Tschechische Regierungspolitiker stellen Protestschreiben gegen Sudetendeutschen Tag in Brünn vor

Die tschechische Regierungskoalition will dem Abgeordnetenhaus am Dienstagnachmittag eine Erklärung zur Abstimmung vorlegen, in der die Organisatoren des Sudetendeutschen Tages in Brno / Brünn aufgefordert werden, im Sinne des gesellschaftlichen Friedens von der Veranstaltung abzusehen. Die Erklärung stellte Abgeordnetenhauspräsident Tomio Okamura am Dienstag vor Journalisten vor. Seine Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD) kritisiert die Ausrichtung des Sudetendeutschen Tages in Tschechien seit Langem. Die Ano-Fraktionsvorsitzende Taťána Malá sagte am Dienstag, die Veranstaltung lasse sinnloserweise Emotionen hochkochen und reiße Wunden auf, statt Menschen zusammenzubringen. Der Großteil der Abgeordneten ihrer Partei habe sich deshalb für die Erklärung ausgesprochen, so Malá.

Das vorgestellte Schriftstück umfasst acht Punkte. Die Verfasser beziehen sich unter anderem auf die Deutsch-Tschechische Erklärung von 1997. In dieser hätten beide Seiten den Willen geäußert, die gemeinsamen Beziehungen nicht mit politischen und rechtlichen Fragen der Vergangenheit zu belasten, hieß es am Dienstag von den Autoren des Protestschreibens. Über das Dokument soll am Dienstagnachmittag als erster Tagesordnungspunkt bei der Abgeordnetenhaussitzung verhandelt werden.

Der Sudetendeutsche Tag findet in diesem Jahr das erste Mal in Tschechien statt. Er wird vom 22. bis 25. Mai in Brünn ausgerichtet. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft wurde dazu vom Festival Meeting Brno eingeladen.