Tschechisch-deutsch-jüdische Schriftstellerin Goetz-Stankiewicz gestorben
Im Alter von 95 Jahren ist am Sonntag die Übersetzerin und Schriftstellerin Markéta Goetz-Stankiewicz im kanadischen Vancouver gestorben. Zu Zeiten des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei wirkte sie als Verbindung zwischen Dissidenten im In- und im Ausland. Darüber informierte die Organisation Post Bellum, die ein Zeitzeugenarchiv für die Zeit der Diktatur betreibt, die Presseagentur ČTK.
Goetz-Stankiewicz wurde 1927 in Liberec / Reichenberg in eine tschechisch-deutsch-jüdische Familie geboren. Im Nationalsozialismus war ihr Vater im Konzentrationslager Terezín / Theresienstadt inhaftiert. Mit der Machtübernahme der Kommunisten 1948 verließ die Familie dann das Land und ließ sich später in Kanada nieder. Dort wurde Markéta Goetz-Stankiewicz Professorin für deutsche Studien und Vergleichende Literatur. Sie reiste regelmäßig in die Tschechoslowakei und traf sich mit Dissidenten, unter anderem mit Václav Havel. Als dieser nach der Revolution von 1989 Präsident war, verlieh er Goetz-Stankiewicz im Jahr 2000 den Staatsorden.