Täglicher Nachrichtenüberblick

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Krankenschwester wegen sechsfachem Mordverdacht in Haft

Die Krankenschwester aus Rumburk / Rumburg, die unter Mordverdacht steht, wurde am Donnerstag verhaftet. Die 50-Jährige soll seit 2010 im Krankenhaus der nordböhmischen Stadt sechs schwerkranke Patienten mit Kaliumchlorid-Spritzen getötet haben. Angeordnet hat die Untersuchungshaft das Bezirksgericht in Ústí nad Labem / Aussig an der Elbe, als Grund nannte ein Gerichtssprecher Fluchtgefahr. Nach dem Tod einer Krebspatientin hatte ein Arzt des Krankenhauses im Juni die Polizei alarmiert. Gutachter entdeckten inzwischen fünf weitere verdächtige Todesfälle aus den Jahren 2010 bis 104. Das Motiv ist bislang unklar. Im Falle einer Verurteilung droht der Frau eine lebenslange Haftstrafe.

Außenminister Zaorálek zu Kurzbesuch im Irak

Der tschechische Außenminister Lubomir Zaorálek hat in Bagdad mit seinem Amtskollegen Ibrahim al-Dschafari über die Bedrohung durch den Islamischen Staat gesprochen. Wie die Minister nach dem Treffen verlauten ließen, seien nicht nur der Irak, sondern auch Tschechien, Europa und die ganze Welt in Gefahr. Bei dem Treffen am Donnerstag würdigte der irakische Außenminister die humanitäre und politische Unterstützung von Tschechien im Kampf gegen die Terrororganisation. Aus Sicherheitsgründen hatte das tschechische Außenministerium den Besuch Zaoráleks im Irak nicht vorher angekündigt. Er traf am Donnerstag auch mit Premier Haider Al-Abadi und dem neuen Präsidenten Fuad Masum zusammen. Mit Vertretern der irakischen Kurden verhandelte Zaorálek zudem über weitere militärische Hilfen aus Tschechien. Begleitet wird der Außenminister vom stellvertretenden Verteidigungsminister Tomáš Kuchta und einer Wirtschaftsdelegation.

Krnáčová zur ersten Oberbürgermeisterin Prags gewählt

Die Stadt Prag wird erstmals von einer Frau im Oberbürgermeisteramt geleitet. Am Mittwochabend wurde Adriana Krnáčová von der Partei Ano wie erwartet von einer Mehrheit in der Stadtvertretung an die Spitze des Prager Magistrats gewählt. Krnáčová steht einer Koalition aus der Partei Ano, den Sozialdemokraten und einem Zusammenschluss von Grünen, Christdemokraten und Bürgermeistern vor. Die 54-jährige Oberbürgermeisterin stammt ursprünglich aus der Slowakei. Fast sieben Jahre lang leitete sie das tschechische Büro der Anti-Korruptionsagentur Transparency International. Danach war Krnáčová mehrere Jahre lang in der Privatwirtschaft tätig.

Zeman glaubt an Fortsetzung der Live-Interviews aus Lány

Staatspräsident Miloš Zeman glaubt an die Fortsetzung seiner vierteljährlichen Live-Interviews im Tschechischen Rundfunk. Entscheidend sei, wie die zuständigen Redakteure mit der Entscheidung des Rundfunkrates umgingen, sagte Zeman am Donnerstag während seines Staatsbesuchs im tadschikischen Duschanbe. Seinen Informationen nach wünschten sich die Redakteure eine Fortführung der Interviewreihe in unveränderter Form.

Der Rat des Tschechischen Rundfunks hatte am Mittwoch die Ausstrahlung von Zemans Äußerungen in einem Live-Interview als Gesetzesbruch bezeichnet. Indirekt empfahlen die Ratsmitglieder des öffentlich-rechtlichen Senders, die regelmäßige Interviewreihe mit dem Staatsoberhaupt nicht mehr live auszustrahlen. Zemans extrem vulgäre Äußerungen in dem Interview Anfang November hatten für internationale Aufmerksamkeit gesorgt.

Sobotka würdigt Generalstreik als Schlüsselereignis der Samtenen Revolution

Bohuslav Sobotka hat den Generalstreik als Schlüsselereignis für den Fall des Regimes vor 25 Jahren bezeichnet. Wie der Premier in seiner Rede bei einem Treffen der tschechischen Gewerkschaften sagte, habe sich das kommunistische Regime trotz der Massendemonstrationen bis zu diesem Zeitpunkt auf den Rückhalt der Arbeiter berufen. Laut Sobotka habe die Bevölkerung beim Generalstreik der allgemeinen Unzufriedenheit Ausdruck verliehen und nicht nur auf die Niederschlagung der Demonstration vom 17. November reagiert. Das Regime habe zu dem Zeitpunkt aus dem letzten Loch gepfiffen, sagte Sobotka weiter.

Die tschechischen Gewerkschaften erinnern am Donnerstag an den Generalstreik während der Samtenen Revolution vor 25 Jahren. Am 27. November 1989 hatte eine Mehrheit der Beschäftigten für zwei Stunden ihre Arbeit niedergelegt, um für politische Änderungen in der damaligen Tschechoslowakei zu demonstrieren. Tags darauf kündigte der kommunistische Ministerpräsident Ladislav Adamec an, die Regierung umzubilden.

Zahl der illegalen Ausländer in Tschechien steigt

Die Zahl der Ausländer, die sich illegal in Tschechien aufhalten, hat leicht zugenommen. Wie eine Sprecherin der Ausländerpolizei am Donnerstag mitteilte, wurden in diesem Jahr bereits 3924 Menschen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung aufgespürt. Das sind 500 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum. In den meisten Fällen handle es sich um Menschen aus Libyen, der Ukraine und Russland, die nach Ablauf einer befristeten Aufenthaltsgenehmigung im Land bleiben. Die größte Zahl Illegaler wurde in Prag und im umliegenden Kreis Mittelböhmen ermittelt. Dort lebt etwa die Hälfte der 450.000 offiziell in Tschechien gemeldeten Ausländer.

Markenstreit: Budvar gewinnt in Norwegen gegen Anheuser-Busch

Nach einem 21 Jahre währenden Rechtsstreit hat die Brauerei Budějovický Budvar einen weiteren Sieg gegen den amerikanischen Brauriesen Anheuser-Busch InBev errungen. Wie ein Sprecher der Firma am Donnerstag mitteilte, darf die tschechische Staatsbrauerei in Norwegen ihre Markenbezeichnung „Budweiser“ registrieren lassen. Dies hat das norwegische Patentamt in oberster Instanz entschieden. Die südböhmische Brauerei hatte die Registrierung in Norwegen 1993 beantragt, der amerikanische Konzern hatte dagegen Beschwerde eingelegt. Rechtsstreitigkeiten um die Marke „Budweiser“ gibt es bereits seit 1907. Wegen der älteren Rechte der Tschechen ist es Anheuser-Busch InBev inzwischen in fast 70 Ländern untersagt, die Marke „Budweiser“ zu verwenden.

Ex-Chef der Nationalgalerie muss sich nicht bei Nachfolger entschuldigen

Der frühere Chef der tschechischen Nationalgalerie, Milan Knížak, muss sich nicht bei seinem Nachfolger Jiří Fajt entschuldigen. Dies hat am Donnerstag ein Berufungsgericht in Prag entschieden. Demnach muss Fajt, der seit Juni dieses Jahres an der Spitze der Nationalgalerie steht, als Kläger auch die Gerichtskosten tragen. Knížak hatte 2010 im Tschechischen Fernsehen behauptet, Fajt habe die Nationalgalerie ruiniert. Der Kunsthistoriker leitete zum damaligen Zeitpunkt die Sammlung Alter Kunst. Fajt weist die Anschuldigungen zurück und sagt, er habe keinen Einfluss auf die Finanzen der Nationalgalerie gehabt. Das Prager Stadtgericht hatte in der Angelegenheit vor zwei Jahren zu Gunsten Fajts entschieden, Knížák legte daraufhin Berufung ein. Das aktuelle Urteil könnte in letzter Instanz noch vom Obersten Gerichtshof gekippt werden.

Fußball: Tschechien verbessert sich in Weltrangliste auf Platz 17

Das tschechische Fußballnationalteam hat sich in der Fifa-Weltrangliste deutlich verbessert. Nach vier Siegen in der EM-Qualifikation in Folge liegt Tschechien nun auf Rang 17. Das ist die höchste Platzierung für die Mannschaft seit über fünf Jahren. Zu Beginn der Europameisterschaftsqualifikation hatten die Schützlinge von Nationaltrainer Pavel Vrba noch auf Platz 35 gelegen, in der letzten Weltrangliste war bereits Platz 22 erreicht.

In den Spielen um die Teilnahme an der EM besiegte das tschechische Team zunächst den WM-Dritten Niederlande mit 2:1, dann gewann es in der Türkei mit demselben Ergebnis. Darauf folgte ein 4:2-Erfolg in Kasachstan und Mitte November noch der 2:1-Heimsieg gegen Island.

Basketball-Eurocup: Nymburk verliert bei Oldenburg

Der Basketballverein ČEZ Nymburk hat seine Teilnahme an der Zwischenrunde im Eurocup in Gefahr gebracht. Der tschechische Meister verlor am Mittwochabend beim deutschen Bundesligisten Baskets Oldenburg mit 71:84. Nymburk liegt mit vier Siegen und drei Niederlagen aber weiter auf Platz zwei in der Gruppe C. Die ersten vier Mannschaften qualifizieren sich für die nächste Runde.

Beim Spiel in Oldenburg konnte sich der Gast aus Mittelböhmen lange Zeit durch Zwischenspurts im Spiel halten, über die gesamte Spieldauer dominierte jedoch das Team aus der Bundesliga. Bei Nymburk fehlte mit dem Amerikaner Darius Washington ein wichtiger Spieler, während bei Oldenburg dessen Landsmann Casper Ware mit 24 Punkten zum Top-Scorer wurde. Am kommenden kommenden Mittwoch empfängt Nymburk den belgischen Vertreter Proximus Charleroi.

Das Wetter am Freitag, 28. November

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend leicht bewölkt, vereinzelt gibt es Sprühregen. Nur selten kommt die Sonne durch. Auf den Straßen ist überfrierende Nässe möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 1 bis 5 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal -2 Grad Celsius erreicht.