Täglicher Nachrichtenüberblick

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Österreichischer Kanzler Faymann zu Besuch in Prag

Premierminister Bohuslav Sobotka ist am Donnerstag in Prag mit dem österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann zusammengetroffen. Die beiden Sozialdemokraten unterstrichen die guten Beziehungen zwischen ihren Staaten. Die intensiven Wirtschaftsbeziehungen und der grenzüberschreitende Tourismus würden auch Verbesserungen in der Verkehrsinfrastruktur erfordern, betonte Sobotka. Für die neue tschechische Regierung sei der Ausbau der Verkehrsanbindungen in Südböhmen und Südmähren daher von vorrangiger Bedeutung. Themen der Gespräche waren außerdem Pläne zur besseren Integration des regionalen Gasmarkts, die Krise in der Ukraine und die Zusammensetzung der neuen Europäischen Kommission. Übereinstimmung gibt es im Zusammenhang mit der geplanten Autobahnmaut in Deutschland: Beide Seiten lehnen eine Maut ab, die letztlich nur Ausländer zur Kasse bitten würde.

Sobotka stellt Faymann tschechische Kandidatin für die EU-Kommission vor

Bei seinem Treffen mit Bundeskanzler Faymann hat Premier Sobotka seinem Amtskollegen auch die tschechische Kandidatin für die Europäische Kommission, Věra Jourová, vorgestellt. So wie Österreich mit seinem Kandidaten strebt auch Tschechien mit Jourová den Posten des EU-Kommissars für Regionalentwicklung an. Laut Faymann wird es Aufgabe von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sein, darüber eine Entscheidung zu treffen.

Beide Regierungschefs vereinbarten darüber hinaus, künftig regelmäßig gemeinsame Unterredungen zu führen, bei denen auch der Ministerpräsident der Slowakei zugegen ist. Es ist geplant, die erste gemeinsame Dreierrunde im Frühjahr nächsten Jahres durchzuführen.

Regierungsbeauftragter für Ausbau des AKW Temelín beendete Funktion

Der Regierungsbeauftragte für den Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín, Václav Bartuška, hat seine Funktion beendet. Das gab am Donnerstag das Ministerium für Industrie und Handel in Prag bekannt. Sein Mandat für diese Funktion sei im Juni abgelaufen, er bleibe aber der tschechische Sonderbotschafter für Energiesicherheit, informierte Bartuška über den Webauftritt Echo24.

Ein möglicher Nachfolger von Bartuška wurde noch nicht bestimmt. Das macht die augenblickliche Situation auch nicht erforderlich. Im April dieses Jahres hatte die Regierung verkündet, dass sie die Aufkaufpreise für Strom nicht garantieren könne, daraufhin hat der Betreiber des Atomkraftwerks, der Energiekonzern ČEZ, die Ausschreibung für den Ausbau von Temelín um zwei Reaktorblöcke eingestellt. Seit dieser Zeit ist es offen, ob es eine neue Ausschreibung geben wird oder nicht. Anhand früherer Aussagen von Wirtschaftsminister Jan Mládek sei es auch möglich, dass anstatt zweier Blöcke nur ein neuer Reaktor in Temelín errichtet werde. Dafür sollte ein zweiter Block im südmährischen Atomkraftwerk Dukovany hinzukommen. Václav Bartuška hat die Funktion der Regierungsbeauftragten für den Ausbau von Temelín seit Juni 2010 ausgeübt.

Starke Regengüsse sorgen für Verkehrsstopp in Brünn und Hochwassergefahr in Südböhmen

Heftige Regengüsse haben am Donnerstag in der mährischen Messestadt Brno / Brünn zu lokalen Überschwemmungen und Verkehrsproblemen geführt. Vor allem in der Nähe des Hauptbahnhofes sind die Wassermengen kulminiert, denn hier haben sie eine große Lagune gebildet. Dadurch kam der Verkehr an diesem Knoten solange zum Erliegen, bis die Feuerwehr das Wasser abgepumpt hatte. Der Regen hat auch mehrere Keller überschwemmt, darunter den der Philosophischen Fakultät der Brünner Masaryk-Universität. Zudem drang Wasser durch das Dach in das Atrium der Mahen-Bibliothek ein.

Die anhaltend starken Regenfälle der letzten Stunden haben in Südböhmen bereits Hochwasseralarm ausgelöst. So wurde am Oberlauf der Blanice ab 11 Uhr die dritte und damit höchste Warnstufe ausgerufen. Beträchtlich gestiegen sind auch die Pegel mehrerer Bäche in den Regionen von Prachatice / Prachatitz und Český Krumlov / Krumau. Den Anwohnern wurde daher untersagt, dort zu baden oder mit dem Boot zu fahren. Feuerwehrleute haben zudem präventiv drei Ferienlager der Pfadfinder evakuiert.

Tschechische Industrie warnt vor Verlust des russischen Marktes

Der tschechische Verband für Industrie und Verkehr (SPA) hat vor negativen Folgen der neuen Sanktionen gegen Russland gewarnt. Es gehe nicht nur um Umsatzverluste, sondern um den möglichen Verlust dieses Absatzmarktes, sagte Verbandsvize Radek Špicar am Donnerstag in Prag. Konkurrenten aus China, Südkorea und anderen asiatischen Ländern könnten Marktanteile in Russland hinzugewinnen. Schon jetzt sei der Konkurrenzdruck „außergewöhnlich stark“. Allein tschechischen Unternehmen drohten Verluste in Milliardenhöhe. Der Industrievertreter betonte aber, dass sein Verband in einer Zeit sicherheitspolitischer Krisen den Vorrang der Politik achte.

Nationalbank rechnet mit stärkerem Zuwachs bei Wirtschaftsentwicklung

Die Tschechische Nationalbank (ČNB) hat ihre letzte Prognose zur diesjährigen Entwicklung der tschechischen Wirtschaft nach oben korrigiert. Schätzte sie im Mai noch ein, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 2,6 Prozent steigen wird, so rechnet sie jetzt mit einem Zuwachs von 2,9 Prozent. Dafür hat sie ihre Erwartungen für das nächste Jahr etwas gedämpft. Ihrer neuesten Prognose zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2015 um drei Prozent anwachsen, ursprünglich war die Zentralbank von 3,3 Prozent Zuwachs ausgegangen.

Am Montag dieser Woche hatte bereits das Finanzministerium in Prag seine Prognosen korrigiert. Dem Ministerium zufolge wird die tschechische Wirtschaft in diesem Jahr um 2,7 Prozent und im nächsten Jahr um 2,5 Prozent wachsen.

Zentralbank hält an niedrigem Leitzins und schwachem Kronenkurs fest

Der Bankenrat der Tschechischen Nationalbank (ČNB) hat den Leitzins nicht geändert. Damit liegt der Leitzins nun schon seit über anderthalb Jahren auf dem historischen Minimalwert von 0,05 Prozent. Zudem werde die Bank das Regime ihrer Intervention am Devisenmarkt fortsetzen mit dem Ziel, den Kurs der Landeswährung im Verhältnis von 27 Kronen für einen Euro zu halten. Das gab am Donnerstag der Sprecher der Zentralbank bekannt. Laut Aussage von Zentralbankchef Miroslav Singer werde man die Intervention nicht vor dem Jahr 2016 beenden. Zuvor hatte die Bank stets das zweite Quartal des Jahres 2015 als Zeitfenster für die Aufhebung des geschwächten Kronenkurses angegeben.

Erste Group verbucht Nettoverlust von fast 1 Milliarde Euro

Die österreichische Erste Group Bank, die die Muttergesellschaft der tschechischen Sparkasse (Česká spořitelna) ist, musste im ersten Halbjahr 2014 einen Nettoverlust von fast 930 Millionen Euro verbuchen. Das gab die Bank in einer Pressemeldung am Donnerstag bekannt. Ursachen für den riesigen Fehlbetrag seien extreme Wertberichtigungen auf Kredite in Ungarn und Rumänien sowie eine neuerliche Abschreibung auf die Tochterbank in Rumänien, hieß es.

Die tschechische Tochtergesellschaft informierte am Donnerstag, dass ihr konsolidierter Nettogewinn im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent auf 7,78 Milliarden Kronen (288 Millionen Euro) gesunken sei. Der Betriebsgewinn der Sparkasse, die Tschechiens größtes Bankhaus ist, lag bei 11,47 Milliarden Kronen (424 Millionen Euro).

Schulden der Haushalte und Firmen im Juni weiter gestiegen

Die Verschuldung der tschechischen Haushalte bei den Banken ist im Juni weiter gestiegen. Das geht aus den Daten hervor, die die Tschechische Nationalbank (ČNB) am Donnerstag veröffentlicht hat. Die Schulden der Haushalte wuchsen demzufolge im Juni um mehr als 111 Millionen Euro auf 45,2 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich lag der Anstieg bei rund 1,57 Milliarden Euro. Auch die Verschuldung der Unternehmen nahm zu, informierte die Zentralbank. Im Vergleich zum Vormonat lag der Zuwachs im Juni bei umgerechnet 333 Millionen Euro, so dass die Gesamtschulden der Firmen bei den Banken jetzt umgerechnet 37 Milliarden Euro betragen.

Škoda Auto steigert Gewinn um 75 Prozent

Der Betriebsgewinn des tschechischen Automobilherstellers Škoda Auto ist im ersten Halbjahr um fast 75 Prozent des Vorjahreswertes gestiegen. Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die die Volkswagen Group am Donnerstag veröffentlicht hat. Nach Angaben des Mutterkonzerns hat der Pkw-Hersteller in Mladá Boleslav einen Betriebsgewinn von 425 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Hauptgrund für den deutlichen Gewinnanstieg seien rekordhohe Lieferungen an Kunden, hieß es. Die Verkaufserlöse sind um etwa ein Fünftel gewachsen.

Tschechisches Hyundai-Werk will erneut über 300.000 Autos produzieren

Die tschechische Tochter des koreanischen Autoproduzenten Hyundai will in diesem Jahr wieder über 300.000 Neuwagen auf den Markt bringen. Im Hyundai-Werk im nordmährischen Nošovice wird rund um die Uhr im Drei-Schichten-System produziert, so dass hier im vorigen Jahr 303.460 Fahrzeuge hergestellt wurden. Im ersten Halbjahr wurden bereits fast 160.000 Wagen produziert, in der zweiten Jahreshälfte wird es allerdings durch eingeplante Stillzeiten auch einige Arbeitstage weniger geben.

Die Pkw des Unternehmens aus Nošovice wurden in 52 Länder exportiert, die meisten davon nach Europa. Aber auch im Nahen Osten, in Afrika, der Karibik und in Australien gibt es stabile Käufer der Hyundai-Fahrzeuge. Die größten Abnehmer der Autos kommen indes aus Europa, und zwar aus Deutschland, Russland und aus Großbritannien.

Im vergangenen Jahr hat Hyundai CZ einen Gewinn von umgerechnet 267 Millionen Euro erwirtschaftet. Laut Information des Servers iDnes hat die Firma ihren Besitzern vom Gewinn auch eine Dividende ausgezahlt, diesmal lag sie bei nahezu 200 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr, als die Dividende erstmals ausgezahlt wurde, betrug sie nur etwas mehr als ein Zehntel ihrer diesjährigen Summe – sie lag bei umgerechnet 22 Millionen Euro.

Zahl der Verkehrstoten in Tschechien nimmt wieder zu – Juni und Juli besorgniserregend

Regennasse Straßen und unangemessene Geschwindigkeit haben am Donnerstag in Tschechien wieder zu einer ganzen Reihe von Verkehrsunfällen geführt. Der tragischste von ihnen ereignete sich kurz nach Mittag in der südböhmischen Gemeinde Kámen nahe Pelhřimov. Dort stieß ein Lastwagen mit einem Pkw zusammen. Der Pkw geriet nach dem Aufprall in Brand, alle drei Insassen verstarben am Unfallort. Bei einem frontalen Zusammenstoß zweier Pkw in der mährischen Region von Havlíčkův Brod wurden sieben Personen verletzt, davon ein Mann schwer. Die anderen sechs Verkehrsteilnehmer wurden mit mittelschweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Am Donnerstag kamen insgesamt fünf Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Damit erhöhte sich die Zahl der Verkehrstoten im Monat Juli noch auf 66 Personen – nur ein Opfer weniger als im Juni, als 67 Verkehrstote beklagt wurden. Im Jahresvergleich hat Tschechien damit den negativen Kurs eingeschlagen: Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind bei etwas mehr als 40.000 Verkehrsunfällen 266 Menschen ums Leben gekommen – das sind 26 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das Wetter am Freitag: bewölkt mit Schauern oder Gewittern, bis 28 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt, im Osten des Landes vereinzelt auch Schauer oder Gewitter. Am Morgen zudem örtlich Nebel. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 24 und 28 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 19 Grad Celsius erreicht.