Sportreport

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Ahoi und herzlich willkommen zum Sportreport von Radio Prag. Am Mikrofon begrüßt Sie Lothar Martin.

Die Wintersportsaison in den schneeabhängigen Sportarten geht in diesen Tagen zu Ende. Eine der populärsten unter ihnen ist das Skispringen, wo auch diesmal wieder die Schanzenpiloten aus Deutschland, Finnland und Österreich tonangebend waren. Den Taktstock allerdings schwang ganz eindeutig der "Überflieger der Saison", der Pole Adam Malysz. Zu ihm können die tschechischen Springer nur neidisch emporschauen, denn auch in diesem Winter flogen die böhmisch-mährischen Adler der Konkurrenz nur hinterher. Warum das so war und ob Besserung in Sicht ist, darüber sprachen wir mit einem kompetenten Experten, dem 71-jährigen ehemaligen Landestrainer für Skisprung, Josef Lánský. Lánský hat heute zwar nur noch eine administrative Tätigkeit im tschechischen Skisportverband inne, doch die Entwicklung in seinem Umfeld verfolgt er seit über 30 Jahren. Deshalb fragten wir ihn zunächst nach den Gründen für die anhaltende Flaute im tschechischen Skispringen: Doch nicht nur die Anzahl an Nachwuchsspringern ist in den letzten zehn Jahren in Tschechien stark zurückgegangen, auch die materielle Basis hat sich verschlechtert, insbesondere was die Ausstattung der Schanzen anbelangt: Die Begründung, warum man heutzutage für die Ausbildung junger talentierter Springer das ganze Jahr braucht und deshalb auch das Training im Sommer auf Mattenschanzen so wichtig ist, lieferte Lánský gleich nach: Trotz aller Probleme steckt man den Kopf aber nicht in den Sand. Vielmehr sollen anhand der Entwicklung in der internationalen Skisprungszene, so Lánský, nun auch Ärzte und Psychologen in die Betreuung der Sportler eingebunden und weitere Aspekte berücksichtigt werden: Etwas wehmütig nannte Lánský die Namen der einstigen tschechischen Springergrößen wie Jirí Raska, Pavel Ploc und Jirí Parma. Doch auch die heutige Springergeneration um Michal Dolezal und Jakub Suchacek sei nicht chancenlos, wenn sie - wie im Fall von Suchacek - nur mehr an sich arbeiten würde. Daher sieht Lánský für die Zukunft auch nicht schwarz: Bis man an die Klasse eines Adam Malysz oder eines Martin Schmitt heranreichen wird, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen. Lánský ist deshalb auch des Lobes voll über den Polen Malysz: