Tschechische Medaillengewinner wieder in der Heimat eingetroffen

Ales Valenta auf dem Prager Flughafen Ruzyne (Foto: CTK)

Von den XIX. Olympischen Winterspielen in Salt Lake City ist die tschechische Mannschaft mit einer Gold- und einer Bronzemedaille zurückgekehrt. Mit dieser Ausbeute landete Tschechien in der Medaillenwertung auf dem 19. Platz. Gegenüber der letzten Olympiade 1998 in Nagano, wo Tschechien drei Plaketten gewann, fehlt eine Silbermedaille. Doch insgesamt ist man hierzulande mit dem Auftreten seiner Sportler in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Utah durchaus zufrieden. Lothar Martin verrät, wem man dies vor allem zu verdanken hat.

Ales Valenta auf dem Prager Flughafen Ruzyne (Foto: CTK)
Im Eishockey konnte die Tschechische Republik ihren Olympiasieg von Nagano nicht wiederholen, sondern schied bereits im Viertelfinale durch eine 0:1-Niederlage gegen Russland aus. Zu diesem Zeitpunkt aber war schon klar, dass das 10-Millionen-Volk im Herzen Europas dennoch wieder einen olympischen Goldmedaillengewinner bejubeln konnte und bei den Siegerehrungen auf dem Medal plaza von Salt Lake City zumindest einmal auch die tschechische Hymne gespielt wurde. Dies war das Verdienst des 29-jährigen Skiakrobaten Ales Valenta, der sich im Freestyle-Wettbewerb der Männer gegen alle Konkurrenten durchsetzte und dabei das amerikanische Publikum mit einem noch nie so perfekt vorgeführten dreifachen Salto mit fünffacher Schraube entzückte. In einer Sportart also, die in den Vereinigten Staaten große Popularität genießt und die eigentlich eine Domäne der Gastgeber bleiben sollte. Umso höher ist die großartige Leistung von Valenta einzuschätzen, erklärte der Vorsitzende des Tschechischen Olympischen Komitees, Milan Jirásek, bei der Ankunft des "Goldjungen" am Dienstagmorgen auf dem Prager Flughafen Ruzyne.

Der Olympiasieger, der von seinen Eltern Olga und Vojtech Valenta sowie seiner Freundin Jitka auf dem Flughafen freudig begrüßt und umarmt wurde, war glücklich, nach dem anstrengenden Flug wieder in der Heimat gelandet zu sein. Gegenüber Radio Prag gab er zu verstehen, dass er es immer noch nicht ganz fassen kann, was ihm in Salt Lake City gelungen ist. Auf unsere Frage, ob er am Wettkampftag gespürt habe, dass er in den Medaillenkampf eingreifen könne, sagte uns Valenta: "Ich habe gewusst, wenn ich diesen Sprung springe und ihn ordentlich ausführe, dann kann ich auf dem Podium stehen. Wichtig war für mich, dass ich mich entsprechend ruhig und gewissenhaft auf ihn konzentrieren konnte."

Das gelang, so dass sich Valenta einer Medaille sicher sein konnte. Aber rechnete er da schon mit der goldenen? "Ich habe eigentlich bis zum letzten Wettkämpfer nicht daran gedacht, denn auch der konnte mich noch bezwingen. Mir war es auch nach meinem gelungen Sprung egal, Hauptsache dachte ich, es wird eine Medaille. Das es am Ende die goldene wurde, war natürlich umso schöner."

Zur Kulisse und seinen Gefühlen während der Siegerehrung befragt, sagte Valenta: "Die Atmosphäre war gut, viele Menschen, die auch viel skandiert und getobt haben. Ich denke, es war eine große Show. Sie applaudierten auch meiner Leistung, die vor allem von meinen Kontrahenten anerkannt wurde. Die Atmosphäre bei der Medaillenübergabe war einfach herrlich, denn nicht jeden Tag wird für dich die tschechische Flagge gehisst und die Hymne gespielt."

Nach dem Gespräch freute sich der sympathische Sunnyboy vor allem auf den Empfang in seiner Heimatstadt Sumperk/Mährisch-Schönberg. Sie ist auch die Geburtsstadt des bekannten Eishockeyspielers Jirí Dopita, der vor vier Jahren mithalf, das Olympiagold in Nagano zu gewinnen. Dank Ales Valenta hat die nordmährische Kleinstadt auch in diesem Tagen wieder etwas zu feiern.