Täglicher Nachrichtenüberblick

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Minister Němeček: Tschechien sollte Rechtsstreit mit Diag Human gewonnen haben

Nach Ansicht von Gesundheitsminister Svatopluk Němeček hat die Tschechische Republik den schon Jahre währenden Rechtsstreit mit der Blutplasma-Firma Diag Human gewonnen. Němeček berief sich bei seiner Aussage auf erste Einschätzungen der Rechtsanwälte seines Ministeriums, die allerdings noch dabei seien, den Text des Berufungsentscheids zu studieren. Deshalb werde sich das Ministerium erst am Montag offiziell zu dem Fall äußern, so Němeček.

Wegen des vom tschechischen Staat vereitelten Handels mit Blutplasma war Diag Human seinerzeit vor ein internationales Schiedsgericht gezogen. Tschechien hatte im Jahr 2008 einen Vergleich mit der Firma verloren und war zur Zahlung von 8,8 Milliarden Kronen (heute 330 Millionen Euro) verpflichtet worden. Die Blutplasma-Firma, die ursprünglich 14 Milliarden Kronen einforderte, hat in Berufung auf den Schiedsentscheid in den vergangenen Jahren in mehreren europäischen Ländern Besitz des tschechischen Staates gerichtlich beschlagnahmen lassen. Ein Gericht in Genf hat dann aber im Juni 2013 angewiesen, dass ein Konto des tschechischen Staates wieder freizugeben ist, dessen Geldfluss die Firma zuvor hatte blockieren lassen. Zudem wurde entschieden, dass der Schiedsentscheid aus dem Jahr 2008, auf den sich Diag Human beruft, nicht bindend sei.

Gegen den Schiedsentscheid vom August 2008 ist auch die tschechische Regierung in Berufung gegangen. Die entsprechende Feststellung traf ein dreiköpfiger Senat. In einer ersten Reaktion auf den zugestellten Entscheid reagierte Diag Human mit den Worten, dass das Ergebnis des Berufungsverfahrens den „endgültigen Schiedsentscheid weder verändern noch aufschieben könne, weshalb dieser rechtskräftig sei“.

Beide Seiten streiten seit Mitte der 1990er Jahre über die Auflösung eines gemeinsamen Vertrages über den Handel mit Blutplasma. Der tschechische Staat hatte den Vertrag aufgekündigt, Diag Human fordert seitdem Schadensersatz.

Prager Ex-OB Bém bewirbt sich für Chefposten der Drogen-Beobachtungsstelle

Der ehemalige Prager Oberbürgermeister Pavel Bém bewirbt sich um die Stelle des Direktors der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) mit Sitz in Lissabon. Das schrieb die Tageszeitung „Lidové noviny“ in ihrer Samstagausgabe. Bém hat die erste Runde des Auswahlverfahrens erfolgreich überstanden und ist damit einer der fünf Kandidaten, die noch im Rennen sind. In den nächsten Monaten folgen noch vier Ausscheidungsrunden, informierte das Blatt.

Die Drogen-Beobachtungsstelle in Lissabon sei eine sehr bedeutende Institution auf ihrem Gebiet in Europa. Es reize ihn, sich für die dortige Chefposition zu engagieren, doch er stehe erst am Anfang eines langen Weges, sagte Bém in einem Interview für „Lidové noviny“. Zudem sei die Tschechische Republik bislang nicht besonders erfolgreich bei der Besetzung hochrangiger Posten in Europa, daher versuche er, dies ein wenig zu ändern, wird Bém in dem Gespräch zitiert.

Vor seinem Einstieg in die Politik hat sich Bém als Experte zur Bekämpfung der Drogenabhängigkeit einen Namen gemacht. Er half in den 1990er Jahren das erste Kontaktzentrum für Drogenabhängige in Tschechien aufzubauen und arbeitete ebenso die erste Strategie für eine Antidrogenpolitik nach der Wende aus. In seiner Zeit als Prager Oberbürgermeister machte Bém indes eher negative Schlagzeilen durch einige Affären, die dem von ihm begünstigten Klientelismus in Prag zugerechnet werden. Dazu gehören das Projekt der sogenannten Opencard wie auch der überteuerte Bau des Straßentunnels Blanka.

Zahl der Pfändung von Rentenbeträgen nimmt in Tschechien weiter zu

In Tschechien hat die Pfändung von Rentenbeträgen im ersten Halbjahr 2014 erneut zugenommen. Ende Juni hat die Sozialverwaltung (ČSSZ) die Rentenauszahlung bei über 72.600 Pensionären gekappt – das sind um 1600 mehr als noch zum Ende des Vorjahres. Die Pfändungen betreffen sowohl die Alters- wie auch die Invaliden- oder die Nachlassrente sowie die Zuzahlungen zur Rente. Seit 2006 hat sich die Zahl der Pfändungen mehr als verdoppelt.

Es sei keine Ausnahme, dass auf einen Rentner nicht nur ein, sondern zwei oder gar mehrere Anweisungen zur Pfändung seines Rentenbetrags bei der Verwaltung eingingen, sagte die Sprecherin der Sozialbehörde. Monatlich erhalte die Zentralverwaltung durchschnittlich 80.000 Anmerkungen zur Pfändung von Renten von ihren regionalen Zweigstellen. Unter den Antragstellern auf eine Sperrung der Auszahlung seien Gläubiger, Gerichte als auch Insolvenzverwalter, so die Sprecherin.

Im Jahr 2000 hat die Sozialverwaltung rund 15.000 Pfändungsbescheide auf Renten registriert. Vor fünf Jahren waren es bereits 46.000 und im Vorjahr knapp 71.000 Bescheide. Verbraucherorganisationen warnen die Rentner immer wieder davor, sich von Händlern oder Beratern einschlägig gepriesene Waren oder Finanzmodelle aufschwatzen zu lassen. Besonders gewarnt wird dabei vor Sonderangeboten und Verkaufsaktionen.

Zwei Vorfälle verursachen Umleitungen im Schnellzugverkehr bei Prag

Wegen der Verletzung eines Mannes auf dem Gleiskörper der Fernzugverbindung von Prag in Richtung Osten musste der internationale Bahnkorridor zwischen den mittelböhmischen Städten Běchovice und Úvaly am Samstagabend für mehrere Stunden gesperrt werden. Der Zusammenstoß des Mannes mit dem Schnellzug von Prag nach Havličkův Brod ereignete sich kurz nach 20 Uhr, der Verletzte überlebte den Aufprall mit viel Glück.

Feuerwehrleute befreiten den eingeklemmten Mann und übergaben ihn dem Rettungsdienst, sagte eine Polizeisprecherin. Der Sprecherin des Rettungsdienstes von Mittelböhmen zufolge hatte der Mann sehr großes Glück. Er habe nur leichte Kopfverletzungen erlitten, mit denen er in ein Prager Krankenhaus gebracht wurde.

Während der Bergung des Mannes wurde der Schnellzugverkehr über Nymburk und Lysá nad Labem umgeleitet. Für die ausgefallenen Personenzüge wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Von der Umleitung und den damit verbundenen Verspätungen waren alle drei tschechischen Zugbetreiber, České drahy, Leo Express und RegioJet, betroffen. Auch alle internationalen Züge nach und von Ungarn, Österreich und der Slowakei mussten in dieser Zeit die Verkehrsbehinderung hinnehmen.

Keine 24 Stunden später war der Zugverkehr auf der Strecke Prag – Kolín erneut gesperrt. Der Grund war diesmal die Unachtsamkeit des Lokführers eines Schnellzuges, der bei der Bahnstation Velim ein Haltesignal überfuhr und dadurch beinahe in einen wartenden Personenzug fuhr, für den die Strecke freigegeben war. Bei der unerlaubten Weiterfahrt beschädigte der Schnellzug eine Weiche, die danach repariert wurde. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Bahninspektion gegen 17.30 Uhr, ab 20 Uhr wollte man die Strecke wieder für den Zugverkehr freigeben.

Zoo Ostrava strebt Rekord von über einer halben Million Besuchern an

Der Zoologische Garten in Ostrava / Ostrau strebt in dieser Saison einen neuen Besucherrekord an. Gegen Ende Juni hatte eine Viertelmillion Menschen den Tierpark besucht, knapp drei Wochen später wurde schon der 300.000 Besucher begrüßt. Der bisherige Rekord liegt um 617 Personen unter der Grenze von einer halben Million Menschen, doch diese Marke soll in diesem Jahr geknackt werden.

Die höchste Besucherzahl für eine Saison wurde vor drei Jahren erzielt, als der Zoo gleich auf zwei neugeborene Elefantenkälber verweisen konnte. Die kleinen Elefanten waren damals die große Attraktion für die Tierparkgäste, die in Scharen zu dem Dickhäuter-Gehege strömten. Es waren die beiden ersten indischen Elefanten, die in Tschechien und der Slowakei das Licht der Welt erblickten, auch wenn das erstgeborene Weibchen nicht lange lebte. Dafür erfreut die zweitgeborene Elefantenkuh namens Rashmi bis heute ihre Besucher. Vor fünf Monaten wurde im Zoo von Ostrau erneut ein Elefantenjunges auf die Welt gebracht, doch die Zukunft des jungen Weibchens sieht nicht rosig aus. Es hat bislang keine Muttermilch bekommen, was die Überlebenschancen merklich eingrenzt.

Zudem machte der Zoo zuletzt mit der Aufzucht zweier junger Waldkäuze mit weißem Gefieder auf sich aufmerksam. Beide Tiere, ein Männchen und ein Weibchen, haben sich gut entwickelt und sollen schon bald in der freien Natur ausgesetzt werden. Das Weibchen wurde bereits an den Wiener Zoo abgegeben, wo es derzeit auf ein Leben im Gebiet des Wiener Waldes vorbereitet wird.

Tour de France: König ist als Siebter zweitbester Tscheche aller Zeiten

Bei der 101. Tour de France hat der tschechische Radprofi Leopold König vom deutsch-britischen NetApp-Endura-Team den siebten Platz belegt. Auf der letzten Etappe von Évry nach Paris, auf der im Gesamtklassement traditionell nicht mehr angegriffen wird, kam der 26-Jährige mit allen anderen Top-Fahrern im Hauptfeld an. König fuhr damit bei seiner ersten Frankreich-Schleife gleich das zweitbeste Tour-Ergebnis für Tschechien ein. Noch besser als er platzierte sich lediglich Roman Kreuziger, der im Vorjahr den fünften Rang belegte. Der zweite Tscheche im NetApp-Endura-Team, Jan Bárta, kam in der Endabrechnung auf den 71. Platz.

Tennis: Tschechen Čermák und Rosol gewinnen Herren-Doppel in Umag

Die Tennisspieler František Čermák und Lukáš Rosol haben am Sonntag das Herren-Doppel des ATP-Turniers im kroatischen Umag gewonnen. Im Finale bezwangen die beiden Tschechen das serbisch-kroatische Duo Dušan Lajović und Franko Skugor in zwei Sätzen mit 6:4 und 7:5. Čermák feiert damit ein kleines Jubiläum: Für ihn war es der 30. Doppel-Titel, für Rosol der dritte.

Volleyball: Tschechiens Frauenteam gewinnt Auftaktturnier ihrer Weltgruppe

Die Nationalmannschaft der tschechischen Volleyballerinnen hat in Almaty das Auftaktturnier der dritten Weltgruppe in der Grand-Prix-Serie gewonnen. In dem Turnier blieben die Frauen um Top-Spielerin Aneta Havlíčková als einziges Team ungeschlagen. Zunächst bezwangen sie Kroatien mit 3:1, danach Australien mit 3:0 und im abschließenden Turnierspiel am Sonntag Gastgeber Kasachstan mit 3:1. Das zweite Turnier dieser Gruppe findet in einer Woche im mährischen Brno / Brünn statt. Für das Final-Four-Turnier qualifizieren sich neben Gastgeber Bulgarien die drei besten Mannschaften der Grand-Prix-Serie.

Fußball: Pilsen nur 2:2 in Příbram – Slavia Prag siegt auswärts 2:1

In den Samstagspielen des 1. Spieltages der ersten tschechischen Fußball-Liga kam Vizemeister Viktoria Pilsen über ein Remis nicht hinaus. Trotz zweimaliger Führung trennten sich die Westböhmen auswärts vom 1. FK Příbram mit 2:2. Besser machte es der FK Baumit Jablonec nad Nisou, der sein Heimspiel gegen Zbrojovka Brünn mit 2:0 gewann. Das 0:0 von Aufsteiger Hradec Králové gegen den FK Teplice war indes schon das zweite torlose Unentschieden der noch jungen Saison. Im Abendspiel konnte der Traditionsverein Slavia Prag einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Sieg beim 1. FC Slovácko umwandeln. Am Sonntag wird der Auftaktspieltag mit den Begegnungen Jihlava – Mladá Boleslav und Budweis – Liberec abgeschlossen.

Am Freitag spielten: Bohemians 1905 Prag – Sparta Prag 1:2, Dukla Prag – Baník Ostrava 0:0.

Das Wetter am Montag: bewölkt, zunehmend Schauer und Regen, bis 30 Grad

Am Montag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt, lediglich am Vormittag örtlich etwas Aufheiterung. Im Tagesverlauf zunächst nur vereinzelt, später vermehrt Schauer und örtlich auch Gewitter mit zum Teil intensiven Niederschlägen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 26 und 30 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 24 Grad Celsius erreicht.