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Tschechien hat erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zu Neujahr teilweise aufgehoben

Mit Beginn des neuen Jahres ist in Tschechien die erhöhte Stufe der nationalen Sicherheitsmaßnahmen aufgehoben worden. Die erweiterten Vorkehrungen seien nach dem terroristischen Anschlag in Paris getroffen worden. Dazu gehörte beispielsweise die schärfere Überwachung von Einkaufscentern, sagte Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) am Donnerstag der Nachrichtenagentur ČTK. Dennoch sei die Polizei auch ab Neujahr dazu angehalten, eine hohe Wachsamkeit an den Tag zu legen, ergänzte Chovanec. Den Informationen zufolge, die ihm vorliegen, aber drohe dem Land kein terroristischer Angriff.

Die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen traten vergangenes Jahr in der Nacht vom 13. zum 14. November in Kraft. Bei der Serie von terroristischen Anschlägen in Paris waren kurz zuvor rund 130 Menschen getötet worden. In Tschechien überwachte die Polizei danach Einkaufszentren, die internationalen Flughäfen des Landes oder die französische Botschaft in Prag besonders streng. Laut Innenminister Chovanec wurden diese Maßnahmen nun in der Silvesternacht wieder aufgehoben. Bis zu diesem Zeitpunkt habe man keine besonderen Vorkommnisse registriert, betonte Chovanec.

Sobotka: Haltung Bayerns zu Einwanderung ist Tschechien näher

Die Haltung Bayerns zur Einwanderung ist Tschechien näher als die Standpunkte vieler westeuropäischer Länder. Dies sagte Tschechiens Premier Bohuslav Sobotka am Mittwoch nach einem Besuch in einem Siemens-Werk im bayerischen Amberg. Im Vergleich zu den meisten westeuropäischen Ländern vertrete Bayern einen Standpunkt zur Migration, der Tschechien und den Visegrád-Ländern langfristig sehr nahe sei, so Sobotka. Bei seinem Besuch in Bayern sprach Tschechiens Premier mit Ministerpräsident Horst Seehofer überwiegend über die automatisierte Produktion. Aktuelle Fragen wie die Flüchtlingskrise sollen während eines zweitägigen Besuchs in München im März behandelt werden. Sobotka lud Seehofer für den Mai zur Eröffnung der böhmisch-bayerischen Landesausstellung über Karl IV. nach Prag ein.

Umfrage: Tschechen sehen Deutschland immer kritischer

Die tschechische Bevölkerung sieht Deutschland wesentlich kritischer als vor zwei Jahren. Wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts STEM hervorgeht, stehen 49 Prozent der Tschechen dem Nachbarland positiv gegenüber. 2013 wurde noch ein Wert von 62 Prozent erzielt. Nach Vermutung der Meinungsforscher liegt die Ursache in der deutschen Flüchtlingspolitik. Vor allem in höher gebildeten Schichten hat sich das Bild von Deutschland in den vergangenen Jahren verschlechtert. Wesentlich kritischer als 2013 sehen die Tschechen auch viele weitere Länder wie Schweden (70 Prozent / minus 11), Frankreich (70 / - 7), die Niederlande (71 / - 8) und Großbritannien (70 / - 5). Die USA kommen auf eine Zustimmung von 43 Prozent und verloren damit 11 Punkte im Vergleich zu 2013. Auf Platz eins der Beliebtheitsskala steht weiterhin das Nachbarland Slowakei, dem 86 Prozent der Tschechen positiv gegenüber stehen. In der Untersuchung wurde nur eine Auswahl von Ländern abgefragt. Sie wurde vom 3. bis zum 11. Dezember 2015 unter 1014 Menschen durchgeführt.

Firma Deloitte: Tschechiens Wirtschaft wird fünf Jahre lang um über zwei Prozent wachsen

Die tschechische Wirtschaft wird in den Jahren 2017 bis 2021 jährlich um durchschnittlich 2,2 Prozent zulegen. Der Lebensstandard in Tschechien sollte sich dadurch bis zum Jahr 2021 auf 88 Prozent des EU-Durchschnitts erhöhen. Das wäre der höchste Wert unter den Ländern Ost-Mitteleuropas. Dies geht aus der Prognose der tschechischen Filiale der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma Deloitte hervor, die am Donnerstag in Prag bekanntgegeben wurde.

In diesem Jahr sollte die tschechische Wirtschaftskraft um 2,5 Prozent zunehmen. Das Wachstum des vergangenen Jahres, das Deloitte genauso wie das nationale Statistikamt bei 4,7 Prozent festmacht, sei aufgrund bestimmter Einflüsse indes außergewöhnlich, sagte Deloitte-Chefökonom David Marek vor Journalisten.

Dostálová: Tschechiens Tourismusbranche erzielte 2015 Rekordeinnahme

In die Tschechische Republik kommen immer mehr Touristen aus Asien, vor allem aus China. Zwei wesentliche Gründe dafür seien eine gute Werbekampagne und die verbesserte Infrastruktur. So wurde im Jahr 2014 in Prag in einer chinesisch-tschechischen Ko-Produktion der Film „Tam, kde to známe jen my“ (dt. etwa: „Dort, wo nur wir es kennen“) gedreht. Und im vergangenen Jahr wurde die Fluglinie Prag – Peking eingeführt. In diesem Jahr soll die Direktverbindung zwischen Prag und Schanghai hinzukommen. Die asiatischen Touristen sollen zudem durch die Werbekampagne über die Feierlichkeiten zum 700-jährigen Jubiläum des Geburtstages von Karl IV., dem ehemaligen römisch-deutschen Kaiser und König von Böhmen, angelockt werden. Dies sagte die stellvertretende Ministerin für Regionalentwicklung, Klára Dostálová, am Donnerstag zur Eröffnung der Tourismusmesse in Brno / Brünn. Laut Aussage von Dostálová hat die tschechische Tourismusbranche das vergangene Jahr mit einem neuen Rekord abgeschlossen. Ihr zufolge verbuchte die Branche 2015 Einnahmen von über 108 Milliarden Kronen (ca. vier Milliarden Euro).

Prager Traditionskaufhaus lockt Touristen mit chinesischem Namen an

Um kaufkräftige chinesische Touristen anzulocken, geht ein Prager Traditionskaufhaus neue Wege. Das Modehaus Kotva (Anker) im Stadtzentrum hat sich in Zusammenarbeit mit Fachleuten zusätzlich einen chinesischen Namen gegeben, wie die Zeitung „Pravo“ am Donnerstag berichtete. „Kao-Tsche-Wa“ erinnere klanglich an das Ursprungswort und bringe zudem „Außergewöhnlichkeit und Qualität“ zum Ausdruck. Den Namen will das Kaufhaus in Kampagnen nutzen, die auf chinesische Kunden zielen, teilte das Management des Warenhauses mit. Die Bedeutung von Reisenden aus dem Reich der Mitte für den tschechischen Einzelhandel wächst stetig. Im dritten Quartal 2015 gaben sie nach Angaben des Steuer-Dienstleisters Global Blue erstmals mehr aus als russische Touristen. Das Kaufhaus Kotva ist eines der ältesten in der tschechischen Hauptstadt. Es stammt aus dem Jahr 1975 und gilt wegen seiner einzigartigen hexagonalen Modulbauweise als architektonisches Schmuckstück.

Neue Ausstellung über Brünner Industriellenfamilie Löw-Beer

Eine neue Ausstellung in Brno / Brünn beleuchtet das Schicksal der Industriellenfamilie Löw-Beer. Wie die Organisatoren vom Stadtmuseum Brünn mitteilten, wird sie am kommenden Samstag in der Villa Löw-Beer eröffnet. Die Schau bietet einen Einblick in die Architekturgeschichte und den Lebensstil der Familie von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die deutsch-jüdische Familie Löw-Beer betrieb zu dieser Zeit mehrere Textilfabriken und trug bedeutend zum wirtschaftlichen Aufschwung Brünns bei. Auch die weltbekannte funktionalistische Villa Tugendhat ist mit den Löw-Beers verbunden: Auftraggeberin Greta Tugendhat war eine Tochter von Firmenmagnat Alfred Löw-Beer. Der Großteil der Familie floh 1939 vor den Nazis nach Großbritannien, Alfred Löw-Beer starb 1939 unter ungeklärten Umständen auf der Flucht.

Drehbuchautor Peter Morgan kommt zum Febiofest

Der britische Drehbuchautor Peter Morgan kommt als Ehrengast zum Prager Filmfestival Febiofest im März. Wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten, erhält der Autor von Filmen wie „Frost/Nixon“, „Der letzte König von Schottland“ und „Rush“ den Festival-Preis Kristian für seinen Beitrag zum Weltkino. Morgan wurde mehrmals mit dem britischen Filmpreis BAFTA ausgezeichnet, für den Streifen „The Queen“ erhielt er den Golden Globe. Mit Tschechien ist der Drehbuchautor zudem familiär verbunden: Der 52-Jährige ist der Schwiegersohn des Politikers Karel Schwarzenberg. Das Febiofest findet vom 17. bis zum 25. März in Prag statt.

Biathlon: Soukalová verteidigt mit Platz drei im Einzel die Führung im Weltcup

Zum Auftakt der Weltcuprennen der Frauen im oberbayerischen Ruhpolding hat Gabriela Soukalová am Donnerstag im Einzel über 15 Kilometer mit einem Schießfehler den dritten Platz belegt. Der Sieg ging an die Italienerin Dorothea Wierer, die fehlerfrei blieb, Zweite wurde die Finnin Kaisa Mäkäräinen, die wie Soukalová einmal danebenschoss. Die 26-jährige Tschechin bestieg damit schon zum sechsten Mal in dieser Saison das Siegerpodium. In der Gesamtwertung des Weltcups konnte Soukalová zudem ihre Führung auf Marie Dorin Habert auf 45 Punkte ausbauen. Die Französin landete mit zwei Schießfehlern nur auf Rang sechs. Die zweitbeste Tschechin Veronika Vítková wurde Vierzehnte.

Eishockey: Jandač wird nach Saison neuer tschechischer Nationaltrainer

Die tschechische Eishockey-Nationalmannschaft wird ab der kommenden Saison einen neuen Cheftrainer haben. Es ist der derzeitige Coach von Sparta Prag, Josef Jandač, der zudem in dieser Saison als Assistent des amtierenden Auswahltrainers Vladimír Vůjtek (68) fungiert. „Das hat der Exekutivausschuss des tschechischen Verbandes (ČSLH) am Donnerstag einhellig entschieden“, teilte Verbandschef Tomáš Král in einer Presseerklärung mit. Mit Josef Jandač habe man sich auf einen Zwei-Jahres-Vertrag geeinigt mit der Vorgabe, dass er ausnahmslos die Nationalmannschaft trainieren werde, ergänzte Král.

Zu der für Außenstehende etwas überraschenden Entscheidung sei es gekommen, weil Vladimír Vůjtek bislang stets nur auf seinem Ein-Jahres-Vertrag bestanden habe, der Verband aber bereits jetzt die Vorkehrungen für den Weltcup treffen müsse, der im Spätsommer stattfindet. Dazu gehöre beispielsweise die vorzeitige Nominierung von 16 Spielern einschließlich zweier Torhüter bis zum 1. März, erklärte Král. Sollte sich Vůjtek dazu entschließen, im Auswahlbereich weitermachen zu wollen, dann bestünde laut Vereinbarung die Möglichkeit, dass Jandač und Vůjtek auch nach der WM noch gemeinsam hinter der Bande stehen. Allerdings dann mit dem jüngeren Sparta-Trainer als Chef, so Král.

Das Wetter am Freitag: bewölkt mit Schneefall, bis 5 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt mit vorübergehenden Aufheiterungen. In weiten Teilen des Landes wird es schneien, im Böhmerwald wird der Flockenwirbel am längsten anhalten. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -1 bis +3 Grad Celsius, im Südosten sind auch bis zu plus 5 Grad möglich. In Lagen um 1000 Meter werden maximal -4 Grad Celsius erreicht. Es weht ein schwacher Westwind, in Südböhmen allerdings ist er kräftiger und erreicht Windspitzen von 15 Meter pro Sekunde. Im Böhmerwald kann es daher auch zu Schneeverwehungen kommen.