Täglicher Nachrichtenüberblick

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Tschechische Krone fällt auf Zehnjahrestief zum Dollar

Die tschechische Währung hat am Freitag eine psychologische Marke in ihrem Wechselkurs zum Dollar durchbrochen. Gegen Mittag wurde sie am Devisenmarkt mit einem Kurs von 25,01 Tschechischen Kronen für einen US-Dollar gehandelt. Das war die niedrigste Taxierung der Krone zum Dollar seit dem Sommer 2005. Gegen 13.30 Uhr stabilisierte sich die tschechische Währung wieder ein wenig, ihr Kurs lag danach bei 24,90 Kronen je Dollar. Zum Geschäftsschluss um 17 Uhr stand der Kurs bei 24,68 Kronen je Dollar.

Finanzexperten führen die Kursabwertung der Krone zum Dollar auf die Devaluation des Euro zur US-Währung zurück, die durch eine Entscheidung der Europäischen Zentralbank herbeigeführt wurde. Das Kursverhältnis der Krone zum Euro liegt derzeit bei 27,8 zu 1.

Tschechien hält an Euro-Mindestkurs fest

Die tschechische Nationalbank (ČNB) hält an ihrem Mindestkurs gegenüber dem Euro fest. Sie folgt damit nicht dem Beispiel der Schweizer Nationalbank, die ihren Mindestkurs vor mehr als einer Woche aufgegeben hatte. „Die Kursgrenze von 27 Kronen pro Euro wird wahrscheinlich länger gelten, als wir erwartet hatten“, sagte Notenbank-Chef Miroslav Singer der in Bratislava erscheinenden Zeitung „Hospodářské noviny“ (Freitag-Ausgabe). Der Währungshüter begründete dies mit der Gefahr fallender Preise. Eine Grenze am anderen Ende gebe es nicht. Politiker und Gewerkschaften haben die Schwächung der Krone kritisiert, weil Ersparnisse entwertet würden.

Ano-Partei wird über Änderungen zum Koalitionsvertrag im Februar diskutieren

Die mitregierende Ano-Partei wird die von ihr angekündigten Änderungsvorschläge zum Koalitionsvertrag noch nicht vorlegen. Im Moment werde man lediglich eine Einschätzung zur bisherigen Zusammenarbeit in der Koalition abgeben. Über die möglichen Vorbehalte zum Koalitionsvertrag, beispielsweise im Bereich Steuern oder der Transparenz von staatlichen Institutionen, werde die Partei erst im Februar diskutieren, sagte Vizepremier und Ano-Parteichef Andrej Babiš am Freitag vor Journalisten. Ursprünglich wollte die Regierungspartei ihre Änderungsvorschläge schon jetzt vorlegen.

Ein Jahr nach der Unterzeichnung des Vertrages gehen die Koalitionäre nun daran zu prüfen, welche ihrer gemeinsamen Ziele bisher erfüllt wurden und in welchen Punkten man demgegenüber Korrekturen vornehmen sollte. Im Gegensatz zur Ano-Partei verlautbarten die Sozialdemokraten (ČSSD) und die Christdemokraten (KDU-ČSL), dass der Koalitionsvertrag weiterhin ihren Vorstellungen entspreche.

Verkehrsministerium: Deutsche Mindestlohnregelung verstößt gegen europäisches Recht

Die Auslegung des deutschen Mindestlohngesetzes, nach dem auch ausländische Lkw-Fahrer auf deutschen Straßen mit 8,50 Euro pro Stunde entlohnt werden müssen, verstößt gegen europäisches Recht. Das ist die Meinung des tschechischen Verkehrsministeriums, sie wurde den Medien am Freitag durch dessen Sprecherin kundgetan. Gegen diese Regelung hat sich am Freitag auch die polnische Regierung erhoben. Die tschechische Politik wartet indes noch immer auf eine offizielle Stellungnahme des deutschen Arbeitsministeriums. Das Verkehrsministerium und das Arbeitsministerium in Prag hatten schon im Dezember Anfragen zum neuen Mindestlohngesetz bei ihren deutschen Kollegen vorgebracht.

Viktoriagruppe bestreitet Einlagerung tschechischer Erdölreserven

Die Insolvenzverwaltung der Viktoriagruppe bestreitet in einem vorläufigen Beschluss, dass sich in den Tanklagern der Firma in Bayern tschechische Ölreserven befinden. Wie der Vorsitzende der tschechischen Erdölverwaltung, Pavel Švagr am Freitag mitteilte, soll dieser Beschluss angefochten werden. Man besäße Rechnungen, zudem sei die Einlagerung durch ein internationales Abkommen garantiert, das im Jahr 2004 mit der deutschen Regierung geschlossen wurde.

Tschechien lagert einen Teil seiner Erdölreserven in Tanklagern der deutschen Firma Viktoriagruppe. Nach dem Insolvenzantrag der Gruppe im vergangenen Jahr wurden die Ölreserven aus den Tanklagern der Firma in Tschechien bereits abgezogen. Seit Ende letzten Jahres bemüht sich Tschechien um die Herausgabe der Reserven, die in Krailling bei München eingelagert sind.

Kriminalität in Tschechien so niedrig wie seit 10 Jahren nicht

In Tschechien wurden im vergangenen Jahr 288.660 Straftaten erfasst. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 11,3 Prozent. Zugleich stieg die Aufklärungsquote bei Kriminalfällen um fünf Prozentpunkte auf nunmehr 49 Prozent. Die Daten gab die Polizei am Freitagvormittag bekannt. Wie Kriminalstaatssekretär Zdeněk Laube mitteilte, seien die Straftaten damit erstmals seit zehn Jahren auf unter 300.000 gesunken. Polizeipräsident Tomáš Tuhý führt den Rückgang auf die verbesserte finanzielle und personelle Ausstattung der Polizei zurück. Auch die Aufklärungsquote ist so gut wie zuletzt vor zehn Jahren. Mit über 209.000 Fällen wurde 2014 am häufigsten wegen Eigentumsdelikten ermittelt. Im Bereich der Wirtschaftskriminalität erfasste die Polizei über 30.000 Fälle, an Gewalttaten wurden knapp 17.000 Fälle registriert.

Hitler-Reden dürfen weiter in Tschechien verkauft werden

Ein Buch mit gesammelten Hitler-Reden darf weiter in Tschechien verkauft werden. Das hat das Kreisgericht in Brno / Brünn am Freitag entschieden. Die Richter bestätigten damit ein Urteil des Stadtgerichts Brno vom vergangenen September. Angeklagt waren der Brünner Guidemedia-Verlag unter Leitung von Pavel Kamas und Lukaš Novák sowie der Herausgeber des Buches, Stanislav Beer. Die Publikation versammelt 18 Hitler-Reden und ist erstmals im Jahr 2012 in einer Auflage von 10.000 Stück erschienen, im vergangenen Jahr wurde eine zweite Auflage gedruckt. Die Staatsanwaltschaft hatte vorgebracht, das Buch würde Hitler verherrlichen und den Holocaust gutheißen. Im Falle einer Verurteilung hätten den Angeklagten bis zu acht Jahre Haft gedroht. Ob der Fall nun in letzter Instanz vor den Obersten Gerichtshof geht, ist noch unklar.

Bei Großbrand in Kojetín sterben 1900 Schweine – 200.000 Euro Schaden

Im mährischen Kojetín bei Přerov sind am Freitagmorgen durch einen Großbrand in örtlichen Abferkelstall 1900 Ferkel und Sauen verendet. Der den Landwirten durch die getöteten Schweine entstandene Schaden wird mit 2,5 Millionen Kronen beziffert, die Schäden am Gebäude und der inneren Technologie belaufen sich auf drei Millionen Kronen. Das entspricht einem Gesamtschaden von umgerechnet 200.000 Euro.

Zum Löschen des Brandes waren fünf Feuerwehrzüge im Einsatz. Beim Eintreffen am Brandort stellten sie fest, dass sowohl die Ausstattung und Technologie als auch das Gebäude in Flammen standen. Trotz ihres beherzten Vorgehens konnten die Feuerwehrleute nur 20 kleinere Schweine retten. Die Brandursache wird derzeit ermittelt. Die Ermittlungen werden vermutlich einige Tage andauern.

Tschechische Spielzeughersteller erwarten 2015 neuen Rekordexport

Die traditionellen Spielzeughersteller in Tschechien rechnen für dieses Jahr mit einem neuen Absatzrekord im Ausland. Ihren Erwartungen nach wird 2015 der Export um durchschnittlich 17 Prozent zulegen. Das gab der Verband der tschechischen Spielzeughersteller am Freitag auf einer Pressekonferenz in Prag bekannt. Vorläufigen Schätzungen des Verbandes zufolge werden Spielwaren in einem Gesamtwert von nahezu zwei Milliarden Kronen (ca.70 Millionen Euro) exportiert. Mit großen Ambitionen reisen die Hersteller auch zur Nürnberger Spielwarenmesse, wo in diesem Jahr rund eine Million Spielzeuge aus aller Welt zu sehen sind.

In Tschechien gibt es zirka 230 traditionelle Spielzeughersteller. Im Jahr 2013 haben diese Firmen Spielwaren in einem Volumen von 2,2 Milliarden Kronen (ca. 79 Millionen Euro) produziert, davon wurden Waren im Wert von 1,6 Milliarden Kronen (ca. 57 Millionen Euro) exportiert. Die größten tschechischen Exporteure sind ABA factory, Abrex, BD Tova Brno, Moravská ústředna DUV Brno oder Detoa Albrechtice. Zudem haben mit Lego, Simba, Playmobil und Ravensburger vier große internationale Hersteller Produktionsfilialen in Tschechien.

Tennis: Berdych nach Sieg über Troicki im Achtelfinale der Australien Open

Tennisspieler Tomáš Berdych hat zum fünften Mal in Folge das Achtelfinale der Australien Open erreicht. In der dritten Turnierrunde bezwang er am Freitag in Melbourne den Serben Viktor Troicki in drei Sätzen mit 6:4, 6:3 und 6:4. Der nächste Gegner des 29-jährigen Tschechen ist der Lokalmatador Bernard Tomic.

In der Damenkonkurrenz sind hingegen zwei Tschechinnen nach der dritten Runde ausgeschieden. Karolína Plíšková unterlag der Russin Jekaterina Makarowa mit 4:6 und 4:6, Lucie Hradecká der Deutschen Julia Görges mit 6:7 und 5:7. Für Tschechien sind somit im Damen-Einzel nur noch Petra Kvitová und Barbora Záhlavová-Strýcová im Rennen.

Handball-WM: Tschechisches Team holt ersten Sieg gegen Island

Die tschechische Handball-Nationalmannschaft hat bei den Weltmeisterschaften in Katar ihren ersten Sieg erkämpft. Am Donnerstag hat sie das Team aus Island mit 36:25 bezwungen. Durch diesen Erfolg haben sich die Männer um Kapitän Filip Jícha die Chance auf den Einzug ins Achtelfinale gewahrt, und das trotz der drei Niederlagen davor. Voraussetzung dafür ist am Samstag ein Sieg über Algerien, und zugleich darf Island gegen Ägypten nicht gewinnen.

Eishockey: Trainer Růžička holt Olympiasieger Ručinský ins Nationalteam zurück

Gut drei Monate vor Beginn der Eishockey-WM im eigenen Land hat der tschechische Nationaltrainer Vladimír Růžička am Freitag sein Aufgebot für zwei Testspiele gegen Russland bekanntgegeben. Etwas überraschend, aber auch nicht ganz unerwartet berief er auch den 43-jährigen Angreifer Martin Ručinský in den Kader. „In den Spielen von Litvínov, die ich gesehen habe, schien mir Ručinský stets der Beste auf dem Eis zu sein“, begründete der Coach seine Wahl für den Olympiasieger (1998) und dreifachen Weltmeister. Ručinský kehrt damit nach neun Jahren ins Nationalteam zurück. Zuletzt spielte der Dino bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin im tschechischen Auswahlteam. Im Aufgebot für die zwei Begegnungen der Euro Hockey Tour, die am 5. Februar in Karlovy Vary / Karlsbad und am 7. Februar in Prag stattfinden, stehen zudem elf Spieler aus der russischen KHL.

Das Wetter am Samstag: wolkig, im Osten Schneefall, bis 2 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien überwiegend wolkig bis bedeckt, in Böhmen ist es vorübergehend auch heiter. In Mähren und Mährisch-Schlesien wird es gelegentlich schneien, im östlichen Teil sind die Schneefälle stärker. Zum Abend wird es auch in Westböhmen etwas schneien. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -2 bis +2 Grad Celsius. In Lagen über 1000 Meter erreichen die Tageshöchstwerte lediglich -4 Grad Celsius.