Täglicher Nachrichtenüberblick

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Tschechischer Präsident Zeman besorgt über Leid in der Ostukraine

Der tschechische Präsident Miloš Zeman hat internationale Hilfe für die Zivilbevölkerung in der Ostukraine gefordert. Man könne sich hierzulande nicht vorstellen, welches Leid die Menschen erleben, die jetzt in der Ostukraine sterben müssen, sagte Zeman am Mittwochabend im Tschechischen Fernsehen (ČT). Er räumte aber ein, dass im Fall des russischen Hilfskonvois Umsicht angebracht sei. Am besten wäre es nach Ansicht des Staatsoberhauptes, wenn Russland, die Europäische Union und die USA die Hilfe für die Notleidenden gemeinsam organisieren würden. Zugleich kritisierte Zeman die Sanktionen des Westens gegen Russland als „sinnlos“, da sie das Misstrauen zwischen den Staaten nur verschärften.

Premier Sobotka bekräftigt Vereinbarung mit Opposition zum Beamtengesetz

Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka will das Beamtengesetz in Tschechien noch in diesem Jahr durchdrücken. Diesbezüglich bekräftigte der Regierungs- und Sozialdemokraten-Chef am Donnerstag noch einmal, dass die Vereinbarung zwischen der Koalition und Teilen der Opposition zum entsprechenden Gesetzentwurf bestehen bleibe. Mit dieser Aussage reagierte Sobotka auf die Kritik von Staatspräsident Miloš Zeman, der den Verzicht auf eine Generaldirektion des öffentlichen Dienstes für einen Fehler hält. Der Präsident habe seine Meinung, doch an der Vereinbarung mit der Opposition sei nicht zu rütteln, da sie dafür sorge, dass der Gesetzentwurf mit einer satten Dreiviertel-Mehrheit im Parlament verabschiedet werden könne, entgegnete Sobotka. Zeman ist indes der Meinung, ohne eine Generaldirektion könne nicht gewährleistet werden, dass an den Ministerien keine sogenannten „politischen Stellvertreter“ berufen werden. Zeman bezeichnete diese Vizeminister als überflüssig, weil sie den Plänen nach keinen konkreten Aufgabenbereich erhalten würden. Die Meinung des Präsidenten zu den Vizeministern teilen die Oppositionsparteien ODS und Top 09, die Vereinbarung mit der Koalition aber wollen sie deshalb nicht aufgeben.

Staatspräsident Zeman lädt Amtskollegen aus Kurdistan und Ägypten ein

Staatspräsident Miloš Zeman hat seine Amtskollegen Masud Barzani aus Kurdistan und Abdel Fattah al-Sisi aus Ägypten nach Tschechien eingeladen. Erwartet wird, dass ein Thema des Treffens mit dem Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan mögliche tschechische Waffenlieferungen an die kurdischen Kämpfer sein könnte. Zum ägyptischen Präsidenten sagte Zeman am Mittwochabend im Tschechischen Fernsehen, dass er sich zu einer Einladung entschlossen habe, erst nachdem al-Sisi gegen die Muslimbrüderschaft vorgegangen sei. Über den Zeitpunkt der Besuche wird derzeit noch verhandelt.

Miloš Zeman ist prinzipiell mit Israel freundschaftlich verbunden. Den islamischen Extremismus hat der tschechische Staatspräsident mehrfach scharf kritisiert.

Humanitäre Hilfe: Angriffe auf deren Mitarbeiter nehmen zu

Mitarbeiter von humanitären Organisationen sind viel häufiger als früher das Ziel von Entführungen und Angriffen. Das sagte Michaela Stachová von der Diakonie der evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder vor Journalisten in Prag. Dort waren am Donnerstag die Vertreter der sechs humanitären Organisationen aus Tschechien zusammengekommen, um sich vor dem Welttag der humanitären Hilfe zu präsentieren. Der Welttag wird am 19. August begangen.

Nahezu jährlich nehmen die Angriffe auf die Mitarbeiter von humanitären Organisationen zu. In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich die Zahl der verletzten, entführten und getöteten Personen nahezu vervierfacht, die bei Auslandseinsätzen der jeweiligen Bevölkerung halfen, die Folgen von Naturkatastrophen zu überwinden. Im Jahr 2004 hat die internationale humanitäre Organisation 125 Opfer unter ihren Mitgliedern registriert, im vergangenen Jahr waren es bereits 460 Opfer. Dies läge vor allem daran, dass die humanitären Helfer mittlerweile schon keine zufälligen Opfer mehr für Terroristen und Radikale seien, erklärte Stachová. Nicht klar sei allerdings, wie viele Helfer aus Tschechien unter den Opfern seien, da in der Statistik nur deren Anzahl, nicht aber deren Nationalität erfasst sei, so Stachová.

Oberster Staatsanwalt gegen Maßnahme der Auto-Beschlagnahmung

Der oberste Staatsanwalt in Tschechien, Pavel Zeman, hält es für wenig sinnvoll, die Autos der Fahrzeugführer zu beschlagnahmen, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen hinterm Steuer sitzen. Das würde die Probleme mit diesen Kraftfahrzeughaltern nicht lösen, er gebe daher härteren Strafen für diese Verkehrssünder den Vorzug, sagte Zeman am Donnerstag der Nachrichtenagentur ČTK. Bei notorischen Wiederholungstätern könnten das auch Gefängnisstrafen sein, bei denen die Inhaftierten zudem eine Entziehungskur zu dem entsprechenden Rauschmittel durchführen müssten, ergänzte Zeman.

Die Maßnahme, das Auto eines Fahrzeugführers einzuziehen, der während seiner Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss steht, hatten sowohl Justizministerin Helena Válková als auch Innenminister Milan Chovanec gefordert. Dabei spielten offenbar ähnliche Eingriffe in anderen europäischen Ländern eine Rolle. Erst kürzlich hat die Schweizer Polizei den Mercedes eines deutschen Rasers beschlagnahmt, der 215 Stundenkilometer schnell unterwegs war. Auf Schweizer Autobahnen sind maximal 120 Stundenkilometer erlaubt.

Tschechisch-deutscher Polizeieinsatz zerstört fünfköpfige Drogenbande

Die Polizisten der tschechischen Antidrogen-Zentrale und ihre deutschen Kollegen haben in der vergangenen Woche die fünf Mitglieder einer organisierten Bande verhaftet. Die Bande vollzog einen illegalen Handel mit Drogen, die sie über die Grenze schmuggelte. Es handelte sich vorzugsweise um Pervitin (Crystal) und Marihuana, sagte die Sprecherin der Zentrale am Donnerstag.

Beim Zugriff auf tschechischem Territorium haben die Polizisten unter anderem ein halbes Kilogramm Pervitin sowie ein Auto mit einem Spezialbehälter, in dem die Drogen transportiert wurden, beschlagnahmt. Die Bande setzte sich aus drei Tschechen, einem Vietnamesen und einem Deutschen zusammen. Der deutsche Bürger war angeblich der Kurier. Laut Information der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wurden in der deutschen Wohnung von einem der Gefangenen rund zwei Kilogramm Marihuana entdeckt.

Tschechische Wirtschaft stagniert im zweiten Quartal des Jahres

Die tschechische Wirtschaft hat im zweiten Quartal dieses Jahres stagniert. Die Analytiker zeigten sich erstaunt, sie hatten ein Wachstum von 0,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal erwartet. Im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres gab es indes ein Plus von 2,6 Prozent. Die Konjunkturdaten sind eine erste vorläufige Schätzung des Tschechischen Statistikamtes vom Donnerstag. Als Grund für die Stagnation nannte das Amt einen Einbruch bei den Einnahmen an Tabakwaren, die Anbieter hatten sich Ende vergangenen Jahres überversorgt.

Brünner Firma Unis büßt vermutlich Milliarden-Auftrag in Russland ein

Die Brünner Engineering-Firma Unis verliert möglicherweise den bisher größten Auftrag, den sie zuvor abgeschlossen hat. Es handelt sich um den Bau einer neuen Raffinerie im russischen Krasnodar für rund eine Milliarde Euro. Dem Projekt fehle es an Geld, zudem sei dessen Realisierung durch die derzeit angespannten politischen Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union wegen des Konflikts in der Ostukraine komplizierter geworden. Das sagte Unis-Geschäftsdirektor Luboš Glozar am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.

Für das Raffinerie-Projekt in Krasnodar hat Unis bereits mehrere Studien ausgearbeitet und die sogenannte Projektvorbereitung bereits vor knapp zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Der russische Investor aber zeige immer weniger Interesse an einer Zusammenarbeit und suche seine möglichen Geldgeber inzwischen schon unter den potenziellen Abnehmern der künftigen Raffinerie-Produkte, erklärte Glozar. Die Firma Unis beendet demgegenüber derzeit die Modernisierung einer Raffinerie im irakischen Basra.

Leichathletik: Geherin Drahotová holt Bronze über 20 Kilometer

Die Geherin Anežka Drahotová hat bei der Leichtathletik-EM in Zürich die erste Medaille für Tschechien geholt. Über 20 Kilometer wurde sie Dritte hinter der Siegerin Elmira Alembekowa aus Russland und der Zweiten Ljudmila Oljanowska aus der Ukraine. Auf Silber fehlte der 19-jährigen Tschechin im Ziel nur eine Sekunde. Drahotová stellte mit 1:28:08 Stunden einen neuen Landesrekord auf.

Aus tschechischer Sicht indes bedauerlich ist das frühe Ausscheiden der Siebenkämpferin Eliška Klučinová. Gleich in der ersten Disziplin, dem 100-Meter-Hürdenlauf, ereilte sie das Missgeschick, dass sie mit der vorletzten Hürde kollidierte und sich dabei verletzte. Die starken Schmerzen am Fußrücken zwangen sie danach zur Aufgabe. Klučinová war am Donnerstag mit guten Medaillenambitionen gestartet.

Radsport: Querfeldein-Weltmeister Štybar bei Tour in Belgien schwer gestürzt

Der dreifache Querfeldein-Weltmeister aus Tschechien, Zdeněk Štybar, ist bei einem Radrennen in Belgien am Donnerstag schwer gestürzt. Kurz vor dem Ziel der vierten Etappe der Eneco Tour wurde Štybar in voller Fahrt von einem Konkurrenten gegen eine Metallbarriere gedrückt, nach der Karambolage flog Štybar kopfüber auf den Asphalt. Der 28-jährige Tscheche blieb mit blutüberströmtem Gesicht und blutigen Beinen liegen und musste von Ärzten viele Minuten lang behandelt werden. Er war bei Bewusstsein, die Schwere seiner Verletzungen war zunächst nicht bekannt.

Štybar hat die Eneco Tour im vorigen Jahr gewonnen. Nach seinem Sieg auf der Etappe am Dienstag lag er auch diesmal vorn, beim Zeitfahren am Mittwoch fiel er dann aber auf den fünften Platz zurück. Das Sieben-Etappen-Rennen endet am Sonntag.

Schacholympiade: Tschechiens Männer blieben hinter den Erwartungen

Die tschechischen Männer haben bei der Schacholympiade im norwegischen Tromsø am Ende den 26. Platz belegt. Das ist ein merklich schlechteres Ergebnis, als mindestens der 16. Rang, den sie angestrebt haben. Dabei sah es im Turnierverlauf wesentlich besser aus für das Quartett um Brett-Eins-Spieler David Navara. Am 7. Spieltag bezwangen Navara & Co. nämlich die favorisierten Russen sensationell mit 3:1, wodurch sie zwischenzeitlich sogar auf Platz drei lagen. Danach aber konnte das tschechische Männerteam kein Duell mehr für sich entscheiden und rutschte nach der abschließenden Niederlage gegen Titelverteidiger Armenien noch bis auf den 26. Platz ab.

Besser machten es die tschechischen Frauen. Sie belegten in der Endabrechnung den 21. Platz. Dabei traten sie ohne zwei ihrer erfahrenen Stützen an. Eine noch bessere Platzierung verbaute sich das junge Damenteam durch die abschließende 1:3-Niederlage gegen Kasachstan – damit fielen die Frauen um Kristýna Havlíková noch um zehn Ränge in der Gesamtwertung zurück.

Das Wetter am Freitag: wolkig mit vielen Schauern, bis 23 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, morgens sind vereinzelt Schauer oder Nebel möglich. Im weiteren Tagesverlauf nimmt die Bewölkung von Westen her zu, dann kann es neben Schauern örtlich auch Gewitter geben. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 19 und 23 Grad, im Westen aber werden es höchstens 17 Grad Celsius sein. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 13 Grad Celsius erreicht.