Täglicher Nachrichtenüberblick

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Neujahrsansprache: Laut Babiš erlebt Tschechien sehr erfolgreiche Zeit

Premier Andrej Babiš (Partei Ano) hat am Mittwoch als erster tschechischer Regierungschef eine Neujahrsansprache gehalten. In seiner Rede betonte der Ano-Politiker, dass seine Regierung so wie bisher auch künftig vor allem in die Menschen hierzulande investieren wolle. Als eine Veränderung von grundlegender Bedeutung bezeichnete Babiš das neue Baugesetz, er hob die künftigen Vorteile der Digitalisierung hervor und er unterstrich die Wichtigkeit von wirksamen Vorkehrungen für eine hohe Cybersicherheit. Nach Aussage von Babiš erlebe die Tschechische Republik eine der erfolgreichsten und glücklichsten Perioden ihrer neuzeitlichen Geschichte. Zudem präsentiere sich das Land sehr selbstbewusst in den internationalen Beziehungen.

Die Opposition kritisierte die Rede des Premiers nahezu durchweg als das Bauen von Luftschlössern und das Ergebnis einer einseitigen Sichtweise durch die rosarote Brille. Form und Inhalt der Rede seien eine Rückkehr zur Diktion der 1980er Jahre, als es allen sehr gut gegangen sein soll dank der Arbeit der Regierung und ihres Chefs, bemerkte Oppositionsführer und Bürgerdemokraten-Chef Petr Fiala.

Prag begrüßt neues Jahr 2020 mit Feuerwerk und Videomapping

Die tschechische Hauptstadt Prag hat das Jahr 2020 am Neujahrstag mit einem Feuerwerk und einem Videomapping an der Fassade des Nationaltheaters begrüßt. Beide Shows wurden von Zehntausenden Menschen live verfolgt. Das Videomapping war ein Projekt unter der Bezeichnung „My, Praha“. Es wurde ab 18.15 Uhr zweimal in Folge aufgeführt, die Zuschauer haben es vom prall gefüllten Wenzelsplatz aus gesehen.

Das Feuerwerk wurde ebenso am Abend des Neujahrstages abgebrannt, doch zum ersten Male im zweiten Prager Stadtbezirk. Es wurde aus einer öffentlichen Spendensammlung finanziert. Wegen des enormen Zuschauerinteresses ist es ab 18 Uhr zu einem kleineren Verkehrschaos gekommen. Die Metrostation Vyšehrad konnte eine halbe Stunde lang nicht bedient werden, weil die Menschenansammlung rund um den Kongresspalast zu groß geworden war. Nach dem Ende des Feuerwerks beruhigte sich die Lage wieder, die Metrozüge der Linie C halten seitdem auch wieder an der Station Vyšehrad.

Drei Tote und viele Brandverletzte bei Neujahrsfeiern in Tschechien

Die Feiern in der Silvesternacht sind in Tschechien mehr oder weniger üblich verlaufen, die Zahl der zu löschenden Brände allerdings war ungewöhnlich hoch. Zumeist handelte es sich aber um kleinere Brandherde, die die Feuerwehr bei ihren Einsätzen zu bekämpfen hatte. In der Mehrzahl wurden sie durch die unsachgemäße Nutzung von Pyrotechnik hervorgerufen.

In der Neujahrsnacht gab es im ganzen Land allerdings auch drei Tote zu beklagen. In der Region um die alte Hussitenstadt Tábor ist eine betrunkene Frau die Treppe heruntergestützt, sie hat den Sturz nicht überlebt. Nach dem Brand in einem Familienhaus im südböhmischen Horní Planá / Oberplan bei Český Krumlov / Böhmisch Krumau fanden Feuerwehrleute am Mittwochmorgen die Leiche eines Mannes. Ein weiterer Mann wurde im Prager Vorort Dolní Počernice offensichtlich von einem Zug erfasst, er erlag seinen schweren Verletzungen.

In der Mehrzahl wurde der Rettungsdienst gerufen, um betrunkene Erwachsene und Kinder zu behandeln, des Weiteren wegen zugefügter Verletzungen nach Schlägereien sowie nach Unfällen wegen Trunkenheit oder Pyrotechnik. In der Hauptstadt Prag verlief die Silvesternacht hingegen verhältnismäßig normal, hier musste die Polizei keine grundlegenden Sicherheitsprobleme lösen.

Erstes Neugeborene 2020 in Tschechien kam in Břeclav zur Welt

In der Nacht und am Morgen des Neujahrstages wurde in Tschechien auch mehreren neuen Mitbewohnern das Leben geschenkt. Das erstgeborene Baby des Jahres 2020 ist ein kleines Mädchen aus Südmähren. Ihre Mutter brachte es nur 58 Sekunden nach Mitternacht im Krankenhaus in Břeclav / Lundenburg zur Welt. Die kleine Laura ist 50 Zentimeter groß und wiegt 3160 Gramm.

Nur eine Minute nach ihr kam auch der erste Junge des Jahres zur Welt; er heißt Artem und wurde in der Hauptstadt Prag geboren. Er wurde per Kaiserschnitt ans Licht geholt. Der Sprössling ist 44 Zentimeter groß und wiegt 2940 Gramm.

Virtuose der Viola da Gamba Petr Wagner verstorben

Nach schwerer Krankheit ist am 30. Dezember vergangenen Jahres der erstklassige Spieler der Viola da Gamba, Petr Wagner, verstorben. Der weltweit anerkannte Künstler wurde nur 50 Jahre alt. Wagner war zudem Gründer und künstlerischer Leiter des Ensembles Tourbillon. Als Solist oder Musiker von Kammerformationen gastierte Wagner sehr häufig bei großen Festivals, zudem nahm er viele Tonträger auf.

Petr Wagner wurde am 13. Juni 1969 in Prag geboren. Er arbeitete mit vielen bedeutenden europäischen Persönlichkeiten im Bereich der gebildeten Interpretation der Alten Musik zusammen.

Neujahrskonzert der Tschechischen Philharmonie zu Werken heimischer Künstler

Musikalisch wurde das Jahr 2020 in Tschechien am Abend des 1. Januar mit einem Neujahrskonzert der Tschechischen Philharmonie sowie der Kapelle der Burgwache und Polizei des Landes in Prag eröffnet. Unter der Leitung des Dirigenten Jakub Hrůša wurden Kompositionen berühmter tschechischer Künstler gespielt. Im vollbesetzten Dvořák-Saal des Rudolfinums (Künstlerhaus) erklangen Werke von Antonín Dvořák, Josef Suk, Bedřich Smetana und Leoš Janáček.

Die Tschechische Philharmonie wurde von Gastdirigent Jakub Hrůša geführt. Der 38-jährige Brünner ist Chefdirigent der Bamberger Symphoniker und ebenso Gastdirigent des Londoner Philharmonia Orchestra. Bei der Aufführung der Sinfonietta von Leoš Janáček bekam auch die Kapelle der Burgwache und Polizei des Landes ihren Auftritt. Dieser Klangkörper ist sonst vorrangig für die musikalische Begleitung aller staatlichen Zeremonien auf der Prager Burg zuständig.

Das Wetter am Freitag, dem 3. Januar 2020

Am Freitag ist es in Tschechien zunächst klar bis heiter. In Lagen unterhalb 400 Metern kann sich ebenso wie am Donnerstag Raureif bilden aufgrund von Nebel oder niedriger Bewölkung. Glatteisgefahr bestehe vor allem in Nordböhmen und im Südwesten Mährens, warnen die Meteorologen. An einigen Orten könne der frostige Zustand durchaus den ganzen Tag über anhalten, heißt es.

Im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung von Westen her zu, die Meteorologen rechnen im Westen örtlich mit Regen, in Höhenlagen über 1000 Meter aber wird der Niederschlag als Schnee fallen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 3 bis 7 Grad, in Süd- und Mittelmähren indes nur bei -1 bis 3 Grad Celsius.