiren erlaubten sich die tschechischen Kicker einmal mehr den Luxus, 100-prozentige Chancen im Akkord zu vergeben. So war es den einzigen Akteuren im Kader, die derzeit noch bzw. wieder in der einheimischen Liga spielen, vorbehalten, die Weichen auf Sieg zu stellen. Nachdem der Deutschland-Rückkehrer und nun für Slavia Prag kickende Pavel Kuka sowohl das 1:0 als auch das 2:1 erzielt hatte, kam es in der 90. Minute der Begegnung noch zu folgender Situation:

Aufgrund dieses 3:1-Erfolges ist die tschechische Mannschaft also noch durchaus gut im Rennen bei der Vergabe der WM-Tickets für 2002. Nicht zuletzt dank des 32-jährigen Pavel Kuka, dem zweifachen Torschützen, mit dem ich nach der aufregenden Partie folgendes Gespräch führen konnte:

Und mit diesen schönen Sommer-Urlaubs-Aussichten sind wir auch schon wieder am Ende unseres heutigen Sportreports angelangt. Den nächsten Report gibts - wenns beliebt - heute in 14 Tagen.