Täglicher Nachrichtenüberblick

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Außenminister Zaorálek und Kurz sehen neue Chancen für Beziehungen zwischen Tschechien und Österreich

Tschechiens Außenminister Lubomír Zaorálek ist am Donnerstag zu einem offiziellen Besuch in Wien eingetroffen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mít seinem österreichischen Amtskollegen Sebastian Kurz sprach Zaorálek vom "Beginn einer neuen Etappe im bilateralen Verhältnis". Trotz guter Beziehungen in Bereichen wie Wirtschaft oder Tourismus seien die politischen Kontakte lange Zeit vernachlässigt worden. Sebastian Kurz, der wie Zaorálek erst kurz im Amt ist, sieht nun eine "gute Chance für den Neustart der Beziehungen". Konkret sind unter anderem der Ausbau der gemeinsamen Verkehrsinfrastruktur und eine verstärkte konsularische Zusammenarbeit geplant. Beide Minister wollen außerdem eine gemeinsame Reise auf den Westbalkan unternehmen. Im Laufe des Besuchs standen auch Gespräche Zaoráleks mit Bundespräsident Heinz Fischer und einer Gruppe von Parlamentariern auf dem Programm.

In einem Zeitungskommentar im Januar hatte Lubomír Zaorálek geschrieben, dass das tschechische Verhältnis zu Österreich „seit längerem von Zurückhaltung geprägt“ sei und „bei weitem nicht der Nähe und Verbundenheit beider Länder“ entspreche. Das soll sich nun ändern.

Slowenien und Österreich werden an Sitzungen der Visegrad-Staaten teilnehmen

Die Länder der sogenannten Visegrad-Gruppe – Tschechien, Polen, Slowakei und Ungarn – haben entschieden, ihr Politbündnis zu erweitern. So werden im Rahmen der sogenannten Visegrad Plus nun auch Slowenien und Österreich an den multilateralen Verhandlungen der Gruppe teilnehmen. Das sagte Tschechiens Präsident Miloš Zeman am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Ljubljana / Laibach. Die Pressekonferenz fand im Anschluss an das Treffen mit seinem slowenischen Amtskollegen Borut Pahor statt. Pahor begrüßte diese Entscheidung.

Tschechische Firmen vor Großauftrag in Serbien – Zeman lobt Investitionen

Mehrere tschechische Firmen sollen in Serbien an einem insgesamt 120 Millionen Euro schweren Auftrag zur Modernisierung einer Bahnlinie beteiligt werden. Dies wurde am Rande des Besuchs von Staatspräsident Miloš Zeman in dem Balkanstaat bekannt. Zeman lobte am Mittwoch allgemein das Engagement tschechischer Firmen in Serbien. Nur Investitionen könnten die Arbeitslosigkeit senken, sagte er beim Besuch des tschechischen Reifenproduzenten Mitas in der Stadt Ruma.

An dem Eisenbahn-Auftrag sind insgesamt vier tschechische Unternehmen beteiligt. Sie sollen die Strecke zwischen den Städten Niš und Dimitrovgrad im Süden des Landes modernisieren. Das Teilstück gehört zum Eisenbahnkorridor Belgrad-Sofia.

Umfrage von ČSOB: Hälfte der tschechischen Firmen erwartet steigende Nachfrage

Tschechiens Firmen glauben immer mehr an einen Aufschwung. Fast die Hälfte alle Unternehmen erwartet für das zweite Quartal eine steigende Nachfrage und ein Viertel will seine Kapazitäten erweitern. Das geht aus den Ergebnissen einer Umfrage hervor, die die Tschechoslowakische Handelsbank (ČSOB) Ende Februar / Anfang März unter 500 mittelständischen und kleineren Firmen durchgeführt hat. Der erwartete Zuwachs bei der Nachfrage wie auch die Expansionspläne zeuge davon, dass bei den tschechischen Unternehmern die Angst vor den Unwägbarkeiten der wirtschaftlichen Rezession geschwunden sei. Alle aktuellen Zahlen zeigten jedoch auch, dass es sich immer noch um eine sehr vorsichtige Einschätzung handelt, kommentierte der Chefökonom der Handelsbank, Martin Kupka, die Ergebnisse der Umfrage.

Straßen- und Autobahn-Direktion wird in Staatsunternehmen umgewandelt

Die Straßen- und Autobahn-Direktion (ŘSD) in Tschechien soll nach österreichischem Vorbild in ein staatliches Unternehmen umgewandelt werden. Die dafür notwendige legislative Änderung soll bis zum Januar 2015 ausgearbeitet sein. Das erklärte der neue Generaldirektor der ŘSD, Jan Kubiš, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Prag. Derzeit ist die Straßen- und Autobahn-Direktion eine staatliche Zuschussorganisation. Sie genießt keinen besonders guten Ruf, weil gerade beim Straßen- und Autobahnbau wiederholt enorme Geldsummen versickert sind. Der tschechische Autobahnbau gehört zu den teuersten in ganz Europa.

Tschechische Produktion von Strom aus Biogas um 60 Prozent gestiegen

Die tschechische Produktion von Strom aus Biogas ist im vergangenen Jahr um 60 Prozent gestiegen. Das gab der entsprechende Verband bekannt. Die produzierte Gesamtmenge lag bei 2243 Gigawattstunden. Damit hatte Biogas insgesamt 22 Prozent Anteil an der gesamten Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen. Rund 500 Biogasstationen bestehen in Tschechien, damit liegt das Land auf dem fünften Platz in der EU hinter Deutschland, Italien, der Schweiz und Frankreich.

Der Bau von Biogasstationen wird seit diesem Jahr nicht mehr vom tschechischen Staat subventioniert. Dies hatte jedoch die frühere konservative Regierung beschlossen. Das neue Mitte-Links-Kabinett plant aber angeblich, die Unterstützung der Anlagen wieder zu erneuern.

AKW Temelín erhält 18 neue Castor-Behälter von deutscher Firma GNS

Die deutsche Firma GNS aus Essen hat weitere 18 Castor-Behälter für den radioaktiven Abfall des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín hergestellt. In einem Zwischenlager im Areal des AKW, das 2010 geschaffen wurde, befinden sich derzeit 14 Castor-Behälter mit benutztem Brennstabmaterial. Die Herstellung der 18 neuen Castoren dauerte fünf Jahre. Die Überprüfung ihrer Stabilität und Sicherheitsparameter wurde vom TÜV Nord Czech beim Staatlichen Amt für Atomsicherheit vorgenommen, bestätigte am Donnerstag der Leiter der Inspektionsabteilung von TÜV Nord Czech, Jaroslav Chvosta.

Bei einer geplanten Laufzeit des Atomkraftwerks von 30 Jahren wird der radioaktive Abfall in Temelín auf 1400 Tonnen geschätzt. Im Zwischenlager des AKW, das insgesamt 152 Spezialcontainern Platz bietet, kann atomarer Brennstoff bis zu 60 Jahre gelagert werden. Neben den 18 neuen Castor-Behältern wurden weitere 19 Behälter bei der Firma GNS in Essen bestellt.

Dänische Carlsberg-Gruppe kauft 51 Prozent Aktien an Brauerei in Žatec

Die dänische Brauerei-Gruppe Carlsberg hat de facto die nordböhmische Brauerei in Žatec / Saaz übernommen. Beide Seiten haben eine Vereinbarung über den Erwerb des 51-prozentigen Aktienanteils der Saazer Brauerei durch die Carlsberg-Group getroffen, meldete am Donnerstag die Nachrichtenagentur ČTK. Carlsberg gab bekannt, dass man die tschechische Marke „piva Žatec“ (Saazer Bier) in das Portfolio des Unternehmens aufnehmen und sie nach der offiziellen Übernahme der Brauerei dann auch auf ausgewählten Märkten vertreiben werde. Carlsberg ist der viertgrößte Bierproduzent der Welt und arbeitet bereits eng mit der Budvar-Brauerei in Česke Budějovice / Budweis zusammen.

Höchster Lottogewinn des Jahres: Tscheche gewinnt umgerechnet 4 Mio.-Euro

Am Mittwoch wurde mit mehr als 109 Millionen Kronen der größte Lottogewinn des Jahres in Tschechien verbucht. Das entspricht in etwa vier Millionen Euro. Das ist der vierthöchste Gewinn in der Geschichte der tschechischen Lotterie. Den Gewinn im Lottospiel Sazka (entspricht dem deutschen 6 aus 49) hat ein Tipper aus Ostrava / Ostrau gemacht, der sich bislang aber noch nicht gemeldet hat, sagte der Sprecher der Lotteriegesellschaft Sazka. Dafür aber hat der erfolgreiche Lottospieler, der umgerechnet 7,20 Euro einsetzte, insgesamt fünf Wochen Zeit, so der Sprecher.

Der bisher höchste Lottogewinn in Tschechien wurde im vergangenen November registriert. Er wurde von einem Ehepaar aus der ostböhmischen Region um Chrudim erzielt, das umgerechnet 14,5 Millionen Euro einstreichen konnte.

Eishockey-Play-offs: Brünn und Třinec siegen zum Auftakt des Halbfinales

Die Auftaktpartien der Play-off-Halbfinals um die tschechische Eishockeymeisterschaft haben die Teams aus Brno / Brünn und Třinec gewonnen. Kometa Brünn gelang ein viel beachteter 5:2-Auswärtserfolg beim favorisierten Team von Sparta Prag. Třinec nutzte den Heimvorteil besser und siegte mit 4:0 gegen PSG Zlín.

Das Play-off-Halbfinale wird im Modus best of seven gespielt, die nächsten Begegnungen finden am Donnerstagabend statt. Sparta Prag hatte die Punkterunde mit deutlichem Vorsprung gewonnen.

Curling: Tschechien erreicht mit Rang sieben beste WM-Platzierung

Bei der Weltmeisterschaft im Curling in Peking hat die tschechische Mannschaft den siebten Rang belegt. Das ist die bisher beste WM-Platzierung eines tschechischen Männerteams in dieser noch relativ jungen Wintersportart. Am Donnerstag hat das Team um Skip Jiří Snítil noch zwei Siege errungen: 8:7 gegen Dänemark und 10:6 über Russland. Damit schloss es die WM mit der positiven Bilanz von sechs Siegen und fünf Niederlagen ab.

Neue Wärmerekorde für 3. April: In Beskiden Rekord aus Jahr 1938 gelöscht

In ganz Tschechien wurden am Donnerstag gleich an 16 Orten, an denen seit über 50 Jahren die Temperatur gemessen wird, neue Wärmerekorde für einen 3. April gemessen. Der höchste Tageswert wurde dabei mit 24 Grad Celsius im westböhmischen Plzeň / Pilsen registriert. Aber auch in den Bergen war es ungewöhnlich warm. So wurden auf dem Lysá Hora, der höchsten Erhebung in den Beskiden, 15,2 Grad Celsius gemessen – damit wurde die bisher höchste Temperatur für einen 3. April aus dem Jahr 1938 um 1,2 Grad übertroffen.

Das Wetter am Freitag: heiter bis bewölkt, Schauer, bis 22 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend heiter bis bewölkt, im Norden und Nordosten des Landes gelegentliche Schauer, örtlich auch Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 18 bis 22 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter erreichen die Höchstwerte bis zu 14 Grad, im Böhmerwald sogar bis zu 18 Grad Celsius.